"Campus plus" für gemeinsame Kindergärten und Schulen

Beim Bau von Bildungseinrichtungen geht das Wiener Campusmodell neue Wege. Nach 5 Campus-Standorten werden alle weiteren Projekte als "Campus plus" umgesetzt.

Spielplatz vor dem Gebäude des Bildungscampus Attemsgasse

Die Erweiterung des Konzepts Campus zum "Campus plus" ermöglicht dem Kindergarten und der Schule, unter einem gemeinsamen Dach von Anfang an den pädagogischen Betrieb und die Freizeitgestaltung miteinander zu verschränken.

Umsetzung

Alle bis 2023 geplanten Campus-Standorte werden nach dem "Campus plus"-Konzept umgesetzt. Im September 2017 ging als erster "Campus plus" der Bildungscampus Friedrich Fexer in der Donaustadt in Betrieb. 2019 folgte der "Campus plus" Berresgasse.

7 weitere "Campus plus"-Standorte befinden sich derzeit in der Planungs- beziehungsweise Umsetzungsphase.

Schulklassen und Kindergartengruppen rücken zusammen

Beim "Campus plus"-Konzept rücken jeweils 4 Schulklassen und 2 Kindergartengruppen räumlich zusammen: Sie werden zu Bildungsbereichen, sogenannten Clustern, mit multifunktionalen Räumen zusammengefasst.

Die Kinder halten sich dabei nicht ausschließlich in ihrem Klassen- oder Gruppenraum auf, sondern können sich frei bewegen und beispielsweise selbstständig eine andere Gruppe besuchen oder das Angebot des multifunktionalen Bereiches nutzen. Des Weiteren soll in den Bildungsbereichen auch eine Sondergruppe beziehungsweise Sonderklasse (Vorschule, heilpädagogische Gruppe oder basale Klasse) Platz finden.

Kleinkinder und Kinder im Alter von bis zu 10 Jahren verbringen so den Tag miteinander. Ein "Campus plus" beherbergt im Regelfall bis zu 4 Bildungsbereiche, also insgesamt 21 Schulklassen und 12 Kindergartengruppen für insgesamt rund 700 Kinder.

Architektonische Besonderheiten

Bereits im Bildungscampus Sonnwendviertel, der noch nach dem Wiener Campusmodell umgesetzt wurde, gibt es mit sogenannten "Marktplätzen" die Möglichkeit, Flächen gemeinsam zu nutzen. Das "Campus plus"-Konzept geht noch weiter: Jeder "Campus plus" vereint gemeinsame zentrale pädagogische Sport-, Kreativ-, Therapie- und Verwaltungsbereiche sowie 4 altersübergreifende Bildungsbereiche mit Kindergartengruppen und Schulklassen.

Alle Bildungsbereiche werden möglichst offen und transparent gestaltet. Verbindungen der Räume sowie Sichtverbindungen sollen die Zusammenarbeit der Gruppen untereinander gezielt fördern. Das Raumangebot muss verschiedenste Arten des Lernens in kleinen und größeren Gruppen, Rückzugsmöglichkeiten sowie Freizeitgestaltung ermöglichen. Darüber hinaus sollen die Kinder und Jugendlichen die Mahlzeiten in einer Bildungseinheit gemeinsam einnehmen können. Fix eingeplant ist auch ein eigener Teamraum für PädagogInnen- und Elterngespräche.

Einbindung von Musik, Sport und Jugendzentren

Eine zusätzliche Neuerung beim "Campus plus"-Modell ist die sogenannte Stadtteilfunktion, um externe Bildungspartnerinnen und -partner verstärkt in die Freizeitgestaltung beziehungsweise Nachmittagsbetreuung einzubinden. Vor allem die Musikschulen der Stadt Wien, Breitensport-Anbieter sowie Jugendzentren werden in die neuen Campus-Standorte integriert. Sie sollen mit ihren Angeboten auch Anrainerinnen und Anrainern offenstehen. Mehrfachnutzungen sollen in möglichst vielen Bereichen umgesetzt werden. Damit übernimmt der "Campus plus" eine verbindende Funktion innerhalb eines Stadtteiles.

"Mini-Campus" in Wohnbauten

Neben den großen Campus-Standorten soll es künftig auch eigenständige "Mini-Campus"-Angebote in Erdgeschosszonen von Wohnhäusern geben. Dabei werden 2 Bildungsbereiche als eigener "Mini-Campus"-Standort geführt. Der Vorteil dabei ist, dass freistehende Flächen in der ganzen Stadt besser genutzt und der lokale Bedarf noch genauer abgedeckt wird. Erste "Mini-Campus"-Standorte sind in Überlegung beziehungsweise in Vorbereitung.

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