Schulen für die wachsende Stadt

Durch innovative Lösungen im Bildungsbau stellt sich die Stadt Wien den kommenden Herausforderungen.

Außenansicht eines modernen Schulgebäudes

Derzeit besuchen rund 112.000 Schülerinnen und Schüler die rund 380 öffentlichen Pflichtschulen der Stadt Wien. In Zukunft wird noch weit mehr Platz im Bereich der sozialen Infrastruktur nötig sein, um allen Kindern und Jugendlichen einen erfolgreichen Bildungsweg garantieren zu können.

Die Bevölkerung der Stadt Wien wird laut aktuellen Prognosen auch in den kommenden Jahren dynamisch wachsen. Im Jahr 2025 werden in Wien rund zwei Millionen Menschen leben. Um allen Kindern und Jugendlichen gute Zukunftschancen zu ermöglichen, ist eine umfassende und qualitativ hochwertige Bildung sowie Betreuung von größter Wichtigkeit. Voraussetzung dafür ist unter anderem eine zeitgemäße und flexible Infrastruktur.

Bedarfsorientierter Schulbau

Für eine bedarfsorientierte Planung im Bildungsbereich ist es notwendig, die zukünftige Entwicklung der Nachfrage abzuschätzen. Dafür benötigt es verlässliche Prognosedaten zur demografischen Entwicklung und tragfähige Annahmen zu qualitativen Veränderungen. Weiters braucht es Strukturen und Prozesse, die sicherstellen, dass die notwendigen Infrastrukturen zeitgerecht, im notwendigen Ausmaß und am richtigen Ort, in bester Qualität bereitgestellt werden können.

Alle vorliegenden Prognosen gehen von einem dynamischen Wachstum der Altersgruppe der 6- bis 13-jährigen Kinder bis zum Jahr 2025 aus. Für die Bildungsbedarfsplanung in Wien heißt das rund 100 zusätzliche Klassen pro Jahr zu schaffen, um den benötigten Schulraum für alle Wiener Pflichtschülerinnen und -schüler zur Verfügung zu stellen.

Bildungsinfrastrukturinitiative 2025

Die baulichen und räumlichen Problemlagen sind dabei vielfältig. Einerseits gilt es qualitative und quantitative Adaptierungen im Bestand vorzunehmen und andererseits in Abstimmung und Einklang mit der Wohnbauproduktion auch neue Standorte zu entwickeln. Vor diesem Hintergrund baut die Wiener Bildungsinfrastrukturinitiative auf unterschiedlichen Säulen auf.

Bildungseinrichtungen-Neubauprogramm 2012 bis 2023

Ein wesentlicher Baustein zur Bewältigung des zusätzlichen Bedarfs an Bildungsinfrastruktur ist das "Bildungseinrichtungen-Neubauprogramm". Schwerpunkt ist die Umsetzung des "Campus plus"-Konzeptes, wofür Investitionen von insgesamt 700 Millionen Euro vorgesehen sind.

Das "Campus plus"-Konzept

Das "Campus plus"-Konzept baut auf das bisher bewährte Wiener Campusmodell auf und sieht eine noch stärkere Vernetzung von Kindergarten, Schule und Freizeit vor. Erreichen möchte man dies in erster Linie damit, dass jeweils vier Schulklassen und zwei Kindergartengruppen räumlich zu sogenannten Bildungsbereichen mit multifunktionalen Räumen zusammenrücken.

Zusätzlich beinhaltet dieses Modell auch eine enge Zusammenarbeit mit weiteren Bildungspartnern, wie Musikschulen der Stadt Wien, Einrichtungen des Breitensports sowie Jugendzentren.

"Campus plus" für gemeinsame Kindergärten und Schulen

Schulsanierungspakete I und II

Im Jahr 2006 wurde eine umfassende Analyse der Wiener Pflichtschulen vorgenommen und dabei der vorhandene Schulraum sowie die bauliche Substanz aus verschiedenen Perspektiven überprüft. Trotz laufender baulicher Anpassungen benötigten rund zwei Drittel der Schulen, die zwischen 1855 und 1991 errichtet wurden, substanzsichernde Maßnahmen. Im Jahr 2007 beschloss der Wiener Gemeinderat das Schulsanierungspaket 2008 bis 2017. Aufgrund des großen Erfolges wurde das Schulsanierungspaket bis 2022 verlängert.

2018 wurde im Gemeinderat das neue Schulsanierungspaket II mit weiteren 570 Millionen Euro beschlossen. Dieses wird parallel zum laufenden Paket gestartet, um eine Sanierungstätigkeit ohne Unterbrechungen sicherzustellen. Hierbei werden weniger Objekte umfassender saniert. Neu ist der Sonderfördertopf für Innovationsprojekte von 100 Millionen Euro.

Sanierungen von Schulen

Schulerweiterungen und Neubauten

Nicht nur in den großen Stadtentwicklungs- und -erweiterungsgebieten, auch in den innerstädtischen Bezirken entstehen viele neue Wohnungen. Darüber hinaus werden in den großen Flächenbezirken laufend kleinere und größere Wohnbauten errichtet, die Zusatzbedarf mit sich bringen. Die Zahl der Kinder im schulpflichtigen Alter nimmt hier zu und die Nachfrage nach Schulraum steigt damit. Mit den Schulerweiterungen wird auf diese oft kurzfristigen Entwicklungen, insbesondere in den städtischen Verdichtungsgebieten, reagiert. Ziel des Schulerweiterungsprogrammes ist es daher, durch ein möglichst standardisiertes, qualitativ hochwertiges Modell, an verschiedenen Schulstandorten rasch und flexibel zusätzlichen Schulraum zu schaffen.

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Wiener Schulen (Magistratsabteilung 56)
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