EU-Strategie für den Donauraum (EUSDR)

Logo "Danube Region Strategy"

Die EU-Strategie für den Donauraum (EUSDR) ist ein großräumiger Ansatz der EU. Dabei werden relevante Akteurinnen und Akteure, Programme und Aktivitäten in der Region besser aufeinander abgestimmt. Der Donauraum umfasst 115 Millionen Menschen in 14 Staaten, vom Donauursprung bis zum Schwarzen Meer.

Die Donauraum-Strategie soll die teilnehmenden Länder dabei unterstützen, sich gesellschaftspolitisch, strukturell und wirtschaftlich an europäische Standards anzunähern. Dabei geht es vor allem um eine zweckmäßige und besser aufeinander abgestimmte Nutzung von EU-Fördermitteln. Die Umsetzung der Donauraumstrategie erfolgt grundsätzlich durch die Mitgliedsstaaten selbst, in Kooperation mit der Europäischen Kommission.

Themenbereiche

Die EU-Strategie für den Donauraum umfasst 11 Schwerpunktbereiche (Priority Areas), die sich in 4 Themenbereiche zusammenfassen lassen:

  • Anbindung des Donauraums
    • Verbesserung der Mobilität und Multimodalität (Binnenwasserstraßen, Schiene, Straße, Luft)
    • Förderung und Nutzung nachhaltiger Energien
    • Förderung von Kultur und Tourismus, des Kontakts zwischen den Menschen
  • Umweltschutz im Donauraum
    • Wiederherstellung und Sicherstellung der Qualität der Gewässer
    • Management von Umweltrisiken
    • Erhaltung der biologischen Artenvielfalt, der Landschaften und der Qualität von Luft und Boden
  • Aufbau von Wohlstand im Donauraum
    • Entwicklung der Wissensgesellschaft durch Forschung, Bildung sowie Informationstechnologien
    • Förderung der Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen, einschließlich der Clusterbildung
    • Investitionen in Menschen und Qualifikationen
  • Stärkung des Donauraums
    • Verbesserung der institutionellen Kapazität und Zusammenarbeit (Koordination durch die Stadt Wien)
    • Zusammenarbeit zur Förderung der Sicherheit und zur Bekämpfung der schweren und organisierten Kriminalität

Koordinationsrollen Wiens

Danube Strategy Point

Im Herbst 2018 wurde in Wien der Danube Strategy Point (DSP) eingerichtet.

Der DSP

  • ist die zentrale Anlaufstelle für die Unterstützung der Kernakteurinnen und -akteure im Donauraum, besonders die nationalen und themenbezogenen Koordinatoren und Koordinatorinnen.
  • führt eine begleitende Evaluierung durch.
  • setzt konkrete Schritte zur Stärkung der Umsetzungsstrukturen (Governance) sowie der auch themenübergreifenden Kooperationen.
  • soll die Sichtbarkeit der vielfältigen Aktivitäten im Donauraum steigern.
  • begleitet zudem die Aktualisierung des EUSDR Aktionsplans. Der Aktionsplan definiert für alle Schwerpunktbereiche Aktionen und Vorzeigeinitiativen.

Der DSP wird von der Magistratsdirektion - Geschäftsbereich Bauten und Technik (Stadtbaudirektion) gemeinsam mit dem rumänischen Ministerium für Regionalentwicklung und Öffentliche Verwaltung betreut.

Schwerpunktbereich Wiens

Die Umsetzung der Donauraumstrategie erfolgt in den Partnerländern durch unterschiedliche Akteurinnen und Akteure. In den Schwerpunktbereichen werden sie von je 2 Priority Area Coordinators (PAC) unterstützt.

Aufgrund des intensiven Engagements des Landes Wien beim gesamten Entwicklungsprozess hat Wien gemeinsam mit Slowenien die Koordination des Schwerpunktbereichs "Verbesserung der institutionellen Kapazität und Zusammenarbeit" (Schwerpunktbereich 10) übertragen bekommen. Der Schwerpunktbereich beinhaltet unter anderem folgende Themen:

  • Austausch von Know-how in der Zusammenarbeit aller Ebenen der öffentlichen Verwaltung und bei der Lösung von Verwaltungsproblemen
  • Zusammenarbeit mit der Zivilgesellschaft und lokalen Akteuren sowie Stärkung von partizipativer Entscheidungsfindung im Rahmen der Danube Local Actors Platform (Englisch)
  • Stärkung städtischer und regionaler Netzwerke und Initiativen durch Wissenstransfer bei modernen Technologien, Strategien und Planungsprozessen.
  • Stärkung der Kooperation in funktionalen Räumen und Abbau von Intensivierung der Zusammenarbeit in grenzüberschreitenden Regionen
  • Bessere Nutzung der Finanzierungsquellen zur Umsetzung von Projekten und Entwicklung innovativer Finanzierungsinstrumente

Mitarbeit bei anderen Schwerpunktbereichen

Wien beabsichtigt über Dienststellen und verbundene Unternehmen der Stadt Wien weiterhin, konkrete Kooperationsprojekte in den verschiedenen Schwerpunktbereichen aufzubereiten beziehungsweise sich daran zu beteiligen. Interessensbereiche sind vor allem:

  • Verbesserung der umweltfreundlichen Mobilität und Entwicklung der multimodalen Standorte
  • Sicherstellung der Wasserqualität beziehungsweise das Management von Umweltrisiken
  • Digitalisierung in der öffentlichen Verwaltung
  • Regionale Kooperationen beziehungsweise der Aufbau von Metropolenkooperationen
  • Austausch von Stadt- und Umwelttechnologien beziehungsweise -strategien zwischen den Städten und Regionen
  • Inklusion der Roma in der Donauregion
  • Kampf gegen Menschenhandel
  • Sanierung von historischen Stadtkernen und Schutz von Kulturerbe

Wien kooperiert im Rahmen der Donauraumstrategie unter anderem mit dem Rat der Donaustädte und Regionen, der Arbeitsgemeinschaft Donauländer, dem Netzwerk der Gemeindeverbände Südosteuropas (NALAS), dem Regionalen Kooperationsrat, der Zentraleuropäischen Initiative, der Regional Implementation Initiative, dem Center for European Perspective und dem Danube Civil Society Forum sowie mit den relevanten nationalen Ministerien. Auf EU-Ebene sind die Europäische Kommission, das Europäische Parlament, der Europäische Wirtschafts- und Sozialausschuss, der Ausschuss der Regionen sowie große NGOs entscheidende Partnerinnen und Partner.

Die Koordination und Steuerung der für Wien relevanten Agenden erfolgt in der Magistratsdirektion - Geschäftsbereich Bauten und Technik (Stadtbaudirektion).

Rolle der Städte für die Donauraum-Strategie

Wien war beim Erstellungsprozess der Strategie bemüht, die wichtige Rolle der Städte, Gemeinden und Regionen bei der Umsetzung der Donauraumstrategie zu vermitteln. Nur diese haben unmittelbaren Kontakt zu den Bürgerinnen und Bürgern.

Die Wiener Schwerpunkte bei der Umsetzung der Donauraumstrategie decken sich dementsprechend mit dem bereits langjährigen Wiener Engagement im internationalen Bereich.

Publikationen

In einer im Jahr 2012 erschienenen Broschüre "Wien und die EU-Strategie für den Donauraum - Geschichte, Pläne, Projekte" stellt die Stadt Wien die EU-Donauraumstrategie und die diesbezüglichen Wiener Aktivitäten vor.

Verantwortlich für diese Seite:
Magistratsdirektion - Geschäftsbereich Bauten und Technik, Stadtbaudirektion
Kontaktformular