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Neue Großwärmepumpe versorgt 16.000 Haushalte

In der Spittelau versorgt eine neue Großwärmepumpe 16.000 Haushalte mit umweltfreundlicher Wärme.

In der Müllverbrennungsanlage Spittelau gibt es eine neue Großwärmepumpe. Sie ist 120 Tonnen schwer und versorgt 16.000 durchschnittliche Wiener Haushalte mit Heizung und Warmwasser. Die Ende Jänner 2026 in Betrieb genommene Großwärmepumpe nutzt die Abwärme der Rauchgasreinigung und sorgt so dafür, dass jede Energie, die in unserem Hausmüll steckt, nahezu verlustfrei wieder zu Energie wird. Damit gehört die Spittelau zu den effizientesten Müllverbrennungsanlagen Europas. Wien Energie investiert rund 40 Millionen Euro in dieses Leuchtturmprojekt.

Die Müllverbrennungsanlage Spittelau in Wien Alsergrund hat bisher jährlich Strom für 30.000 und Fernwärme für 60.000 durchschnittliche Wiener Haushalte erzeugt. Durch die Inbetriebnahme der neuen Großwärmepumpe steigt die gesamte Wärmeerzeugung, wodurch die Spittelau nun insgesamt 76.000 Haushalte heizen kann.

Abwärme aus der Rauchgasreinigung

Bei der Müllverbrennung entstehen heiße Rauchgase, die in Rohrleitungen aus Wasser Dampf erzeugen. Dieser Dampf wird über eine Turbine geleitet und mit einem Generator Strom erzeugt. Danach wird die Hitze über einen Wärmetauscher in die Fernwärme eingespeist. Die Rauchgase werden anschließend in einem mehrstufigen Prozess gereinigt. Das bei der Nasswäsche eingesetzte Wasser nimmt Wärme-Energie aus den Rauchgasen auf und wird dadurch erhitzt. Mit der neuen Anlage kann Wien Energie diese Wärmeenergie als Ausgangspunkt für eine mit Ökostrom betriebene Wärmepumpe nutzen. Die Hitze aus der Müllverbrennung wird ab jetzt also dreifach genutzt, wodurch die Effizienz der gesamten Anlage um 13 Prozent gesteigert wird. Ähnliche Anlagen zur Abwärme-Gewinnung aus Rauchgasen gibt es sonst nur in Basel, Kopenhagen und Hamburg.

Fernwärme wird schrittweise unabhängig und nachhaltig

Die Fernwärme spielt eine wichtige Rolle bei der Dekarbonisierung der Stadt. Bis 2040 soll ihr Anteil am gesamten Wärmebedarf von gut 40 auf 56 Prozent steigen. Um mehr Kund*innen versorgen zu können und gleichzeitig Schritt für Schritt von fossilen Energieträgern unabhängig zu werden, muss die Erneuerbaren-Wärmeproduktion massiv ausgebaut werden. Dafür hat Wien Energie bereits in den letzten Jahren wichtige Schritte gesetzt. Für eine erneuerbare Wärmeversorgung werden früher ungenutzte Abwärmequellen in der Stadt verwendet - dazu zählen etwa die Backofen-Wärme der Manner-Fabrik, die Restwärme des Badewassers der Therme Wien und die Abwärme des Rechenzentrums von Digital Reality in Floridsdorf.

Das größte Zukunftspotential liegt in der Nutzung der Tiefengeothermie, also der Wärme aus dem Erdinneren unter Wien. Dafür errichtet Wien Energie aktuell gemeinsam mit der OMV die erste Anlage in der Seestadt Aspern. Sie soll ab 2028 20.000 Haushalte mit Wärme aus der Tiefe versorgen. Bis 2040 wollen Wien Energie und OMV bis zu 7 Tiefengeothermie-Anlagen umsetzen, die dann umgerechnet 200.000 Wiener Haushalte versorgen können. Auch Großwärmepumpen bieten großes Potential: Die neue Großwärmepumpe bei der Spittelau ist die drittgrößte im Portfolio von Wien Energie. Bereits seit 2019 deckt eine beim Kraftwerk Simmering den Bedarf von 25.000 Haushalten. Seit Dezember 2023 versorgt eine weitere bei der Kläranlage ebswien weitere 56.000 Zuhause. Zusammengerechnet können die 3 Großwärmepumpen so viel Wärme produzieren, wie es dem Bedarf von 97.000 durchschnittlichen Wiener Haushalten (8.000 kWh/Jahr) entspricht.

Künftiger Erzeugungsmix bis 2040

Die Wärmeerzeugung 2040 für Wien soll im Wesentlichen aus den 4 großen Bausteinen Müllverbrennung, (Groß-)Wärmepumpen, Tiefengeothermie und aus einem grünen Kraftwerk bestehen. Mit 31 Prozent tragen die Großwärmepumpen und die Abwärme den größten Teil bei, 26 Prozent kommen aus der Tiefengeothermie, 22 Prozent von erneuerbaren Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen und Heizkesseln und ein gutes Fünftel mit 21 Prozent kommt aus der Müllverbrennung. Schon bis 2030 will Wien Energie rund 57 Prozent der Fernwärme aus erneuerbarer Wärme und Abwärme erzeugen. Dafür plant das Unternehmen allein bis 2030 660 Millionen Euro in die erneuerbare Wärmeerzeugung und Kreislaufwirtschaft zu investieren.

Eckdaten

  • Leistung: 16 Megawatt thermisch (2 Wärmepumpen mit je 8 MW)
  • Wärmebedarf von 16.000 Haushalten
  • Einsparung von 22.000 Tonnen CO2/Jahr
  • Investition: 40 Millionen Euro
  • Jährlich werden in der Müllverbrennungsanlage Spittelau 250.000 Tonnen Restmüll verbrannt.
  • Mit der neuen Anlage steigert Wien Energie die Effizienz des Standorts Spittelau um 13 auf mehr als 95 Prozent
  • Wien Energie beliefert 479.000 Haushalte und mehr als 8.000 Betriebe mit Fernwärme

Das Projekt wird aus Mitteln des Klima- und Energiefonds gefördert und im Rahmen der FTI-Initiative "Vorzeigeregion Energie" durchgeführt. Zudem war das Projekt Teil des Leitprojekts "Thermaflex" des Green Energy Labs.

Weiterführende Informationen

"Raus aus Gas" - Umweltfreundliche Wärme für Gebäude

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Stadt Wien - wien.gv.at-Redaktion

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