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Zusammenfassung: Kleinräumige Bevölkerungsprognose für Wien 2025

Daten zur Bevölkerungsprognose

Die kleinräumige Bevölkerungsprognose Wien 2025 stellt eine empirisch fundierte Grundlage für strategische und bedarfsgerechte Planungen der Stadt dar. Vorausschauende Steuerungsprozesse benötigen sowohl präzise Informationen über den aktuellen demografischen Zustand als auch belastbare Annahmen darüber, wie sich zentrale demografische Prozesse, wie Fertilitäts-, Mortalitäts- und Wanderungsverhalten in der Zukunft verändern könnten. Aus diesem Grund erstellt die Landesstatistik Wien (MA 23) regelmäßig kleinräumige Bevölkerungsprognosen. Die letzten Berechnungen erfolgten in den Jahren 2018 und 2023.

Auf Basis umfangreicher Voranalysen, unter anderem zu Fertilitätscluster, Umzugsverhalten oder Neubaubesiedelungssequenzen, wurden Annahmen zur zukünftigen Entwicklung der demografischen Komponenten sowie des Wohnbaupotenzials formuliert. Diese dienen als Grundlage für die Modellierung der Bevölkerungsentwicklung nach Alter, Geschlecht und Geburtsland mittels eines von der Landesstatistik Wien entwickelten deterministischem Kohorten-Komponenten-Modells. Die Prognosen werden für mehrere räumliche Ebenen ausgewiesen: für die Gesamtstadt über einen Zeitraum von 30 Jahren (bis 1. 1. 2055), für die 23 Bezirke über 20 Jahre (bis 1.1.2045) und für 94 Prognoseregionen über 10 Jahre (bis 1.1.2035).

Bevölkerungsentwicklung in Wien bis 2055

Die Prognose ergibt, dass die Wiener Bevölkerung in den kommenden 3 Jahrzehnten um rund 332.000 Personen anwachsen wird, was einem Zuwachs von 16,4 % entspricht. Für den Jahresbeginn 2055 wird damit ein Bevölkerungsstand von etwa 2,36 Millionen Wiener*innen erwartet. Das für die nächsten 30 Jahre prognostizierte Bevölkerungswachstum entspricht in etwa jenem, das Wien in den zurückliegenden 15 Jahren erlebt hat. Es wird also von einem moderaten zukünftigen Bevölkerungswachstum ausgegangen. Gleichzeitig deutet die Prognose darauf hin, dass Wien bereits gegen Ende dieses Jahrzehnts den historischen Höchststand aus dem Jahr 1910 (2.083.630 Einwohner*innen) überschreiten könnte.

Diese Prognosedurchrechnung beruht auf der Annahme, dass die Zuwanderung aus dem Ausland nach Wien in den nächsten Jahren unter das Niveau der letzten 10 Jahre fallen wird. Die vergangenen beiden Jahrzehnte waren durch die Öffnung des Arbeitsmarktes für die "neuen" EU-Mitgliedstaaten in Osteuropa sowie durch Fluchtbewegungen vor allem aus Syrien, Afghanistan und der Ukraine geprägt, welche in erhöhtem Zuwanderungsaufkommen, vor allem im Jahr 2015 und 2022, mündete. Der österreichische Arbeitsmarkt wurde 2011 für die "neuen" EU-Mitgliedstaaten (EU-Mitglied seit 2004: Estland, Lettland, Litauen, Malta, Polen, Slowakei, Slowenien, Tschechische Republik, Ungarn und Zypern) bzw. 2014 für Bulgarien und Rumänien (Mitglieder seit 2007) geöffnet. Für Kroatien (Mitglied seit 2013) gilt die Freizügigkeit am Arbeitsmarkt seit 2020.

Zwar wird Wien auch in Zukunft Zuwanderungsgewinne von im Ausland geborenen Personen erwarten können, jedoch ist durch die Beruhigung der politischen Situation in Syrien und dem bereits beobachtbaren Abflachen der Zuzüge aus dieser Region von einem deutlichen Sinken des Zuwanderungsvolumens auszugehen. Gleichzeitig wird der jahrzehntelange negative Wanderungssaldo der in Österreich geborenen Bevölkerung mit den Bundesländern und dem Ausland weiterhin Bestand haben. Dadurch wird der Anteil der im Ausland geborenen Wiener*innen gegenüber 2025 (40,9 %) bis zum Jahr 2055 (45,6 %) weiter ansteigen.

Nebst den starken Bevölkerungszugewinnen durch Zuwanderung verzeichnet Wien seit 2004 eine positive Geburtenbilanz, welche das Gesamtwachstum verstärkt. Dieser Trend dürfte sich bei anhaltend niedrigen Fertilitätsraten bis Mitte der 2040er-Jahre abflachen und schließlich umdrehen. So werden die allmählich absinkenden Geburtenzahlen die vermehrt eintretenden Sterbefälle der Anschluss- (nach 1938), Nachkriegs- (nach 1945) und "klassischen" Babyboomer-Generation (1949-1964) nicht mehr ausgleichen können. Bedingt durch die in höheren Altersgruppen weiterhin steigende Lebenserwartung ist damit zu rechnen, dass die Zahl an Sterbefällen zunehmen wird, da die Kohorten im Hauptsterbealter stärker besetzt sein werden. Die Mortalitätsannahmen der Prognose gehen davon aus, dass sich die positive Entwicklung der letzten Jahrzehnte - trotz des Rückgangs der Lebenserwartung bei Geburt zwischen 2020 und 2022 - wieder fortsetzen und diese in Wien auch in den nächsten 30 Jahren weiter ansteigen wird - auf 85,2 Jahre bei Frauen und auf 81,7 Jahre bei Männern. Dies entspricht einem Zugewinn von 3 beziehungsweise 4 Jahren gegenüber dem Jahr 2024.

Die durchschnittliche Kinderzahl von in Österreich und im Ausland geborenen Wienerinnen dürfte sich auch in Zukunft weiter annähern, wobei die Gesamtfertilitätsrate in Wien auch weiterhin mit knapp über 1,2 Kindern pro Frau deutlich unter dem demografischen Reproduktionsniveau (von 2 Kindern pro Frau) liegen wird. Trotz der jungen Altersstruktur der Wiener Bevölkerung - mit einem hohen Anteil an Personen im reproduktiven Alter - und steigenden Bevölkerungszahlen, dürfte der im Jahr 2016 mit 20.804 Neugeborenen erzielte Geburtenhöchststand (seit den 1950er-Jahren) aufgrund der im Laufe des Prognosehorizonts (bis 2055) niedrigen Fertilitätsraten nicht übertroffen werden.

Wien hat sich in den zurückliegenden Jahrzehnten - trotz einer anhaltend geringen Gesamtfertilitätsrate und einer steigenden Lebenserwartung - von einer demografisch alternden und schrumpfenden Stadt zu einer jungen und wachsenden 2-Millionen-Metropole entwickelt. Durch die prognostizierten Zuwanderungsgewinne werden auch die Zugewinne bei den Bevölkerungszahlen der jungen Erwachsenen leicht zurückgehen, wodurch Wien in Zukunft wieder demografisch altern wird. Der Anteil der Kinder und Jugendlichen unter 15 Jahren wird sich im Zeitraum 2025 bis 2055 voraussichtlich kaum verändern beziehungsweise minimal abfallen, der Anteil der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter zwischen 15 und 64 Jahren wird leicht zurückgehen und der Anteil der Bevölkerung über 65 Jahre, der im Jahr 2025 bei gerade 16,5 % lag, wird in den kommenden 30 Jahren auf über 22 % ansteigen. Mehr als die Hälfte des prognostizierten Anstiegs der über 65-jährigen Bevölkerung bis 2055 beruht auf starken Zuwächsen der über 80-Jährigen. Die Zahl der Hochbetagten wird in Wien in den nächsten 30 Jahren voraussichtlich von 101.200 um 80 % auf 182.000 anwachsen.

Auch die demografische Struktur der Wiener Bevölkerung im Alter von 65 Jahren und älter wird sich in Zukunft verändern. Aufgrund der aufholenden Lebenserwartung von Männern im höheren Alter wird der Männeranteil in den höchsten Altersgruppen zunehmen. Nach Geburtsland betrachtet wird speziell die Zahl der im Ausland geborenen Senior*innen stark steigen. Im Jahr 2055 wird voraussichtlich mehr als die Hälfte der über 65-jährigen Bevölkerung und etwas weniger als die Hälfte der über 80-jährigen Wiener*innen im Ausland geboren sein.

Bevölkerungsentwicklung in den Gemeindebezirken bis 2045

Während das Gesamtergebnis der kleinräumigen Bevölkerungsprognose davon ausgeht, dass Wien in Zukunft weiterwachsen wird, lässt sich dies nicht für alle Bezirke behaupten. Wir prognostizieren, dass die Bevölkerungsentwicklung in den 23 Wiener Gemeindebezirken unterschiedlich verlaufen wird.

Für die meisten innerstädtischen Bezirke wird in den nächsten 20 Jahren ein zumindest leichter Bevölkerungsrückgang prognostiziert. In den beiden Bezirken mit der bereits heute geringsten Wohnbevölkerung, also in der Inneren Stadt (1. Bezirk) und in der Josefstadt (8. Bezirk), werden unter gleichbleibenden Trends die Bevölkerungsrückgänge mit -28,7 % beziehungsweise -17,9 % deutlicher ausfallen. Auch in den Bezirken 5., 6., 7., 9., sowie 15., 17. und 18. wird die Bevölkerungszahl stagnieren beziehungsweise zurückgehen. Moderat ansteigen werden die Bevölkerungszahlen bis 2045 in einigen westlichen Bezirken (13., 14. und 16.) in der Landstraße (3. Bezirk) und auf der Wieden (4. Bezirk) sowie in den beiden Bezirken zwischen Donau und Donaukanal (2. und 20. Bezirk).

Etwas stärker wachsen wird die Bevölkerung in den kommenden beiden Jahrzehnten im 19. Bezirk (+10,3 %) und in Meidling (12. Bezirk), wo die prognostizierte Bevölkerungsveränderung bis 2045 mit 13,0 % am ehesten der Veränderung in der Gesamtstadt (+12,2 %) entsprechen wird.

Im Vergleich zur Gesamtstadt wird das prognostizierte Bevölkerungswachstum in den sogenannten "Flächenbezirken" im Süden - in Favoriten (10. Bezirk) um +24,3 %, in Simmering (11. Bezirk) um +22,4 % und in Liesing (23. Bezirk) um +21,0 % – sowie im Nordosten der Stadt - in Floridsdorf (21. Bezirk) um +19,4 % und in der Donaustadt (22. Bezirk) gar um +38,9 % - bis 2045 überdurchschnittlich stark ausfallen. Das lässt sich darauf zurückführen, dass sich in diesen flächenmäßig großen Bezirken auch die meisten verbleibenden Baulandreserven und Bauvorhaben der wachsenden Stadt Wien befinden. Den prognostizierten Entwicklungen entsprechend wird Wien also vor allem in den südlichen Bezirken und nördlich der Donau überdurchschnittlich stark wachsen. Die Donaustadt (22. Bezirk), die bereits in den zurückliegenden 20 Jahren der am stärksten wachsende Bezirk war, wurde im Jahr 2024 zum bevölkerungsreichsten Bezirk Wiens und hat damit Favoriten (10. Bezirk) auf Platz 2 verdrängt. Es ist davon auszugehen, dass Simmering (11. Bezirk) als drittgrößter Bezirk in den nächsten 30 Jahren den Abstand zu Favoriten deutlich reduzieren, aber nicht einholen wird.

Kleinräumige Bevölkerungsentwicklung in den Prognoseregionen bis 2035

Die für die Gesamtstadt prognostizierten Bevölkerungszuwächse werden sich in den kommenden 10 Jahren in vielen Gebieten der äußeren Gemeindebezirke durch überdurchschnittliche Wachstumsraten ergeben. In den innerstädtischen Wohnquartieren mit hoher Bevölkerungsdichte wird die Bevölkerung bis 2035 dagegen stagnieren und in einigen Prognoseregionen innerhalb und westlich des Gürtels sogar leicht zurückgehen.

Die Zahl der in Österreich geborenen Wiener*innen wird speziell in den dichter verbauten Wohnquartieren innerhalb und westlich des Gürtels zurückgehen beziehungsweise stagnieren und in den Prognoseregionen mit zukünftiger Wohnbautätigkeit steigen - nicht zuletzt durch innerstädtische Umzüge aus den bereits stark verdichteten Innenstadt-Bezirken. Aufgrund der Annahme, dass auch das zukünftige Bevölkerungswachstum Wiens vor allem auf internationaler Zuwanderung beruhen wird, ist davon auszugehen, dass der Anteil der Bevölkerung mit Geburtsland Ausland in allen Wohnquartieren steigen wird.

Die Anzahl der Kleinkinder und Kinder im schulpflichtigen Alter unter 15 Jahren wird bis 2035 in jenen Prognoseregionen stark steigen, in denen es in den zurückliegenden und kommenden Jahren aufgrund von Wohnungsneubau zu starken Zuzügen von Familien und jungen Erwachsenen gekommen ist beziehungsweise kommen wird. Mit einem deutlichen Anstieg der Zahl der Senior*innen zwischen 65 und 79 Jahren ist bis 2035 speziell in Wohnquartieren zu rechnen, wo es bis dato nur einen geringen Anteil an Senior*innen gab. Dazu zählen die neu besiedelten Stadtentwicklungsgebiete (zum Beispiel die Seestadt Aspern, das Sonnwendviertel oder das Nordbahnhofgelände) und Wohnquartiere mit einem hohen Anteil von - in den zurückliegenden Jahrzehnten - aus dem Ausland zugewanderten Personen. Der Anteil der Hochbetagten wird bis 2035 vor allem dort steigen, wo der Anteil der über 80-Jährigen bis jetzt eher gering war, zum Beispiel in den zuletzt stark gewachsenen Flächenbezirken nördlich der Donau (21. und 22. Bezirk) und in den von Zuwanderung aus dem Ausland geprägten dichter verbauten Wohnquartieren entlang des Gürtels.

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Kleinräumige Bevölkerungsprognose Wien 2025

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