Wienerberg - Erholungsgebiet in Wien

  • Lage: im 10. Bezirk zwischen Eibesbrunnergasse und Neilreichgasse
  • Größe: 123 Hektar, davon 16,1 Hektar Wasserflächen
  • Erreichbarkeit: Straßenbahnlinie 67 und Autobuslinien 15A, 7A, 65A, 16A und 7B; Parkplätze sind vorhanden.
  • Freizeitangebote:
    • Gut ausgebautes, 14 Kilometer langes Wegenetz und Laufstrecken
    • Wienerbergteich mit Infotafeln zu Singvögeln
    • Waldspielplätze und Liegewiesen
    • Sport: Streetballplatz, mehrere Fußballplätze, Beachvolleyballplatz, Radwege
    • 3 Trinkbrunnen - beim Streetballplatz (Ostteil), beim Spielplatz Wienerberg West und beim Sportplatz (Westteil)
    • Hundezone
    • Biergasthof Chadim
Erholungsgebiet Wienerberg

Das Erholungsgebiet Wienerberg wurde nach einem städtebaulichen Ideenwettbewerb und einem Landschaftsplan von der Stadt Wien in den 1980er-Jahren geschaffen:

Im einwohnerreichsten Bezirk Wiens entstand ein charakteristisches und stadtökologisch wichtiges Biotop. Es erfüllt gleichermaßen Aufgaben des Naturschutzes und das Bedürfnis der Bevölkerung nach Erholung.

Naturraum

Großer Feuerfalter

Auf der roten Liste: der Große Feuerfalter

Das Erholungsgebiet ist zur Gänze als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen. Es beinhaltet eine vielfältige Fauna und Flora, in der einige auf den Roten Listen stehende Arten zu finden sind. Dazu zählen der Große Feuerfalter und die Europäische Sumpfschildkröte.

Charakteristisch sind die Trockenrasenfluren im südöstlichen Teil des Geländes. Sie wurden 1976 zum Naturdenkmal erklärt.

Lebensraum für Singvögel

Der künstlich angelegte Wienerbergteich hat den größten Schilfbestand im Süden Wiens. Das Schilf-Röhricht bietet Singvögeln wie Drosselrohrsänger, Zwergdommel oder Rohrammer perfekte Nistmöglichkeiten. Die Halme dienen als Sitzwarte, Schlafplatz, Nahrungsreservoir und geben Deckung. Im Winter finden hier auch Vögel anderer Lebensräume Nahrung, zum Beispiel Samen des Schilfrohres oder überwinternde Insekten.

Die Trockenlegung von Feuchtgebieten und der damit verbundene Verlust von stabilen, alten Schilfhalmen sowie die intensive Nutzung von Gewässern - durch Baden, Sportfischen et cetera - und Störungen am Brutplatz durch Menschen und Hunde sind nur einige Ursachen, die zu besorgniserregenden Bestandsrückgängen bei vielen an den Lebensraum Schilf gebundenen Vogelarten führen.

Gerade künstlich geschaffene Wasserflächen wie der Wienerbergteich, Fischteiche oder ehemalige Schottergruben können wichtige Ersatzlebensräume für seltene Wasservögel, wie beispielsweise den Haubentaucher, sein.

Infotafeln klären auf

Um unbeabsichtigte Störungen der Nester und Jungvögel in der Brutzeit zu vermeiden, wurde am Wienerberg von BirdLife ein eigenes Informationssystem aufgebaut.

Erholungsuchende erfahren auf Infotafeln rund um den Wienerbergteich Wissenswertes über das Vogelparadies und werden über das richtige Verhalten, besonders während der Brutzeit der Vögel, aufgeklärt.

Geschichte

Historische schwarz/weiß-Aufnahme einer Ziegelfabrik

Am Wienerberg stand die größte Ziegelfabrik Europas.

Die Geschichte des Wienerberges ist geprägt durch die lange Tradition der Ziegelwerke. Bereits die Römer haben das Gebiet zur Ziegelgewinnung genutzt. Maria Theresia ließ 1775 am Wienerberg die erste staatliche Ziegelei errichten.

Um 1820 wurde die Ziegelfabrik am Wienerberg zur größten Europas. Sie beeinflusste die Architektur jener Zeit (zum Beispiel Hauptzollamt, Arsenal und Semmeringbahn). Arbeiterwohnhäuser und soziale Einrichtungen, wie Krankenhaus und "Kinderbewahrungsanstalt", wurden errichtet.

Um 1870 begann die große Ausbeutung der Ziegelarbeiter (Kinderarbeit, Werksgeld als Lohn).

Erst in den 1960er-Jahren wurde der Lehmabbau unrentabel und die Ziegelwerke wurden stillgelegt. Das Areal war nunmehr im Besitz der Stadt Wien. Es wurde als Hausmüll- und Bauschuttdeponie genutzt.

Ende der 1970er-Jahre wurde ein städtebaulicher Ideenwettbewerb durchgeführt. Dieser bildete den Auftakt für die Gestaltung des heutigen naturnahen Erholungsgebietes. 1995 erfolgte die Erklärung zum geschützten Landschaftsteil.

Weiterführende Informationen

Verantwortlich für diese Seite:
Forst- und Landwirtschaftsbetrieb der Stadt Wien (Magistratsabteilung 49)
Kontaktformular