Claude Monet Garten im Schulgarten Kagran

Weg zur Brücke

Der Garten des berühmten Malers Claude Monet in Giverny (Frankreich) war die Grundlage bei der Errichtung des "Impressionistischen Schattengartens" im Schulgarten. Inspiriert durch den Charme der französischen Anlage entstand hier zwischen 1999 und 2002 ein Wiener Pendant, das sich nicht als bloße Nachahmung sieht, sondern als eigenständiger Lehrgarten.

Der Garten entstand in seinen Grundzügen in den 1960er-Jahren, wenngleich der Baumbestand weit älter ist. Schon vor der Umgestaltung war dieser Garten dem Wassergarten von Giverny ähnlich. Ebenso wie in Monets Garten wird die "Japanische Brücke" von einer uralten Trauerweide und einer Blutbuche gesäumt. Die Brücke ist eines jener Motive, das zu den bekanntesten in der impressionistischen Malerei zählt.
Der Charme der "Belle Epoque" ist besonders in der Freiluftklasse zu spüren. Diese ist mit den charakteristischen Bänken in grünblauer Farbe bestückt.
Zwischen April und September bildet ein imposantes Farbenspiel aus immer neuen Kombinationen einen Rahmen rund um den Seerosenteich. Bambus und Seerosen, Iris und Mohn, weiße Glyzinien und Rosen verbreiten einen Hauch von "Giverny an der Donau".

Der Übergang in den Rest des zirka zwei Hektar großen Landschaftsgeländes gestaltet sich nicht abrupt. Ein waldähnliches Grundstück bildet mit einer reichen Auswahl an Schattenstauden, vorwiegend Storchschnabelarten, einen sanften Übergang. Zwei Rosenbögen im Cottagestil bilden den Eingang zum Garten. Am anderen Ende bildet ein Mosaikbild mit der Blumengöttin Flora vom Meister Leherb das Entree. Die Lieblingsrose Monets, die vor seinem Schlafzimmerfenster wuchs und die er stets als erstes sah wenn er aufstand, steht im grünblauen Rosenbogen. Es ist die Sorte "Mermaid", eine einfach blühende, großblütige, gelbe Rose.

Man möchte kaum glauben, dass auch höchst praktische Gründe für die Errichtung der Brücke und somit des Gartens maßgebend waren. Die Bäume auf dem Gelände haben ein Alter von 90 Jahren und mehr. Manche sind bereits brüchig und altersschwach. So konnte man auch den Zustand der Trauerweide bezeichnen. Zwar bot sie, ganz im Sinne des Umweltschutzes, raren Wohnraum für Vögel, Fledermäuse, Insekten und andere Tiere. Doch die Gefährdung von Schülerinnen und Schülern, Besucherinnen und Besuchern war zu groß. So musste sie entfernt werden. Ganz in der Nähe befindet sich aber eine junge, kräftig wachsende Trauerweide, die sich schon bald ebenso malerisch über den Teich neigen wird wie zuvor der große Baumveteran. (Wie sieht ein Teichgarten à la Monet ohne Weide aus?)

Nicht nur der Umweltschutz war Thema für die Ausbildung der Lehrlinge. Die richtige Verwendung von Stauden und die Beschäftigung mit Farbe als Gestaltungsmittel waren Thema im Unterricht und in den Fachstunden. Im Rahmen eines Projektes beschäftigten sich Burschen und Mädchen des dritten Lehrjahres intensiv mit der "Farbe im Garten". Auf diese Weise wurden die Gärten der großen französischen Impressionisten für die Schülerinnen und Schüler wieder lebendig.

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