Ottakringer Wald - Erholungsgebiet in Wien

Der Ottakringer Wald war über Jahrhunderte ein Holz- und Wasserlieferant für die Ottakringer Bevölkerung. Heute dient er hauptsächlich als Erholungsgebiet. Die Wälder sind außerdem wichtiger Lebensraum vieler wild lebender Waldtiere.

Lage, Größe und Erreichbarkeit

Antike säulengetragene Kuppel

Der Ottakringer Wald erstreckt sich vom Südhang des Rosentals an der Grenze zum 14. Bezirk über den Gallitzinberg, nach Norden über die Jubiläumswarte, die Kreuzeiche bis zum Moosgraben an der Grenze zum 17. Bezirk. Die Waldfläche beträgt 192 Hektar. Das sind 2,5 Prozent des gesamten Waldes in Wien. Der Ottakringer Wald ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar: Linien 46B, 146B, 148.

Fahrplanauskunft

Freizeitangebote

Sehenswertes

Jubiläumswarte

Naturraum

Die ehemalige Siedlung Ottakring war einst von großen Weingartenflächen umgeben. Heute sind auch diese Flächen Siedlungsgebiet. Der größte Teil des ehemaligen Waldes konnte allerdings weitgehend erhalten werden.

Eine Besonderheit des Ottakringer Waldes sind die vielfältigen Standortverhältnisse:

  • Trockene Eichenwälder am Südhang der Steinbruchwiese
  • Frische Buchenwälder am westlichen und nördlichen Gallitzinberg
  • Viele feuchte Kleinstandorte der Quellenbereiche und Bachgräben an den Hängen des Wolfsgrabens

Im Ottakringer Wald finden sich fast alle typischen Waldgesellschaften des Wienerwaldes:

  • Rotbuchenwälder an kühlen und feuchten West- und Nordhängen oder an Gräben
  • Eichenwälder an sonnigen Kuppen und Rücken oder an südexponierten Hängen

Im Gebiet des Ottakringer Waldes finden sich artenreiche Wiesengesellschaften. Diese Biotope sind die Kreuzeichenwiese, die Vogeltennwiese, Teile der Steinbruchwiesen und die Wiesen rund um das Schloss Wilhelminenberg. Sie sind der Lebensraum zahlreicher Tiere, zum Beispiel des Mittelspechtes und Seidenschwanzes, und Pflanzen, zum Beispiel der Grünen Schneerose. Auch die Quellenbereiche, Gräben und Tümpel beherbergen eine vielfältige Fauna und Flora. Im Naturwaldreservat Moosgraben erfolgt keine Bewirtschaftung. So wird eine natürliche Entwicklung des Ökosystems gefördert.

Geschichte

Historische S/W-Aufnahme der Jubiläumswarte

Die Jubiläumswarte

Der Ottakringer Wald diente früher hauptsächlich als Brenn- und Bauholzlieferant für die Bürgerinnen und Bürger. Der Steinbruch an der Johann-Staud-Straße lieferte das Baumaterial für viele Ottakringer Bauwerke. 1533 gelangten alle Wälder in den landesfürstlichen Besitz, die Verwaltung erfolgte durch einen Amtmann. Die Holznutzung für die Bevölkerung wurde eingeschränkt.

Der Ottakringer Wald hatte früher große Bedeutung als Wasserlieferant: Eine der ältesten Wasserleitungen (circa 1750) führte das Wasser bis zum Palais Schönborn. Die albertinische Wasserleitung übernahm die Versorgung der Innenstadt. Sie hatte ihren Ursprung zum Teil im Ottakringer Wald. 1756 führte die zweite Ottakringer Wasserleitung, die "Hofwasserleitung", vom Liebhartstal zum Brunnen am Neuen Markt. 1881 erfolgte der Anschluss Ottakrings an die Erste Wiener Hochquellenleitung. Bauwerke der Wasserversorgung sind der Wasserbehälter Schmelz, der Wasserturm und der Behälter in der Johann-Staud-Straße.

Heute sind rund 50 Hektar des Ottakringer Waldes wissenschaftliches Untersuchungsgebiet für wild lebende Tiere.

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Forstamt und Landwirtschaftsbetrieb der Stadt Wien (Magistratsabteilung 49)
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