WasteWatcher

Video: WasteWatcher: Für ein sauberes Wien

Mit in Kraft treten des Wiener Reinhaltegesetzes am 1. Februar 2008 wurde die rechtliche Grundlage für die WasteWatcher geschaffen. Das Gesetz sieht ein ausdrückliches Verbot von Verunreinigen im öffentlichen Raum vor, es ermöglicht auch eine öffentliche Aufsicht durch die WasteWatcher. Sie sind befugt abzumahnen, Organstrafen zu verhängen und notfalls Anzeige bei der zuständigen Oberbehörde der Abteilung Wasserrecht (MA 58) zu erstatten.


10 Jahre WasteWatcher wirken

International gesehen, zählt Wien zu einer der saubersten Metropolen und als Stadt mit der höchsten Lebensqualität. 2017 wurde Wien erstmals auch als "Sauberste Region Österreichs" ausgezeichnet. Die Bilanz der WasteWatcher in den Jahren 2008 bis 2017 ist ein Erfolg auf der ganzen Linie. Das beweisen die hohe Beliebtheit der Kontrolltruppe und der drastische Rückgang an Sauberkeitsvergehen. Der Blick auf Wiens Straßen und öffentliche Plätze zeigt ein klares Bild: Die Sauberkeitsmaßnahmen der Stadt Wien inklusiver strenger Kontrollen der Sauberkeitsspielregeln wirken.

Neuerungen seit 2017

Das Wiener Reinhaltegesetz wurde in einigen Bereichen angepasst beziehungsweise erweitert. Die Neuerungen traten am 5. April 2017 in Kraft.

Die WasteWatcher können für ein Organmandat statt bisher 36 Euro nun 50 Euro verlangen, bei erschwerenden Tatbeständen kann es auch Anzeigen mit Strafen von bis zu 2.000 Euro geben.

Auch Verunreinigungen der Gewässer, wie Alte und Neue Donau, Brunnen und Teiche sowie Verschmutzungen von "Stadtmobiliar", wie Bänke und andere Sitzgelegenheiten, Litfaßsäulen, Hydranten, Spielgeräte und Poller sind nun vom Gesetz erfasst und werden gestraft. Bisher waren im Reinhaltegesetz nur Grünflächen und öffentliche Flächen definiert. Die eingenommenen Strafgelder sind zweckgewidmet und werden für Sauberkeitsmaßnahmen verwendet.

Ausbau der Serviceeinrichtungen

Durch den Ausbau der Serviceeinrichtungen wie Hundekotsackerlautomaten, die Aufrüstung der Papierkörbe mit Aschenbechern, die Installation von freistehenden Aschenrohren bis hin zum Service der Mistplätze wird die Eigenverantwortung der Wienerinnen und Wiener für mehr Sauberkeit in Wien unterstützt.

WasteWatcher unterwegs

Aktuell gibt es 50 hauptberufliche WasteWatcher und rund 400 ausgebildete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei der MA 48 und der Abteilung Wiener Stadtgärten (MA 42). Die OrdnungsberaterInnen von Wiener Wohnen können ebenfalls nach dem Wiener Reinhaltegesetz einschreiten. Die WasteWatcher sind mit Gilets mit der Aufschrift WasteWatcher beziehungsweise auch in zivil und zu unterschiedlichen Tageszeiten unterwegs.

Auch sonn- und feiertags sowie nachts können Sie einem WasteWatcher begegnen. Schwerpunkte sind Sperrmüll, Hundekot, Zigarettenstummel, Einkaufswagen und das Wegwerfen von Speiseresten.

Nach umfassenden Schulungen vor allem im Rechtsbereich und im Konfliktmanagement legen die WasteWatcher, die rechtlich "Organe öffentlicher Aufsicht" sind, einen Amtseid ab. Bei ihrer Tätigkeit müssen sie immer ein Dienstabzeichen tragen und einen Dienstausweis mitführen. Diese Kontrollorgane haben nicht nur das Recht, eine Ausweisleistung zu verlangen, sondern können auch den Auftrag zur Beseitigung der Verunreinigung erteilen. Wird den Aufträgen der WasteWatcher nicht nachgekommen, so kommt es zur Anzeige bei der Behörde.

Seit 2008 kamen die WasteWatcher auf 64.000 Amtshandlungen. Allein 2017 gab es über 7.400 Organstrafen und knapp über 880 Anzeigen gegen Müllsünderinnen und -sünder. Neben den Kontrollen gibt es eine Vielzahl von bewusstseinsbildenden Maßnahmen, wie die alljährliche Mitmachaktion "Wien räumt auf! Mach mit!" im Mai oder das Mistfest im September. Es kam dadurch zu dramatischen Rückgängen der Müllsünden.

Hundekot - 100.000 Sackerl am Tag!

Die Problematik des Hundekots hat sich in den letzten Jahren drastisch verbessert. Unglaubliche 100.000 mit "eindeutigem Inhalt" gefüllte Hundekotsackerl finden sich - wie Studien belegen - täglich in Wiens öffentlichen Papierkörben und Restmüllbehältern auf den privaten Liegenschaften. Die Zahlen, aber auch Umfragen und das subjektive Empfinden bestätigen: Die Hundehalterinnen und -halter nehmen das Angebot der Gratis-Sackerl fürs Gackerl an. Jährlich landen somit über 36 Millionen Sackerl mit Hundekot in Wiens öffentlichen Mistkübeln und Restmüllbehältern. Es gibt mittlerweile weit über 3.500 Hundekotsackerlspender mit Gratis-Sackerl fürs Gackerl in den Bezirken.

Tschickstummel - 123 Millionen pro Jahr

In den letzten Jahren wurde das Angebot an Papierkörben mit Aschenrohren beziehungsweise an freistehenden Aschenrohren sowohl bei der MA 48 als auch bei der MA 42 massiv ausgeweitet. Mittlerweile gibt es bereits über 19.700 Papierkorb/Ascher-Kombinationen und 2.100 freistehende Aschenrohre. Laut Analysen werden die Aschenrohre immer besser angenommen. Landeten im Jahr 2009 nur etwa 6,6 Millionen Stück in den Aschenbechern, so waren dies 2017 über 123 Millionen Stück. Das heißt, die Anzahl an ordnungsgemäß entsorgten Zigarettenstummeln hat sich von 2009 auf 2017 um den Faktor 18 erhöht.

Illegal entsorgten Kühlgeräte: Minus 60 Prozent

Die Anzahl der auf Gehsteigen, in Grünflächen abgestellten Kühlgeräte wurde von 2008 auf 2017 um 60 Prozent reduziert, von knapp über 2.100 im Jahr 2007 auf cirka 830 Stück 2017. Kühlgeräte und selbstverständlich auch alle anderen Elektrogeräte können sowohl beim Handel (beim Kauf eines entsprechenden Neugeräts) als auch auf den Mistplätzen gratis abgegeben werden.

Illegal entsorgter Sperrmüll: Minus 58 Prozent

Auch in Sachen illegal abgelagertem Sperrmüll konnte eine deutliche Entspannung festgestellt werden: Um rund 58 Prozent nahmen in diesem Bereich die Verunreinigungen ab. Von cirka 103.000 Kubikmeter im Jahr 2007 auf 43.000 Kubikmeter 2017. Für die legale und kostenlose Entsorgung von Sperrmüll stehen ebenfalls die Mistplätze zur Verfügung. Der auf den öffentlichen Mistplätzen an die MA 48 übergebene Abfall wird ordnungsgemäß getrennt und in Österreich umweltgerecht entsorgt. Gut erhaltene Einrichtungsgegenstände oder Elektrogeräte können auf den Mistplätzen in der 48er-Tandler-Box abgegeben werden. Sie werden im 48er-Tandler günstig weiterverkauft oder an karitative Organisationen übergeben.

Illegal abgestellte Einkaufswagerl: Minus 17 Prozent

Mussten 2007 noch 22.000 illegal abgestellte Einkaufswagerln entfernt werden, so waren dies 2017 knapp 18.500 Stück. Dies entspricht einer Abnahme um 17 Prozent.

Hohe Beliebtheitswerte

Die WasteWatcher erfreuen sich bei der Wiener Bevölkerung großer Beliebtheit. 85 Prozent der Wienerinnen und Wiener halten die WasteWatcher für eine gute Einrichtung.

Neben dem positiven Zeugnis durch die Bevölkerung gab es für die WasteWatcher 2011 auch eine hohe Auszeichnung von der Gesellschaft für Prozessmanagement: Für die gut funktionierenden Arbeitsabläufe und das Know-how erhielten sie den anerkannten GPard-Award.

Seit Sommer 2008 werden auch monatlich Aktionstage organisiert, an denen in ausgewählten Bezirken zwischen 40 und 100 WasteWatcher konzentriert kontrollieren und Präsenz zeigen.

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