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Straßenbenennung in Floridsdorf im Gedenken des Widerstands

In Floridsdorf werden Verkehrsflächen nach 4 mutigen Floridsdorfer Persönlichkeiten benannt.

Im Gedenkjahr 2025 - 80 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs - hat die Kultur- und Benennungskommission der Bezirksvertretung Floridsdorf mehrheitlich empfohlen, Verkehrsflächen im Bezirk nach 4 mutigen Floridsdorfer Persönlichkeiten zu benennen.

Antonia Stockinger, Charlotte Huth, Bruno Sokoll und Leopold Stancl haben sich in einer Zeit größter Gefahr entschieden dem Nationalsozialismus entgegengestellt. Sie haben für Freiheit, Demokratie und ein unabhängiges Österreich eingestanden - mit Mut, Zivilcourage und persönlichem Risiko.

Auch wenn die tatsächliche Umsetzung dieser Benennungen erst nach 2025 erfolgen kann, ist die Empfehlung ein wichtiges und richtiges Zeichen gegen das Vergessen und für eine offene, tolerante und demokratische Gesellschaft.

Die 4 Persönlichkeiten im Kurzporträt

Antonia Stockinger war Mitglied der Kommunistischen Partei Österreichs. Nachdem die Partei 1933 verboten worden war engagierte sie sich während des Austrofaschismus und des Nationalsozialismus weiterhin im Untergrund, besonders im Umfeld der Floridsdorfer Straßenbahnbediensteten. Am 23. Jänner 1942 wurde sie deshalb von der Gestapo verhaftet, inhaftiert und am 9. Dezember wegen "Vorbereitung zum Hochverrat" zum Tod verurteilt.

Charlotte Huth (geboren Rohrer) engagierte sich als Chefsekretärin des Widerstandskämpfers Major Carl Szokoll unmittelbar in der Widerstandsgruppe rund um die "Operation Radetzky". Noch während ihrer Verhaftung gelang es ihr, Unterlagen zu vernichten und Szokoll zu warnen - eine Aktion, die sein Leben rettete. Ihr Mann, Hauptmann Alfred Huth, wurde am 8. April 1945 von der SS am Floridsdorfer Spitz hingerichtet.

Bruno Sokoll besuchte eine Lehre als Eisendreher, wurde 1916 zum Kriegsdienst eingezogen und lebte ab 1919 in Wien, wo er sich der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei anschloss und deren Funktionär wurde. Nach Jahren der Arbeitslosigkeit erhielt er eine Stellung bei den Wiener Verkehrsbetrieben. Als Februarkämpfer wurde er standgerichtlich zum Tod verurteilt, jedoch knapp vor seiner Hinrichtung begnadigt. 1938-1945 war er illegal politisch tätig. Nach dem Zweiten Weltkrieg war er in Floridsdorf im Bezirksernährungsamt tätig und arbeitete dann bis 1961 im Rathaus. Im Floridsdorfer Bezirksmuseum betreute er das zeitgeschichtliche Archiv.

Leopold Stancl, geboren in der Floridsdorfer Schillgasse, war Kommandant des 1. Österreichischen Freiheitsbataillons im Rahmen der jugoslawischen Partisanen. Als einer der wenigen Österreicher leistete er aktiv bewaffneten Widerstand gegen das NS-Regime und setzte damit ein starkes Zeichen im Sinne der Moskauer Deklaration von 1943. Sein Beitrag zur Wiedererrichtung der Republik ist historisch belegt, aber kaum bekannt.

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