Stadtpark

Jugendstilprotal über den Wienfluss und im Hintergrund die U-Bahn-Station

Brückenbauwerke über den Wienfluss verbinden die beiden Parkteile.


Geschichte des Stadtparks

Der Stadtpark entstand nach Schleifung der Wiener Stadtmauer und Errichtung der Ringstraße um 1860 im Bereich des ehemaligen Wasserglacis vor dem Karolinenstadttor. Er war Wiens erste öffentliche Parkanlage. Planung und Durchführung des Parks im englischen Landschaftsstil erfolgten durch den Landschaftsmaler Josef Selleny und Stadtgärtner Rudolf Siebeck. Der eigentliche Park wurde am linken Wienflussufer (heutiger 1. Bezirk) errichtet. Hier bestand die Idee, der kommenden Parkanlage "den freundlichen Charakter eines Ziergartens mit schönen Sträuchern, freien Durchsichten, verschlungenen Wegen und Blumenpflanzungen" zu geben. Am 21. August 1862 wurde Wiens erste kommunale Parkanlage, der Stadtpark, eröffnet.

Am rechten Wienflussufer (heutiger 3. Bezirk) entstand 1863 der schattigere so genannte Kinderpark, der durch die eiserne Karolinenbrücke mit dem eigentlichen Stadtpark verbunden wurde. 1867 erbaute Johann Garben den Wiener Kursalon im italienischen Renaissancestil. Nach verschiedenen Brückenbauwerken im Wienflussbereich wurde 1906 mit der Planung der heute bestehenden Wienflusseinwölbung von Friedrich Ohmann und Josef Hackhofer begonnen. Von dem einst vorgesehenen reichhaltigen architektonischen Programm wurden allerdings nur Teile realisiert.

Die Pflanzungen des Stadtparks, vor allem die Ziersträucher, sind auf eine fast ganzjährige Blüte abgestimmt. Breite Strauchpflanzungen und malerische Wiesen dominieren die Anlage. Zur Ringstraße hin bilden die Alleebäume eine deutliche Schwelle. Umfangreiche Wasserflächen vervollständigen die Wirkung des Parks. 1941 und 1973 wurde eine Reihe von Gehölzen unter Naturschutz gestellt, so ein Ginkgo, ein Christusdorn, eine seltene Pyramidenpappel und eine Kaukasische Flügelnuss.

Denkmäler und Skulpturen

Goldenes Strauss-Denkmal

Die vergoldete Bronzestatue von Johann Strauss zählt zu Wiens berühmtesten Denkmälern.

Der Stadtpark ist heute der an Denkmälern und Skulpturen reichste Park in Wien. Das wohl meistfotografierte Denkmal Wiens ist der vergoldete Johann Strauss.
Des Weiteren finden sich im Stadtpark Denkmäler von Franz Schubert, Franz Lehar und Robert Stolz, ein Marmorstandbild des Malers Hans Makart im Festzugskostüm von 1879, Bronzebüsten des Komponisten Anton Bruckner, des Wiener Bürgermeisters Andreas Zelinka, unter dessen Regierung der Stadtpark gestaltet wurde, und viele mehr.

Johann-Strauss-Denkmal

Das Bronzestandbild von Johann Strauss Sohn (1825 bis 1899) mit Marmorrelief von Edmund Hellmer wurde 1921 enthüllt. Die Vergoldung wurde 1935 entfernt, jedoch 1991 wieder aufgetragen. Kopien dieses Strauss-Denkmals stehen seit der Expo 1990 in Osaka (Japan), seit der Expo 1999 in Kunming (China) und seit März 2002 in Havanna (Kuba).


Milchtrinkhalle im Stadtpark

Das Gebäude der Meierei entstand 1901 bis 1903 nach Plänen der Architekten Friedrich Ohmann und Josef Hackhofer als Teil der monumentalen Gestaltung der Wienfluss-Gewölbestrecke und der Promenaden, die das neue Gerinne flankieren. Der villenartige Bau weist barockisierend-secessionistische Formen auf. Ein rustiziertes Sockelgeschoss und ein hohes Mansardendach mit Gitterkrone tragen wesentlich zu der Gesamterscheinung des Bauwerkes bei. Die Meierei wurde im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt und in der Folge erweitert, wieder aufgebaut und 2004 unter Aufsicht des Bundesdenkmalamtes komplett restauriert. Heute befindet sich in der ehemaligen Milchtrinkhalle das Restaurant Steirereck. Die ehemalige Milchtrinkhalle bildet einen wichtigen Bestandteil im Rahmen der Wienflussverbauung und des Stadtparks. So kommt ihr in diesem Ensemble aus Sicht des Denkmalschutzes eine entsprechend hohe Bedeutung zu.

Infrastruktur und Ausstattung

Übersichtsplan vom Stadtpark

Übersichtsplan als Download: 660 KB PDF

Im Stadtparkteil des 3. Bezirks stehen Kindern und Jugendlichen großzügige Spielplätze zur Verfügung. Seit März 2000 existiert auch ein behinderten- und kinderwagenfreundlicher Anschluss an das übergeordnete öffentliche Verkehrsnetz: die U4-Station Stadtpark hat einen eigenen Ausgang mit Lift zum Spielplatz Stadtpark. Hundehalterinnen und Hundehalter beachten bitte das generelle Hundeverbot im Stadtpark und führen ihren Liebling in die Hundezone entlang der Wienflusspromenade.


Stadtpark im vorigen Jahrhundert - auf Gartenstühlen sitzende und spazierende Menschen, ein Tulpenbeet im Vordergrund
Stadtpark im vorigen Jahrhundert - spazierende Menschen,  ein Herr und eine Dame unterhalten sich auf einem Weg
Stadtpark im vorigen Jahrhundert - beidseitig mit Gartenstühlen gesäumter Weg im Stadtpark
Stadtpark im vorigen Jahrhundert - Kinder spielen mit einer hölzernen Pferdekutsche
Stadpark im vorigen Jahrhundert - Luftaufnahme des Parkteils im 1. Bezirk
Stadtpark im 19.  Jahrhundert - Menschen posieren auf einem Weg im Stadtpark
Darstellung des Stadtparks 1873
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