Handbuch "Gender Mainstreaming in der Stadtplanung und Stadtentwicklung"

Das Handbuch "Gender Mainstreaming in der Stadtplanung und Stadtentwicklung" beinhaltet die Erfahrungen verschiedener Magistratsabteilungen aus den vielfältigen Projekten zur Umsetzung einer gendersensiblen Planung.

vier verschiedene Alltagssituationen zum Thema Gender Mainstreaming: Ein Mann schiebt seine Frau im Rollstuhl, spielende Kinder, Mütter mit Migrationshintergund beim Plaudern, Kinder auf dem Schulweg

Gender Mainstreaming anhand verschiedener Alltagssituationen

Daraus wurde ein Katalog aus Zielen und Qualitätsmerkmalen sowie eine Sammlung übertragbarer Methoden und Instrumente formuliert. Die Sammlung bezieht sich auf unterschiedliche Planungsebenen wie Masterplan, Flächenwidmungs- und Bebauungsplan bis hin zu Einzelprojekten.

Das Handbuch soll als praktische Arbeitshilfe und als umfassendes Nachschlagewerk im Alltag der planenden Verwaltung und der beauftragten Planerinnen und Planer dienen. Darüber hinaus soll es zur Bewusstseinsbildung beziehungsweise zur Bewusstseinssteigerung beitragen und Gender Mainstreaming in den Planungsalltag noch stärker integrieren helfen.

Die Bedürfnisse aller Stadtbewohnerinnen und Stadtbewohner berücksichtigen

In der Stadt Wien wird geschlechtssensible Planung seit über zwanzig Jahren thematisiert. Heute ist Gender Mainstreaming über eine Vielzahl von erfolgreichen Pilotprozessen und Pilotprojekten als ein zentrales strategisches Arbeitsfeld der Wiener Stadtplanung gut etabliert. Die Umsetzung reicht vom Stadtentwicklungsplan über sektorale Programme, Masterpläne und städtebauliche Konzepte bis hin zu Einzelprojekten.

Gender Mainstreaming in der Stadtplanung ist eine prozessorientierte Strategie zur Qualitätssicherung planerischer Aufgaben. Die Wiener Stadtplanung berücksichtigt deshalb gezielt die unterschiedlichen Ansprüche und Interessen verschiedener NutzerInnengruppen, differenziert nach unterschiedlichen Lebenslagen, Lebensphasen, sozialem und kulturellem Hintergrund. Die Wertschätzung des Alltags von Frauen und Männern, Jung und Alt ist Grundlage der gendersensiblen Planungskultur. Gruppen, die in der Stadtplanung und im öffentlichen Raum tendenziell unterrepräsentiert sind, sollen gestärkt und in ihrem Alltag unterstützt werden. Planungsziele und Planungsmaßnahmen werden durch systematisches Abfragen der Auswirkungen auf die verschiedenen NutzerInnengruppen überprüft.

Gendersensible Planung hat einen positiven Einfluss auf den Alltag aller Bewohnerinnen und Bewohner. Sie ist ein differenzierender Ansatz, der generell das Qualitätsbewusstsein im Planungsprozess stärkt.

Bestellung und Gratis-Download

Erschienen ist das Handbuch in der Schriftenreihe "Werkstattberichte" (Nummer 130) und es kann über den Webshop Stadtentwicklung bezogen werden. Dort steht auch ein Gratis-Download zur Verfügung.

Prämierung

Die Abteilung für Stadtentwicklung und Stadtplanung (MA 18) hat gemeinsam mit der MD-BD, Gruppe Planung das Projekt "Handbuch Gender Mainstreaming in der Stadtplanung und Stadtentwicklung" für den Österreichischen Verwaltungspreis 2013 eingereicht. Der vom Bundeskanzleramt verliehene Anerkennungspreis wurde am 7. Mai 2013 von Bundesministerin Gabriele Heinisch-Hosek an die Vertreterinnen der Stadt Wien überreicht.

Sieben Personen mit einer Urkunde in Händen

Von links: BMin Gabriele Heinisch-Hosek, Mag.a Dr.in Astrid Klimmer-Pölleritzer, DIin Eva Kail, DI Florian Reinwald, DIin Dr.in Doris Damyanovic, DIin Angela Weikmann, DIin Brigitte Mang

Urkunde

Verwaltungspreis 2013 für hervorragende Entwicklungen und innovative Projekte im öffentlichen Bereich


Vizebürgermeisterin Mag.a Maria Vassilakou:

Wien wird europaweit bezüglich Gender Mainstreaming als führend wahrgenommen. Sowohl die inhaltliche Tiefe als auch die thematische Breite betreffend. Mit dem Handbuch liegt nun ein wertvolles Werkzeug zur effektiven Qualitätssicherung für Planerinnen und Planer vor, das es im Zuge der steigenden Anforderungen an die Planung intensiv einzusetzen gilt.
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