Galerie "Wien. Stadt der Großen Töchter"

Die Galerie "Wien. Stadt der Großen Töchter" kann jedes Jahr rund um den Frauentag am 8. März im Arkadenhof des Wiener Rathauses besucht werden.

Porträts einiger Frauenrechtlerinnen

16 Frauen im Porträt

Die Galerie macht 16 ausgewählte Frauen in ihrem vielfältigen Schaffen in und für Wien sichtbar. Porträtiert werden Bertha von Suttner, Gabriele Possanner von Ehrenthal, Adelheid Popp, Eugenie Schwarzwald, Stephanie Endres, Käthe Leichter, Trude Fleischmann, Margarete Schütte-Lihotzky, Marie Jahoda, Gerda Lerner, Irma Schwager, Ceija Stojka, Johanna Dohnal, Helga Pankratz, Ella Lingens und Olga Ehrenhaft.

Frauen sichtbar machen

"Frauen sichtbar machen" ist ein zentrales Anliegen der Stadt Wien, insbesondere der Wiener Frauenstadträtin und der MA 57. Ehrungen, die Verleihung von Preisen oder die Benennung von Straßen, Plätzen oder Gebäuden in Wien sind Formen, verdienstvolle Frauen und deren Leben und Leistungen vor dem Vergessen zu bewahren.

Die Galerie "Wien. Stadt der Großen Töchter" hat darüber hinaus das Ziel, außergewöhnliche Frauen - und "Töchter" Wiens - miteinander in Verbindung zu setzen und die Auswirkungen ihres Tuns auf das Wien von heute aufzuzeigen. Zudem verbindet sie das Leben von Frauen in der heutigen Zeit mit frauenpolitischen Kämpfen und Errungenschaften vergangener Zeiten.

Außergewöhnliche Frauen und ihr Schaffen

In der Geschichte Wiens gibt es verdienstvolle Frauen. Eine Galerie, die auf eine kleine Auswahl beschränkt ist, kann immer nur Einzelne herausgreifen. Die ausgestellten Porträts stehen inhaltlich jedoch für unterschiedliche Bereiche, in denen sich diese und viele andere Frauen engagierten.

Einige der Frauen sind international bekannt und geehrt, andere sind der breiten Öffentlichkeit (noch) eher unbekannt. In verschiedenen Zeiten geboren und unterschiedliche (frauen-)politische Ziele verfolgend, würden die porträtierten Frauen ihren "Nachbarinnen" vielleicht nicht in jedem Punkt zustimmen, manchmal gäbe es wohl lebhafte Diskussionen zwischen ihnen. Die Galerie "Wien. Stadt der großen Töchter" will keine widerspruchsfreie Geschichte der Frauen in Wien präsentieren, sondern das vielstimmige Engagement von Frauen sichtbar machen, das durch einen roten Faden, nämlich dem Ziel einer Gleichberechtigung von Frauen und Männern und einer gerechten Gesellschaft, verbunden ist.

Die biografischen Hintergründe dieser "großen Töchter" sind höchst unterschiedlich. War es für einige (ökonomisch) leichter, sich ihrer Profession, ihrem Wirken zu widmen, war anderen der Weg zur (höheren) Bildung erschwert oder durch die jeweils konkreten (politischen) Umstände verunmöglicht. Fast allen war gemein, dass sie sich als Frauen erst ihren Platz und ihre Rechte erkämpfen mussten. Allen war gemein, als Frau nicht die gleichen Möglichkeiten zu haben wie ihre männlichen Mitstreiter und Weggefährten.

Jede der porträtierten Frauen steht mit ihrer Biografie für sich selbst, für ihr außergewöhnliches Wirken, ihre Leistungen, ihr soziales oder politisches Engagement und ihren Mut. Aber jede der Frauen steht auch für eine Vielzahl anderer Frauen. Denn oft waren diese Frauen Teil einer größeren Bewegung, hatten in ihrem jeweiligen Feld Weggefährtinnen, Vor- und/oder Mitkämpferinnen. Die Frauen stehen in diesem Sinne auch symbolisch für ihre Mitstreiterinnen in jenem Feld, in dem sie Wesentliches bewirkt haben. Sie stellen Verbindungen zu Frauen von heute her, die ihre Kämpfe, wenn auch unter anderen Voraussetzungen oder durch andere Schwerpunktlegungen, fortsetzen.

Außerhalb des Gewohnten

Diese Frauen stehen aber nicht nur für soziale Bewegungen und die politischen und gesellschaftlichen Kämpfe ihrer jeweiligen Zeit, sondern sie stehen auch für die jeweilige Geschichte dieser Stadt. In manchen Fällen waren es die Möglichkeiten einer Großstadt, das künstlerische, intellektuelle und politische Milieu, das Wien zu bieten hatte und Chancen für Frauen eröffnete. Es gab aber auch Zeiten, in denen in Wien vieles verunmöglicht und verhindert wurde - für Frauen, für politische Aktivistinnen, für Jüdinnen, für Romni, für Lesben und so weiter. Und oft sind diese Frauen auch Opfer einer Politik geworden, die in dieser Stadt ihr Engagement blockiert, ihre Emigration erzwungen oder gar zu ihrer Ermordung geführt hat.

Diese Frauen und ihren Einsatz zu würdigen ist Anliegen dieser Galerie. Und die Arkaden des Wiener Rathauses reichen nicht aus, all jene außergewöhnlichen Frauen vorzustellen, die vor dem Vergessen bewahrt und deren Schaffen und Wirken sichtbar gemacht werden sollten.

Ausstellungsdetails

Verantwortlich für diese Seite:
Frauenabteilung der Stadt Wien (Magistratsabteilung 57)
Kontaktformular