Abfalllogistikzentrum Pfaffenau

Altstofflogistikzentrum Pfaffenau

Das Abfalllogistikzentrum Pfaffenau in Simmering stellt den letzten Meilenstein für die Entsorgungssicherheit in Wien dar. In der Hightech-Anlage wird direkt neben der Müllverbrennungsanlage Pfaffenau der Wiener Müll aufbereitet und auf die umliegenden thermischen Behandlungsanlagen verteilt. Die Stadt Wien hat in der Abfallentsorgung alles in einer Hand: Die Sammlung, die Sortierung, die energetische Verwertung in den Verbrennungsanlagen bis hin zur umweltkonformen Ablagerung der Verbrennungsrückstände auf der Deponie Rautenweg. Mit dem Abfalllogistikzentrum wurde die Entsorgungskette komplettiert.

Die Errichtung des Abfalllogistikzentrums wurde auf Grund seiner Größe und abfallwirtschaftlichen Bedeutung einer Umweltverträglichkeitsprüfung mit Bürgerbeteiligung unterzogen. Dabei gab es von Seiten der Bevölkerung keinerlei Einwände. Baubeginn war im März 2011, fertiggestellt wurde die Anlage im August 2013.


Das Beste aus dem Wiener Müll

Restmüll und Sperrmüll werden in der Aufbereitungshalle mechanisch behandelt: Der Abfall wird zerkleinert und gesiebt. Übrig bleiben Stücke, die nicht größer als 30 Zentimeter sind, und dadurch in der Müllverbrennung optimal verarbeitet werden können. Gleichzeitig werden Metalle aussortiert und der Verwertung in der Metallindustrie zugeführt.

Energetische Verwertung

Zur energetischen Verwertung des kommunalen Wiener Restmülls, Sperrmülls und anderer brennbarer Mischabfälle dienen in Wien die drei Müllverbrennungsanlagen Flötzersteig, Spittelau und Pfaffenau sowie der Wirbelschichtofen 4. In Summe steht bei Betrieb aller Müllverbrennungsanlagen eine jährliche Behandlungskapazität von rund 780.000 Tonnen zur Verfügung. Dies entspricht einer durchschnittlichen wöchentlichen Behandlungskapazität von etwa 16.000 Tonnen.

In den drei Müllverbrennungsanlagen kann der gesammelte Restmüll bzw. Sperrmüll direkt - ohne weiteren Aufbereitungsschritt – energetisch verwertet werden. Der Wirbelschichtofen 4 (WSO 4) hingegen dient auch der Verbrennung von Klärschlamm und kann daher ausschließlich aufbereiteten Restmüll thermisch behandeln. Dieser mechanisch vorbehandelte Restmüll wird vor dem Verbrennungsprozess im benachbarten Abfalllogistikzentrum zerkleinert und entmetallisiert.

Kurze Wege entlasten die Umwelt

Durch die direkte Anbindung an die benachbarten Verbrennungsanlagen ist die Pfaffenau ein optimaler Standort für diese Anlage. Das moderne, eingehauste 120 Meter lange Förderband macht Transportwege überflüssig: Für die geplante Menge von 480 Tonnen Müll, die täglich für den benachbarten Wirbelschichtofen des Werkes Simmeringer Haide aufbereitet werden, müsste ein LKW mit Anhänger fünf Mal pro Stunde vom Abfalllogistikzentrum zur Verbrennungsanlage fahren. Dem Prinzip der Nähe, nach dem die Wiener Abfallwirtschaft ausgerichtet ist, wird daher voll Rechnung getragen.

Optimale Energieausbeute aus den Verbrennungsanlagen

Müllverbrennungsanlage und Altstofflogistikzentrum Pfaffenau aus der Vogelperspektive

Die Stadt Wien hat mit dem Abfalllogistikzentrum alle Voraussetzungen geschaffen, um den Wiener Müll durch thermische Verwertung umweltgerecht zu entsorgen und aus dem Abfall sauberen Strom, Fernwärme und Fernkälte zu produzieren. Da nicht das ganze Jahr über die gleichen Abfallmengen anfallen, werden die Abfälle mit modernster Logistik für die Verbrennung vorbereitet und entsprechend dem jeweiligen Bedarf in die Verbrennungsanlagen geliefert. Damit kann in der Folge eine optimale Energieausbeute erzielt werden.

Außerdem wird mit dem Abfalllogistikzentrum die Entsorgungssicherheit auch bei möglichen Ausfällen oder Revisionen der Wiener Müllverbrennungsanlagen gewährleistet. Der vorbehandelte, gepresste Müll wird im Bedarfsfall luftdicht verpackt und geruchsneutral bis zur nachfolgenden thermischen Verwertung zwischengelagert.


Lager für 44.000 Ballen

Im Regelfall werden in der neuen Anlage rund 480 Tonnen Müll am Tag aufbereitet und über ein geschlossenes Förderband direkt zur Verbrennung ins Fernwärme Werk Simmeringer Haide transportiert. In Ausnahmefällen (Revisionen und Ausfälle anderer thermischer Verwertungsanlagen) können bis zu 2.600 Tonnen Müll am Tag verarbeitet und für die nachfolgende Behandlung in einer der drei Müllverbrennungsanlagen zwischengelagert werden. Dazu wurde auch ein Ballenlager für bis zu 44.000 Ballen errichtet. Sämtliche Aufbereitungsschritte werden in geschlossenen Hallen mit Luftabsaugung und modernsten Filteranlagen durchgeführt, somit gibt es in Simmering keine zusätzlichen Lärm- und Staubemissionen.

Mistplatz für Simmering

Als zusätzliche Service-Einrichtung für Simmering befindet sich auf dem Gelände des Abfalllogistikzentrums ein moderner Mistplatz.

Auf diesem Mistplatz können, wie auf allen anderen Wiener Mistplätzen, Abfälle wie Sperrmüll, Grünschnitt, Bauschutt, Altstoffe, Elektroaltgeräte und Problemstoffe bis zu einer bestimmten Menge kostenlos abgegeben werden. Der Mistplatz wurde nach dem neuesten Stand der Technik, mit Einwurframpen und getrennten Verkehrswegen für Anlieferer und für den Abtransport ausgestattet.

Erreichbarkeit

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