Nachher-Untersuchung der Parkraumbewirtschaftung in Favoriten und Währing

  • Verringerung der Parkplatzauslastung um rund 20 Prozent am Vormittag und rund 12 Prozent am Abend in beiden Bezirken
  • Leichteres Finden von Parkplätzen für AnwohnerInnen, BesucherInnen, KundInnen und LieferantInnen
  • Auslastungsunterschiede innerhalb der Bezirke bleiben bestehen.
  • Deutlicher Rückgang von Fahrzeugen ohne Wiener Kennzeichen
  • 86 Prozent aller abgestellten Fahrzeuge haben ein Parkpickerl.
  • Relativ hoher Zonenbinnenverkehr (Verkehr mit Parkpickerl-Pkw innerhalb der Parkpickerl-Berechtigungszone)

Die am 5. September 2016 auf Währing (18. Bezirk) und am 4. September 2017 auf Favoriten (10. Bezirk) ausgeweitete Parkraumbewirtschaftung hat die Parkplatz- und Verkehrssituation in diesen beiden Bezirken deutlich verbessert. So wie bei den bisherigen Erweiterungen folgt auch diesen Ausweitungen eine Nachher-Untersuchung. Sie wurde von ZIS+P Verkehrsplanung durchgeführt.

Deutliche Verringerung der Parkplatzauslastung

Die Parkraumbewirtschaftung hat die Nachfrage nach Abstellmöglichkeiten, also Parkplätzen, im Straßenraum stark reduziert. Vormittags hat die Auslastung im Bezirksdurchschnitt in Favoriten von 81 auf 62 Prozent und in Währing von 90 auf 70 Prozent abgenommen. Anwohnerinnen und Anwohner, Besucherinnen und Besucher, Kundinnen und Kunden sowie Lieferantinnen und Lieferanten finden nun wesentlich leichter einen Parkplatz.

Auch am Abend von 20 bis 22 Uhr konnte die Parkplatznachfrage gesenkt werden. Die Parkraumbewirtschaftung wirkt auch außerhalb ihres Geltungszeitraums, man spricht hier von ausstrahlender Wirkung: Am Abend konnte die Auslastung im Bezirksdurchschnitt um 12 bis 13 Prozentpunkte verringert werden.

Karte von Favoriten

Parkplatzauslastung Favoriten, vormittags 2013 (vorher)

Karte von Favoriten

Parkplatzauslastung Favoriten, vormittags 2018 (nachher)


Karte von Währing

Parkplatzauslastung Währing, vormittags 2013 (vorher)

Parkplatzauslastung Währing, vormittags 2018 (nachher)


Säulendiagramm

Parkplatzauslastung vor der Einführung der Parkraumbewirtschaftung im Jahr 2013 und danach im Jahr 2018 im 10. und 18. Bezirk


Die großen Auslastungsunterschiede innerhalb der Bezirke bleiben jedoch auf niedrigerem Niveau bestehen. Diese sind primär der Siedlungsstruktur (Bevölkerungsdichte und Arbeitsplatz-Dichte, Geschäfte, Dienstleistungseinrichtungen et cetera) geschuldet. Zusätzlich tragen auch noch der Zonenbinnenverkehr mit Parkpickerl sowie informelles Park-and-ride mit Parkpickerl zu einer höheren Auslastung zentraler und gut im öffentlichen Verkehr erreichbarer Bezirksteile bei.

Starke Reduktion der im Straßenraum abgestellten Fahrzeuge ohne Wiener Kennzeichen

Die Parkraumbewirtschaftung hat zu einem deutlichen Rückgang der Parkplatznachfrage mit Fahrzeugen ohne Wiener Kennzeichen geführt. Waren vorher am Vormittag 17 beziehungsweise 20 Prozent der vorhandenen Stellplätze von Pkw ohne Wiener Kennzeichen besetzt, sind es in der Nachher-Untersuchung nur mehr 1 beziehungsweise 2 Prozent. Die Anzahl dieser Fahrzeuge konnte somit auf rund ein Zehntel des Vorher-Wertes verringert werden.

Auch am Abend - außerhalb der Geltungsdauer der Parkraumbewirtschaftung - ist die Anzahl der Pkw ohne Wiener Kennzeichen auf ein Viertel in Favoriten beziehungsweise ein Sechstel in Währing des Vorher-Wertes gesunken.

Säulendiagramm

Entwicklung der Parkplatznachfrage, vormittags von 9 bis 11 Uhr

Säulendiagramm

Entwicklung der Parkplatznachfrage, abends von 20 bis 22 Uhr


Pkw mit Parkpickerl überwiegen

Tortendiagramm

Parkberechtigungsarten der Stellplatz-Nutzer

In den neuen Bewirtschaftungsgebieten haben 86 Prozent der abgestellten Kfz ein BewohnerInnen-Parkpickerl.

3 Prozent parken mit Parkschein. 2 Prozent zahlen die Parkgebühr per Mobiltelefon. 4 Prozent haben eine Ausnahmegenehmigung für Betriebe oder Beschäftigte. 5 Prozent hinterziehen als Falschparkerinnen beziehungsweise Falschparker die Parkgebühr.


Zonenbinnenverkehr

Die Berechtigungszonen, in denen man mit dem BewohnerInnen-Parkpickerl ohne weitere Parkgebühren parken kann, sind in Wien mit den Gemeindebezirken identisch. Diese im internationalen Vergleich großen Berechtigungszonen schaffen einen großen Anreiz, innerhalb des Bezirks mit dem Pkw zu fahren.

In Favoriten hat die Berechtigungszone eine Ausdehnung von über 8 Kilometer. Die Hälfte aller Abstellvorgänge von Parkpickerl-Pkw findet dort in einer Entfernung von mehr als 250 Meter vom Wohnort statt und stellt somit Zonenbinnenverkehr dar.

Säulendiagramm

Abstelldistanz der Pkw mit Parkpickerl vom Wohnort im 10. Bezirk, 2018

Säulendiagramm

Abstelldistanz der Pkw mit Parkpickerl vom Wohnort im 18. Bezirk, 2018


Anteil der wohnsitzfernen Einparkvorgänge in Relation zur Größe der Berechtigungszone


Studie als Download

Ausweitung der Parkraumbewirtschaftung in Wien - Nachher-Untersuchung der Ausweitung der Parkraumbewirtschaftung auf den 10. Bezirk (Favoriten) und 18. Bezirk (Währing): 16 MB PDF

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