Nummerierung von Nutzungseinheiten

Hände eines Zeichners beim Planen mit Symbol für "Information" (blaues Kästchen mit weißem "i")

Eine Nutzungseinheit ist ein selbständig nutzbarer Teil eines Gebäudes. Dazu zählen zum Beispiel Wohnungen, selbständige Büro- und Lagereinheiten sowie Werkstätten. Die Bezeichnung von Nutzungseinheiten bildet einen wesentlichen Bestandteil der Anschrift beziehungsweise der Meldedaten. Da dies sowohl für die öffentliche Verwaltung als auch für die Wirtschaft eine Grundlage darstellt, sind einheitliche Bezeichnungen erforderlich.


Vorgehensweise

  • Im Gegensatz zur Benennung von Gebäuden werden Nutzungseinheiten fast ausschließlich durch reine Nummerierung benannt.
  • Befinden sich in einem Gebäude mehrere Nutzungseinheiten, sind diese fortlaufend, im Erdgeschoss (beziehungsweise Souterrain) mit Tür 1 beginnend, zu nummerieren. Dies gilt unabhängig von der Art der Nutzungseinheit (zum Beispiel Wohnung, Büro, Werkstatt oder Lager).
  • Die Türnummern sind an den Zugängen zur jeweiligen Nutzungseinheit in gut lesbarer Form anzubringen.

Sonderfälle

Gebäude mit nur einer Nutzungseinheit
Diese Nutzungseinheit ist nicht zu nummerieren.
Beispiele: Einfamilienhaus, Reihenhaus, Doppelhaushälfte, Bürohaus für nur eine Nutzerin oder einen Nutzer
Nachträgliche Teilung einer Nutzungseinheit
Die neu geschaffenen Einheiten erhalten einen alphanumerischen Zusatz.
Beispiel: Teilung der Wohnung von Tür 15 in Tür 15 und Tür 15A
Nachträgliche Zusammenlegung zweier Nutzungseinheiten
Die neu geschaffene Nutzungseinheit erhält eine der beiden "alten" Türnummern.
Wohnhausanlage mit einer Erschließung über Laubengänge beziehungsweise über Gebäude mit intern verbundenen Gangflächen
Es kann zweckmäßig sein, nicht bei jeder Stiege mit Tür 1 zu beginnen, sondern über die Stiegen fortlaufend zu nummerieren. Die Baupläne müssen dennoch zusätzlich auch eine Aufstellung über die Zuordnung der einzelnen Nutzungseinheiten zu den jeweiligen Stiegen beinhalten.
Zum Beispiel:
Testgasse 5, Stiege 1, Türnummer 101 bis 130
Testgasse 5, Stiege 2, Türnummer 201 bis 230
Wenn jedes Gebäude (oder Stiege, Haus, Objekt, etc.) über einen getrennten Zugang erreichbar ist, erhält es eine eigene Orientierungsnummer unter Entfall der Stiegenbezeichnung.
Zum Beispiel:
Testgasse 5 / Tür 101
Testgasse 7 / Tür 201

Falsche Nummerierungen

Verwendung von Trennzeichen
Die Nutzung von Kommazeichen, Bindestrichen oder anderen Sonderzeichen ist nicht zulässig.
Verwendung von Buchstaben
Zusätzliche Angaben wie zum Beispiel vor die Nummer gestellte Buchstaben ("D01" für Dachgeschosswohnungen) sind als Unterscheidungsmerkmal nicht zulässig.
Verwendung der Türnummern als Codeschlüssel
Türnummern stellen einen Bestandteil der Postanschrift und der Meldeadresse dar. Deshalb sind Bezeichnungen wie "Top A.03.02.12" nicht zulässig. Gemeint ist in diesem Beispiel die Wohnung 12, im 2. Stock der Stiege 3 des Bauteils A.
Tür/Top-Bezeichnung
Die gleichzeitige Verwendung von Tür- und Top-Bezeichnungen (zum Beispiel Top 1 für das Geschäftslokal und Tür 1 für die erste Wohnung) ist wegen der Verwechslungsgefahr nicht zulässig.

Zuständigkeit

MA 37 Stabstelle GWR - Gebäude und Wohnungsregister

Verantwortlich für diese Seite:
Baupolizei (Magistratsabteilung 37)
Kontaktformular