Armut und soziale Sicherheit - Frauen in Wien

Frauen sind im Vergleich zu Männern besonders armutsgefährdet. Jedoch ist Armut nicht einfach "weiblich". Ihr liegen wirtschaftliche und politische Rahmenbedingungen zu Grunde.

Das Armutsrisiko ist nicht für alle Frauen gleich groß. Neben Alleinerzieherinnen sind auch Pensionistinnen, allein lebende Frauen, Frauen mit Beeinträchtigung und Migrantinnen stärker von Armut bedroht.

Zwei Frauen mit Hunden

Frauen verdienen weniger, im Durchschnitt 39 Prozent, gegenüber Männern. Ein Grund dafür ist die hohe Teilzeitquote von Frauen. Sie arbeiten oft entweder in Teilzeit oder sind geringfügig angestellt, um auch Haushalts- und Pflegearbeiten erledigen zu können. Die Schwierigkeit, Beruf und Familie zu vereinbaren, spüren vor allem Alleinerzieherinnen, die ständig einer Doppelbelastung ausgesetzt sind.

Schlechter bezahlt

Teilzeit ist jedoch nicht der einzige Grund für unterschiedliche Einkommen, denn auch wenn nur Verdienste aus Vollbeschäftigung verglichen werden, verdienen Frauen um 18,3 Prozent weniger als Männer. Mädchen entscheiden sich häufig für Berufe in schlechter bezahlten Branchen wie Friseurin, Verkäuferin oder Sekretärin und arbeiten in schlechter bezahlten Positionen. Das bedeutet in vielen Fällen ein Einkommen, von dem alleine Frauen nicht leben können. Mit der Zunahme von atypischen Beschäftigungsformen und Teilzeitbeschäftigung sind vermehrt berufstätige Frauen armutsgefährdet.

Unterbrechung der Erwerbstätigkeit

Frauen haben brüchigere Erwerbsbiographien, denn oft müssen sie ihre Erwerbstätigkeit aufgrund von Kinderbetreuungspflichten unterbrechen. Deshalb sind sie auch im Alter nicht entsprechend abgesichert, da sich diese Unterbrechungen sowie niedrige Löhne, Teilzeitbeschäftigungen und Abhängigkeit vom Partnereinkommen auf den Pensionsanspruch und die Höhe der Auszahlungen auswirken. Auch bei Ersatzleistungen für Arbeitslose sind Frauen auf Grund der engen Koppelung an das Erwerbseinkommen schlechter gestellt.

Frauenarmut entgegenwirken

Entlastungen in den Bereichen familiäre Pflege, Kinderbetreuung und Hausarbeit sowie die vermehrte Beteiligung von Männern an diesen Aufgaben stellen neben familiengerechten Rahmenbedingungen in Unternehmen Voraussetzungen für die (Vollzeit-)Erwerbstätigkeit von Frauen dar. Somit sind sie wichtige Ansatzpunkte, um Frauenarmut entgegen zu wirken.

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