"Guter Grund" - Torffreie Erde aus der Wiener Biotonne

Säcke mit Blumen- und Gartenerde in den Größen zehn, 18 und 40 Liter

Die Erde "Guter Grund" der Abteilung Abfallwirtschaft, Straßenreinigung und Fuhrpark (MA 48) wird unter anderem mit Kompost aus der Wiener Biotonne hergestellt und kommt gänzlich ohne Zugabe von Torf aus.

Wiener Blumen- beziehungsweise Gartenerde kann für sämtliche Bepflanzungen im Haus und Gartenbereich, zum Ein- und Umtopfen von Blüh- und Gartenpflanzen sowie für die Bodenverbesserung in Blumen- und Gemüsebeeten verwendet werden.


Verkauf

Erhältlich ist die Erde auf allen Mistplätzen in 18- und 40-Liter-Säcken zum Preis von drei beziehungsweise fünf Euro.

Guter Grund mit Österreichischem Umweltzeichen

Das Produkt "Guter Grund 2012" wurde auf Basis der mittlerweile dreijährigen Erfahrung neu kreiert. Dazu wurden in den Sommermonaten 2011 zahlreiche Untersuchungen durchgeführt.

Die neue Erde enthält neben Wiener Kompost (37,5 Prozent) auch einen ausgereiften und stickstoffstabilisierten Rindenhumus (37,5 Prozent), eine weitere wichtige Komponente sind entsprechend vorbereitete (thermisch druckimprägnierte) Holzfasern (25 Prozent). Diese Zusammensetzung gewährleistet eine lockere und leichte Konsistenz. Ergänzende Nährstoffe werden ausschließlich in Form von organischen Düngemitteln hinzugefügt. Die Erde besteht somit zu 100 Prozent aus natürlichen Bestandteilen.

Die torffreie Erde entspricht - wie schon im Vorjahr - den strengen Vorgaben des Österreichischen Umweltzeichens, welche durch unabhängige Gutachten überprüft werden. Durch die geforderten Qualitätskriterien wird eine ausgeglichene Nährstoffversorgung gewährleistet, ein hohes Pflanzenwachstum der Umweltzeichenprodukte sichergestellt und eine nachhaltige Erdenalternative geboten.

Pro 40 Liter-Sack Erde können durch den Einsatz von Kompost aus Wiener Bioabfall zusammen mit anderen Zusatzstoffen wie zum Beispiel Rindenhumus bis zu 36 Liter Torf eingespart werden. Das bedeutet eine Reduktion von Klimagasemissionen in der Höhe von mindestens acht Kilogramm CO2 pro 40-Liter-Sack "Guter Grund".

Mit dem Verzicht auf den Einsatz von Torf unterstützt die MA 48 den Erhalt von Mooren. Diese zählen zu den am stärksten gefährdeten Lebensräumen für Pflanzen und Tiere. Zudem wird ein wesentlicher Beitrag zum Klimaschutz geleistet: Weite Transportwege für den Import nach Österreich können eingespart werden.

Die neue Wiener Erde ist damit auch ein "Guter Grund" für alle Wienerinnen und Wiener, die Biotonne zu nützen und damit einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten. Der Kreislauf der Natur wird vollständig geschlossen - aus Obst- und Gartenabfällen wachsen erneut Gemüse und andere Pflanzen, die Herstellung ist umweltfreundlich.

Perfekter Kreislauf in Wien: von der Biotonne ins Blumenbeet

Ausgangsmaterial für Wiener Kompost und daher auch für die Blumenerde "Guter Grund" sind die rund 115.000 Tonnen an Bioabfällen, die die MA 48 in den über 70.000 Biotonnen im Grüngürtel der Stadt sammelt. Im Kompostwerk Lobau der MA 48 entstehen daraus jährlich 40.000 bis 50.000 Tonnen Kompost höchster Qualität, der sogar für den biologischen Landbau geeignet ist. Hier wird das Rohmaterial auf einer Fläche von 52.000 Quadratmeter während der so genannten Haupt und Nachrotte mit Hilfe von Umsetzmaschinen "umgesetzt".

Sämtliche Maschinen hierfür werden umweltfreundlich mit Biodiesel betrieben. Der Clou daran: Der Biodiesel wird aus zirka 320.000 Kilogramm Altspeiseölen und –fetten hergestellt, welche jährlich von den Wienerinnen und Wienern bei der MA 48 abgegeben werden.

Die Abmischung der Erde findet im Erdenwerk der Firma terrasan am MA 48-Betriebsgelände "Schafflerhof" im 22. Bezirk statt. Damit erfolgt nun der gesamte Biokreislauf - von der Sammlung in der Biotonne bis zur Verarbeitung der Erde - in Wien. Kürzeste Transportwege sind somit gesichert.

20 Jahre Biokreislaufwirtschaft in Wien

Bereits seit 1991 war in Wien die flächendeckende Biotonnensammlung voll ausgebaut, die Eröffnung des Kompostwerks Lobau erfolgte noch im gleichen Jahr. Im Jahr 1992 folgte die Inbetriebnahme der Bioabfallaufbereitungsanlage im Rinterzelt, wo das optimale Mischungsverhältnis durch Zugabe von Wasser und Strukturmaterial und die Zerkleinerung des angelieferten Grünschnitts erfolgt. Innerhalb von zwei Jahrzehnten wurden so zweimillionen Tonne Biomaterial ins Kompostwerk Lobau angeliefert und zu Kompost verarbeitet werden. Daraus entstanden 650.000 Tonnen Kompost, die an die Landwirtschaft, den biologischen Weinbau, an tausende Wienerinnen und Wiener über die Mistplätze und auch direkt zu Kleingärten sowie an Gemeinschaftsgärten weitergegeben wurden. Davon gelangten rund 400.000 Tonnen allein an die Abteilung Forstamt und Landwirtschaftsbetriebe der Stadt Wien (MA 49). Bereits seit zehn Jahren trägt das Kompostwerk Lobau das Österreichische Kompostgütezeichen.

Verantwortlich für diese Seite:
Bernhard Ratz (Magistratsabteilung 48)
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