Klimawandel auf der Donauinsel, in Österreich und weltweit

Klimawandel auf der Donauinsel

Die Donauinsel wirkt als Frischluftschneise von Nordwesten nach Südosten und bringt Abkühlung für die bodennahen Zonen der Insel und deren Umgebung. Die Grünzonen sowie die umliegenden Wasserflächen der Donau und der Neuen Donau wirken auch an sehr heißen Tagen kühlend. Trotzdem sind der Klimawandel und seine negativen Folgen auch auf der Donauinsel spürbar und mit Daten belegbar.

Österreichweit beträgt die Zunahme der mittleren Jahrestemperatur seit Mitte des 19. Jahrhunderts in etwa 1,9 Grad Celsius. Auf der Donauinsel kann im Zeitraum 2010 bis 2018 eine Zunahme der mittleren Jahrestemperatur um etwa 1,5 Grad Celsius beobachtet werden. Die höchste Temperatur auf der Donauinsel seit Messbeginn wurde am 3. August 2017 mit 38,8 Grad Celsius gemessen.

Hitzetage

Ein deutlicher Anstieg der Hitzetage wird auch im Wiener Donauraum sichtbar, wenngleich er auch niedriger ist als im innerstädtischen Bereich.

2018 wurden im Donauraum 36 Hitzetage registriert. Zum Vergleich: Von 1981 bis 2010 wurden im Donauraum im Mittel 15 Hitzetage jährlich registriert. Im Jahr 2017 gab es im Donauraum 36 Hitzetage.

In der Wiener Innenstadt gab es 2018 42 Hitzetage. Von 1981 bis 2010 lag der Durchschnitt bei 21 Hitzetagen. 2017 wurden 40 Hitzetage registriert.

Tropennächte

Auch bei den sogenannten Tropennächten, also denjenigen Nächten, in welchen die Lufttemperatur nicht unter 20 Grad Celsius sinkt, ist eine Steigerung zu beobachten. Gab es im Zeitraum 1981 bis 2010 im Wiener Donauraum im Mittel noch 4 Tropennächte, wurden 2017 bereits 9 registriert.

Klimawandel in Wien

Die Folgen des Klimawandels sind in Wien messbar: Gab es zwischen 1961 und 1990 im Durchschnitt pro Jahr 9,6 Hitzetage mit über 30 Grad, so stieg dieser Wert im Zeitraum 1990 bis 2010 bereits auf durchschnittlich 17 Hitzetage pro Jahr. Im Zeitraum 2010 bis 2018 wurde durchschnittlich an 27 Tagen eine Temperatur über 30 Grad erreicht. Die Jahre 2015 und 2018 zählen mit je 42 Hitzetagen in Wien als Spitzenreiter.

In den Sommermonaten gibt es vermehrt längere Trockenperioden, die Niederschläge verschieben sich in die Herbst- und Wintermonate.

Die sogenannten urbanen Hitzeinseln - also der deutlich höheren Temperaturen im dichtverbauten Gebiet - werden durch den globalen Klimawandel noch weiter zunehmen. Daher müssen städtebauliche Maßnahmen gesetzt werden, um diese Entwicklung zumindest abzumindern.

Klimaschutz in Wien

Klimaschutzprogramm (KliP)

Minus 21 Prozent Treibhausgas-Emissionen pro Kopf im Jahr 2020 im Vergleich zu 1990 - das ist das Ziel, das mit dem Klimaschutzprogramm der Stadt Wien (KliP II - 2010 bis 2020) erreicht werden soll. Koordinierende Stelle ist die Magistratsdirektion Klimaschutzkoordination.

Zum Klimaschutz in Wien können alle beitragen: neben der Stadtverwaltung auch die Bürgerinnen und Bürger, Betriebe und Energieerzeuger. Im Klimaschutzprogramm sind alle Maßnahmen gebündelt, die das Klima nachhaltig entlasten können.

Urban Heat Islands (UHI) - Strategieplan Wien

Das globale Phänomen urbaner Hitzeinseln in Großstädten ist Hintergrund des EU-Projekts Urban Heat Islands (UHI). Im Rahmen des EU-Programmes Central Europe beteiligten sich 8 europäische Metropolen an dem Projekt. In Wien waren als Projektpartnerinnen und -partner die Wiener Umweltschutzabteilung (MA 22) und das Institut für Bauphysik an der Technischen Universität federführend beteiligt.

Urban Heat Islands (UHI) - Strategieplan Wien

Klimaschutz in Österreich

Österreichische Strategie zur Anpassung an den Klimawandel

Die österreichische Strategie zur Anpassung an den Klimawandel wurde in der aktualisierten Fassung im August 2017 beschlossen. Sie ist das umfassende Leitdokument für alle Aktivitäten Österreichs zur Anpassung an den Klimawandel.

Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG)

Die 1851 gegründete ZAMG ist der staatliche meteorologische und geophysikalische Dienst Österreichs. Die ZAMG betreibt das meteorologische Messnetz und ist die erste Adresse für klimabezogene Analysen in Österreich. Die ZAMG ist eine Forschungseinrichtung des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Forschung.

Klimaforschungsnetzwerk Österreich - CCCA

Das Climate Change Center Austria (CCCA) ist Anlaufstelle für Forschung, Politik, Medien und Öffentlichkeit für alle Fragen der Klimaforschung in Österreich. Der Begriff "Klimaforschung" umfasst dabei die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit allen Aspekten des Klimawandels.

Factsheets zum Klimawandel

Informationsportale des Bundes

Klimaschutz weltweit

Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC)

Der Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) - im Deutschen oft als "Weltklimarat" bezeichnet - wurde 1988 vom Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) und der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) als zwischenstaatliche Institution ins Leben gerufen. Seine Hauptaufgabe ist es, die naturwissenschaftlichen Grundlagen und den weltweiten Forschungsstand über die Auswirkungen des Klimawandels und seine Risiken zusammenzutragen und aus wissenschaftlicher Sicht zu bewerten.

European Climate Adaption Platform

CLIMATE-ADAPT ist eine Initiative der Europäischen Kommission mit dem Ziel, die europäischen Staaten bei der Anpassung an den Klimawandel zu unterstützen. Dafür ist eine Internet-Plattform für Klimaanpassung entwickelt worden, die politischen Entscheidungsträgern auf EU-, nationaler, regionaler und lokaler Ebene verlässliche Daten für die Entwicklung von Klimaanpassungsmaßnahmen zur Verfügung stellt.


Logo des LIFE+ Programms der Europäischen Union: Das Wort "Life" in gelber Schrift, umringt von gelben Sternen

Das Projekt LIFE DICCA wird aus Mitteln des LIFE-Programms der Europäischen Union gefördert.

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Wiener Gewässer (Magistratsabteilung 45)
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