Projekt Verkehrslage Wien

Das Wissen um die Verkehrslage im städtischen Hauptstraßennetz ist aufgrund des zunehmenden Individual- und Wirtschaftsverkehrs eine wichtige Grundlage des Verkehrsmanagements und der Verkehrsplanung.

Motorradfahrer und Autofahrer an Straßenkreuzung - Detailansicht

Stationäre Messsysteme

Zur Erfassung des Straßenverkehrs werden stationäre Sensoren eingesetzt. Diese zählen die an der Messstelle vorbeifahrenden Fahrzeuge und messen deren aktuelle Geschwindigkeit. Lokale Störungen können über die gemessenen Geschwindigkeiten und die Fahrzeuganzahl im Umfeld des Sensors gut aufgelöst werden.

Schwieriger ist es, die Fahrzeiten zwischen einem vorgegebenen Start- und Zielpunkt exakt zu bestimmen. Dazu muss eine große Anzahl stationärer Sensoren im Stadtgebiet betrieben werden. Dabei fallen sehr hohe Investitions- und Erhaltungskosten an.

Floating Car Data (FCD)

Zur Ergänzung der stationären Messsysteme kommt seit einigen Jahren eine Technologie zum Einsatz, die unter der Bezeichnung "Floating Car Data" (FCD) bekannt ist. Dabei werden Positionsdaten von im Verkehr "mitschwimmenden" Fahrzeugen aufgezeichnet. Sie werden für die Ermittlung der Geschwindigkeit verwendet. Steht für solche Messungen eine hinreichend große Anzahl von FCD-Meldefahrzeugen zur Verfügung, können die Verkehrslage und die Fahrgeschwindigkeiten auf den einzelnen Straßenabschnitten sehr genau ermittelt werden.

Projektgeschichte

Von September 2003 bis Mai 2006 führten die Abteilung Verkehrsorganisation und technische Verkehrsangelegenheiten (MA 46), das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR, Berlin) und die Wiener Taxizentrale WIHUP ein gemeinsames Forschungsprojekt zur Verkehrslageermittlung auf Basis von FCD durch.

Im Mai 2006 starteten die MA 46, das Österreichische Forschungs- und Prüfzentrum Arsenal (arsenal research) und die Wiener Taxizentrale 31300 ein gemeinsames Forschungsprojekt zur Verkehrsermittlung auf Basis von FCD. Dabei wurden die anonymisierten GPS-Positionsdaten von Taxis zur Erstellung eines Verkehrslagebildes genutzt.

Mitte 2007 wurden die beiden anderen Wiener Funktaxiflotten Taxi 40100 und Taxi 60160 in das Projekt einbezogen. Dadurch konnte die Datenqualität erheblich verbessert werden.

Seit September 2008 erfolgt die Ermittlung des Verkehrslagebildes durch die Firma ITS - Vienna Region.

Projektstatus

Das Verkehrslagebild stellt die aktuellen Fahrgeschwindigkeiten auf dem höheren Straßennetz in Wien (Bundesstraßen A und S, Hauptstraßen A und B) dar. Die Fahrgeschwindigkeiten sind in drei Kategorien klassifiziert. Das Verkehrslagebild gibt zuätzlich Auskunft über die aktuelle Verkehrsqualität.

Derzeit liefern circa 2.100 Taxis laufend verwertbare GPS-Positionsdaten. Die Aktualisierung erfolgt alle 15 Minuten. Auf Routen, wo üblicherweise viele Taxis fahren, können aktuelle Fahrzeiten mit hoher Qualität errechnet werden.

Die aktuelle Verkehrslagedarstellung erfolgt in Form einer thematischen Verkehrskarte. In ihr sind beispielsweise gestaute Straßenabschnitte in Rot gekennzeichnet. Zusätzlich werden die Fahrzeiten auf elf vordefinierten Routen in Echtzeit überwacht. Die Fahrzeiten werden mit den historisch ermittelten freien Fahrzeiten (Fahrzeiten bei freiem Verkehr) auf diesen Routen verglichen.

Die Ergänzung der Taxidaten für Straßen, in denen in den letzten 15 Minuten keine Taxis unterwegs waren, und die Validierung der Verkehrsstärken erfolgt seit Herbst 2008 mit den Ergebnissen der Wiener stationären Sensoren.

Ihre Meinung zum Projekt

Die Abteilung Verkehrsorganisation und technische Verkehrsangelegenheiten (MA 46) interessiert Ihre Meinung zum Pilotprojekt Floating Car Data (FCD). Mailen Sie uns Ihre Erfahrungen, um diesen Service kundenfreundlicher gestalten zu können.

Verantwortlich für diese Seite:
Verkehrsorganisation und technische Verkehrsangelegenheiten (Magistratsabteilung 46)
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