Netzwerk Natur - Wiener Arten- und Lebensraumschutzprogramm

"Buntes Perlgras" wird ausgepflanzt

Bestandsstützungsprojekt "Buntes Perlgras"

Natur gibt es nicht nur in Nationalparks, sondern auch in der Stadt. Das Wiener Arten- und Lebensraumschutzprogramm Netzwerk Natur ist im Wiener Naturschutzgesetz verankert. Es schützt, pflegt und fördert seltene Tier- und Pflanzenarten sowie naturnahe Lebensräume in der ganzen Stadt. Davon profitieren Pflanzen, Tiere und Menschen.

Das Netzwerk Natur hat eine dauerhafte Erhaltung der Lebensvielfalt in Wien zum Ziel. Es will damit einen entscheidenden Beitrag zur Entwicklung einer nachhaltigen Stadt leisten. Um eine möglichst wirkungsvolle Umsetzung des Netzwerk Natur zu erreichen, erfolgt eine enge Kooperation zwischen Naturschutz und Projektpartnerinnen beziehungsweise Projektpartnern, wie zum Beispiel Bezirken, Planerinnen und Planern sowie städtischen Dienststellen, die Grünflächen verwalten (Wälder und Landwirtschaft der Stadt Wien (MA 49), Wiener Parks und Gärten - Wiener Stadtgärten (MA 42), Wiener Gewässer (MA 45), Vereinen und der Bevölkerung.


Ausgangsbasis

In der Wiener Naturschutzverordnung sind ausgewählte ("prioritär bedeutende") Tier- und Pflanzenarten sowie Lebensraumtypen aufgelistet. Für diese seltenen Arten und Lebensräume besteht die gesetzliche Verpflichtung, erhaltende Maßnahmen zu setzen. Nur durch vorausschauendes Handeln kann dieser wichtige Beitrag zum Schutz der Arten- und Lebensraumvielfalt und damit zur Verbesserung der Lebensqualität in der Großstadt Wien geleistet werden.

Der aktive Naturschutz ist aus folgender Sonderstellung, die Wien als Großstadt besitzt, notwendig:

  • Aufgrund der Anteile an den Ausläufern der Alpen und an der pannonischen Landschaft kommen in Wien artenreiche und vielfältige Lebensräume vor.
  • Als wärmebegünstigter Lebensraum besitzen zahlreiche wärmeliebende Pflanzen- und Tierarten hier einen Verbreitungsschwerpunkt.
  • Im städtischen Gefüge ist der Landschaftshaushalt vielfach übermäßig belastet. Dadurch sind die menschliche Lebensqualität und die Lebensmöglichkeiten von Tier- und Pflanzenarten eingeschränkt.
  • In Ballungsräumen treten vielfach besonders große Nutzungskonflikte auf.

Was wird geschützt?

Zwei Schwerpunkte sollen gesetzt werden:

  • Schutz des Seltenen
  • Förderung des Naheliegenden
Sibirische Schwertlilie

Sibirische Schwertlilie

Aus jeder Artengruppe der streng geschützten Pflanzen und Tiere wurden Stellvertreter ausgesucht und als "prioritär bedeutend" eingestuft. Insgesamt handelt es sich um 19 Pflanzenarten und 69 Tierarten.

Auswahl streng geschützter Tierarten

Zu den gefährdeten Lebensraumtypen, denen im Rahmen von Netzwerk Natur besondere Aufmerksamkeit gewidmet wird, zählen zum Beispiel Auengewässer, Tümpel, Trockenrasen, Niedermoore, Feuchtwiesen und naturnahe Wälder. Insgesamt sind zwölf Biotoptypen in der Wiener Naturschutzverordnung genannt. Auch naturnahe Lebensgemeinschaften, die sich direkt vor der Haustür befinden, zum Beispiel in Parks, auf Sportplätzen oder Brachflächen, sind Puzzlesteine des Netzwerk Natur.

Lebensräume, Tiere und Pflanzen im Themenstadtplan "Wien Umweltgut"

Im Themenstadtplan "Wien Umweltgut" können Ziele und Maßnahmen von Netzwerk Natur nachgelesen werden:

Aktivitäten

Die Ziele des Arten- und Lebensraumschutzprogrammes sind in einem Rahmenkonzept zusammengefasst. In diesem Konzept werden Begründung und Zweck des Programms erläutert, Vorstellungen zur Umsetzung dargelegt und Umsetzungsbeispiele genannt. Auf dessen Basis wurden in jedem Bezirk Arbeitsgruppen gebildet. Diese entwickelten gemeinsam mit Partnerinnen und Partnern aus dem Bezirk Ziele und schlugen Maßnahmen für den öffentlichen und privaten Bereich vor. So entstanden Bezirksbände, in denen die einzelnen Ziele sowie Umsetzungsmaßnahmen dargestellt sind.

Naturschutz-Leitlinien für alle Wiener Bezirke: Broschüren zum Download - Netzwerk Natur-Publikationen

Bei der Umsetzung der Maßnahmen sind viele angesprochen - das Projektteam Netzwerk Natur, Expertinnen und Experten verschiedener Fachgebiete, Gemeinde- und Bezirksverwaltungen sowie private Eigentümerinnen und Eigentümer. Jede und jeder kann mitmachen und das Netzwerk Natur-Team unterstützen. Informieren Sie sich unter der Hotline: +43 1 586 28 77-19.

Begleitende Aktivitäten sind fortlaufende Aufnahme und Überwachung seltener Arten und Lebensräume (Kartierungen und Monitoring) als Grundlage für weitere Maßnahmen und die programmbegleitende Öffentlichkeitsarbeit.

Online-Bestellung von Informationen zu ausgewählten Arten wie dem Wiener Nachtpfauenauge oder dem Laubfrosch: Netzwerk Natur - Publikationen

Im November 2010 fand eine Tagung des Netzwerk Natur Wien zum Anlass des zehnjährigen Bestehens statt. Das Programm wurde vorgestellt, Projektpartnerinnen und Projektpartner ausgezeichnet und die Zukunft des Programms diskutiert. Weiters wurden sieben andere Artenschutzinitiativen vorgestellt.

Broschüren zum Download - Poster

Team

In der Wiener Umweltschutzabteilung (MA 22), Bereich Naturschutz, koordiniert Dr. Josef Mikocki das Netzwerk Natur. In der Bearbeitung unterstützt ihn das Projektteam Netzwerk Natur.

Von 2004 bis 2011 war das Team AVL - Arbeitsgemeinschaft Vegetationsökologie und Landschaftsplanung OEG für die Durchführung des Netzwerk Natur beauftragt. Für besondere Fragestellungen werden zusätzlich spezielle Expertinnen und Experten herangezogen.

Kontakt

Für Fragen und Anregungen steht Ihnen Dr. Josef Mikocki sowie das Netzwerk Natur-Team, Telefon: +43 1 586 28 77-19, zur Verfügung.

Weiterführende Informationen

Verantwortlich für diese Seite:
Wiener Umweltschutzabteilung (Magistratsabteilung 22)
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