WasteWatcher

Video: WasteWatcher: Für ein sauberes Wien

Mit in Kraft treten des Wiener Reinhaltegesetzes am 1. Februar 2008 wurde die rechtliche Grundlage für die WasteWatcher geschaffen. Das Gesetz sieht ein ausdrückliches Verbot von Verunreinigen im öffentlichen Raum vor, es ermöglicht auch eine öffentliche Aufsicht durch die WasteWatcher. Sie sind befugt abzumahnen, Organstrafen zu verhängen und notfalls Anzeige bei der zuständigen Oberbehörde der Abteilung Wasserrecht (MA 58) zu erstatten.


Neuerungen seit April 2017

Das Wiener Reinhaltegesetz wurde in einigen Bereichen angepasst beziehungsweise erweitert. Die Neuerungen traten am 5. April 2017 in Kraft.

Die WasteWatcher können für ein Organmandat statt bisher 36 Euro nun 50 Euro verlangen, bei erschwerenden Tatbeständen kann es auch Anzeigen mit Strafen von bis zu 2.000 Euro geben.

Auch Verunreinigungen der Gewässer, wie Alte und Neue Donau, Brunnen und Teiche sowie Verschmutzungen von "Stadtmobiliar", wie Bänke und andere Sitzgelegenheiten, Litfaßsäulen, Hydranten, Spielgeräte und Poller sind nun vom Gesetz erfasst und werden gestraft. Bisher waren im Reinhaltegesetz nur Grünflächen und öffentliche Flächen definiert. Die eingenommenen Strafgelder sind zweckgewidmet und werden für Sauberkeitsmaßnahmen verwendet.

Ausbau der Serviceeinrichtungen

Durch den Ausbau der Serviceeinrichtungen wie Hundekotsackerlautomaten, die Aufrüstung der Papierkörbe mit Aschenbechern, die Installation von freistehenden Aschenrohren bis hin zum Service der Mistplätze wird die Eigenverantwortung der Wienerinnen und Wiener für mehr Sauberkeit in Wien unterstützt.

WasteWatcher unterwegs

Aktuell gibt es 50 hauptberufliche WasteWatcher und rund 400 ausgebildete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei der MA 48 und der Abteilung Wiener Stadtgärten (MA 42). Die OrdnungsberaterInnen von Wiener Wohnen können ebenfalls nach dem Wiener Reinhaltegesetz einschreiten. Die WasteWatcher sind mit Gilets mit der Aufschrift WasteWatcher beziehungsweise auch in zivil und zu unterschiedlichen Tageszeiten unterwegs.

Auch sonn- und feiertags sowie nachts können Sie einem WasteWatcher begegnen. Schwerpunkte sind Sperrmüll, Hundekot, Zigarettenstummel, Einkaufswagen und das Wegwerfen von Speiseresten.

WasteWatcher und Sauberkeitsmaßnahmen wirken

Die Bilanz der WasteWatcher in den Jahren 2008 bis 2016 ist ein Erfolg auf der ganzen Linie. Das beweisen die hohe Beliebtheit der Kontrolltruppe und der drastische Rückgang an Sauberkeitsvergehen. Der Blick auf Wiens Straßen und öffentliche Plätze zeigt ein klares Bild: Die Sauberkeitsmaßnahmen der Stadt Wien inklusiver strenger Kontrollen der Sauberkeitsspielregeln wirken.

Seit 2008 kamen die WasteWatcher auf beachtliche 55.000 Amtshandlungen. Neben den Kontrollen gibt es eine Vielzahl von bewusstseinsbildenden Maßnahmen, wie die alljährliche Mitmachaktion "Wien räumt auf! Mach mit!" im Mai oder das Mistfest im September. Es kam dadurch zu dramatischen Rückgängen der Müllsünden.

Hundekot - 100.000 Sackerl am Tag!

Die Problematik des Hundekots hat sich in den letzten Jahren drastisch verbessert. Unglaubliche 100.000 mit "eindeutigem Inhalt" gefüllte Hundekotsackerl finden sich – wie Studien belegen - täglich in Wiens öffentlichen Papierkörben und Restmüllbehältern auf den privaten Liegenschaften. Die Zahlen, aber auch Umfragen und das subjektive Empfinden bestätigen: Die Hundehalterinnen und -halter nehmen das Angebot der Gratis-Sackerl fürs Gackerl an. Bei 55.800 gemeldeten Hunden in der Millionenstadt ist dies eine echte Erfolgsgeschichte. Jährlich landen somit über 36 Millionen Sackerl mit Hundekot in Wiens öffentlichen Mistkübeln und Restmüllbehältern. Es gibt mittlerweile 3.490 Hundekotsackerlspender mit Gratis-Sackerl fürs Gackerl in den Bezirken.

Tschickstummel - 100 Millionen pro Jahr

Dank der Sauberkeitsoffensiven werden pro Jahr rund 100 Millionen Tschickstummel in den dafür vorgesehenen Papierkörben mit Aschenrohren und den freistehenden Aschenrohren der MA 48 gesammelt. Es gibt über 19.000 Papierkörbe mit Aschenrohren und rund 1.200 freistehende Aschenrohre der MA 48 im öffentlichen Raum, in die man die Zigarettenstummel bequem und legal entsorgen kann – und die RaucherInnen nehmen das Angebot verstärkt an. Hinzu kommen noch Hunderte Aschenrohre in den Wiener Parks oder Aschenbecher an öffentlichen oder auch privaten Einrichtungen, die auch in Anspruch genommen werden.

Illegal entsorgten Kühlgeräte: Minus 64 Prozent

Die Anzahl der auf Gehsteigen, in Grünflächen abgestellten Kühlgeräte wurde von 2008 auf 2016 um 64 Prozent reduziert. Von knapp über 1.800 im Jahr 2008 auf cirka 650 Stück im Vorjahr. Kühlgeräte und selbstverständlich auch alle anderen Elektrogeräte können sowohl beim Handel (beim Kauf eines entsprechenden Neugeräts) als auch auf den Mistplätzen gratis abgegeben werden.

Illegal entsorgter Sperrmüll: Minus 41 Prozent

Auch in Sachen illegal abgelagertem Sperrmüll konnte eine deutliche Entspannung festgestellt werden: Über 41 Prozent nahmen in diesem Bereich die Verunreinigungen ab. Von cirka 114.000 Kubikmeter im Jahr 2008 auf 67.000 Kubikmeter im Vorjahr. Für die legale und kostenlose Entsorgung von Sperrmüll stehen ebenfalls die Mistplätze zur Verfügung. Der auf den öffentlichen Mistplätzen an die MA 48 übergebene Abfall wird ordnungsgemäß getrennt und in Österreich umweltgerecht entsorgt. Gut erhaltene Einrichtungsgegenstände oder Elektrogeräte, welche auf den Mistplätzen in der 48er-Tandler-Box abgegeben wurden, werden im 48er-Tandler beziehungsweise dem 48er-Basar günstig weiterverkauft oder an karitative Organisationen übergeben.

Hohe Beliebtheitswerte

Die WasteWatcher erfreuen sich bei der Wiener Bevölkerung großer Beliebtheit.

Neben dem positiven Zeugnis durch die Bevölkerung gab es für die WasteWatcher 2011 auch eine hohe Auszeichnung von der Gesellschaft für Prozessmanagement: Für die gut funktionierenden Arbeitsabläufe und das Know-how erhielten sie den anerkannten GPard-Award.

Seit Sommer 2008 werden auch Aktionstage durchgeführt, an denen in ausgewählten Bezirken bis zu 25 WasteWatcher konzentriert Kontrollen durchführen, um noch stärkeres Bewusstsein zu schaffen.

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