Sektion I - Zentralfeuerwache Am Hof und Zugswache Landstraße

Zentralfeuerwache Am Hof

Die Häuser Am Hof 7, 9 und 10 in der Inneren Stadt haben und hatten eine dominierende Stellung in der Organisation der Feuerwehr der Stadt Wien. Neben dem Sitz der Feuerwehrdirektion befinden sich hier die Nachrichtenzentrale für Wien und die Dienstführungen der drei Funktionssparten des Feuerwehrdienstes.

Gleichzeitig sind hier die Mannschaften von zwei Löschbereitschaften und mehrerer Sonderfahrzeuge stationiert.

Zahlreiche Verwaltungsbereiche und Spezialabteilungen, wie zum Beispiel das Personalbüro, die Gebührenstelle, das Planbüro und die Lichtbildstelle sowie unterschiedliche Werkstätten, unter anderem die Atemschutzwerkstätte und Funkwerkstätte, sind hier untergebracht.

In der Feuerwehrzentrale versehen im Schnitt etwa 100 Personen 24-stündigen Einsatzdienst. Neben den beiden Löschbereitschaften sind noch zahlreiche Sonderfahrzeuge Am Hof stationiert. Dazu zählen das Kommandofahrzeug Hauptinspektion, ein Leitstellenfahrzeug, Atemschutzfahrzeuge, ein Abschleppfahrzeug-Pkw und Einsatzfahrzeuge der Feuerwehrdirektion.

Geschichte

16. und 17. Jahrhundert

Der Standort der Feuerwehr Am Hof blickt auf eine lange Geschichte zurück. Bereits seit dem Jahr 1562 befanden sich am Platz Am Hof, an der Stelle der beiden heutigen Häuser 9 und 10 zwei Gebäude, die anfangs als "Neues Zeughaus" und "Harnischkammer" bezeichnet wurden. In späterer Zeit wurden sie in "Unterkammeramt" und "Zeughaus" umbenannt. Hier waren ab Mitte des 16. Jahrhunderts Wasserwagen und Löschgeräte untergebracht. Ab dem Jahr 1686 versahen hier die ersten vier besoldeten Feuerknechte ihren Dienst.

18. und 19. Jahrhundert

1732 wurden die beiden Häuser nach Plänen des kaiserlichen Stückhauptmannes und Zeugwartes Anton Ospel umgebaut. Dabei wurde die schöne Attika mit zwei Skulpturen ("Beharrlichkeit und Stärke") von Lorenzo Mattielli über dem Portal geschaffen. Die beiden Figuren, welche eine vergoldete Weltkugel tragen, prägen den Gesamteindruck des Gebäudes. Während die Feuerwehr anfangs nur Teile des Gebäudes nutzte, wurde es durch den wachsenden Personalstand bald notwendig, weitere Flächen zu nutzen. So wurden der Feuerwehr im Jahr 1884 bei der Trennung vom Stadtbauamt beide Häuser gänzlich überlassen.

Erster Weltkrieg und danach

Trotz wiederholter Umbauten waren die Gebäude 9 und 10 in den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg wieder zu klein geworden. Im Jahre 1935 wurde deshalb von der Gemeinde Wien das Haus Am Hof 7 angekauft und der Feuerwehr zur Verfügung gestellt. Es trägt den Namen Märklein’sches Haus, wurde in den Jahren 1727 bis 1730 nach Entwürfen von Johann Lucas von Hildebrandt erbaut und zählt zu den schönsten Barockgebäuden der Wiener Innenstadt.

Das Haus Am Hof 9 wurde während des Zweiten Weltkrieges, am 10. September 1944 und am 12. März 1945, durch Sprengbomben zerstört. Über einen längeren Zeitraum musste deshalb das Feuerwehrkommando an die Adresse Judenplatz 6 im 1. Bezirk übersiedeln. In den Jahren 1953 bis 1955 wurde das Gebäude nach Plänen von DI Erich Leischner wieder aufgebaut. Seit der Eröffnung am 17. März 1956 ist hier die erste und im Haus 7 die zweite Löschbereitschaft untergebracht.

Schauraum

Beim Aushub des Fundamentes für den Neubau des Hauses 9 stieß man auf Mauerreste des Kastells Vindobona aus der Römerzeit sowie auf ein Stück des Hauptkanals aus dieser Zeit. Von diesem Kanal, welcher der XIII. Römischen Legion zuzuordnen ist, konnten ungefähr fünf Meter erhalten werden. Unter der Leitung des Historischen Museums der Stadt Wien wurde ein Schauraum eingerichtet, in dem diese Teile besichtigt werden können.

Außenfassade

Mit großem Aufwand wurden die drei Gebäude saniert. Sie bieten der Berufsfeuerwehr nun ein modernes Zentrum am Ort ihres Ursprunges im Herzen von Wien. Sehenswert ist an der Außenseite des Gebäudes Am Hof 9 der auf einer Konsole in Höhe des ersten Stockes stehende, in Stein gehauene Engel. Er befand sich früher bei einer Kaserne am Salzgries und steht seit 1886 bei der Feuerwehr Am Hof. Ebenso erwähnenswert ist die Gedenktafel gegen die faschistische Gewaltherrschaft neben dem Eingang zum Haus Am Hof 10. Sie wurde im Jahr 1947 von der Feuerwehr gestiftet. Ein Wappen der Stadt Wien in Höhe des dritten Stockes weist auf die Bestimmung des Gebäudes als offizielles Amtsgebäude der Stadt Wien hin.

Zugswache Landstraße

Auf der Wache in der Baumgasse 89 sind zwei Löschgruppenfahrzeuge und zahlreiche Sonderfahrzeuge wie ein Kranfahrzeug, ein Abschleppfahrzeug-Lkw und mehrere Wechselaufbauten stationiert.

Die Zugswache liegt für die hier stationierten Sonderfahrzeuge einsatztaktisch äußerst günstig. Durch die Nähe der Stadtautobahn Südosttangente A23 können auch andere Bezirke rasch erreicht werden. Der L-förmige Bau der Wache besteht aus dem zweigeschossigen Mannschaftstrakt, einer Fahrzeughalle und dem daran anschließenden 13 Meter hohen Übungsturm.

Geschichte

Mit dem Bau der Zugswache Landstraße wurde am 6. Juni 1977 nach Plänen von Architekt DI Paul Artmann auf einer Fläche von 7.680 Quadratmetern begonnen. Am 12. September 1980 konnte die neue Feuerwache unter Bürgermeister Leopold Gratz durch Stadtrat Peter Schieder eröffnet und in Dienst gestellt werden.

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