Fassadenbegrünung - Gute Gründe für grüne Wände

Begrünte Hauswände haben viele Vorteile. Beratung und Tipps dazu gibt es von den Expertinnen und Experten der Stadt.

Video: Stadt Wien fördert Fassadenbegrünungen

Fassadenbegrünungen sind nicht nur optisch ansprechend und bringen Grün in die Stadt, sie sind auch ökologisch sinnvoll und eröffnen der modernen Architektur neue und attraktive Gestaltungsmöglichkeiten.


  • Grüne Wände können einen Beitrag zur Lebensqualität in Großstädten leisten. Begrünte Fassaden mindern die Folgen der zunehmenden baulichen Verdichtung und des Klimawandels.
  • Begrünte Fassaden bieten Lebensräume für Tiere in der Stadt.
  • Fassadenbegrünungen beeinflussen das Kleinklima aufgrund der beschattenden Wirkung und Verdunstung positiv. Sie besitzen somit die Funktion einer lokalen "naturnahen Klimaanlage". Dieser Effekt ist um so größer, je mehr Gebäude eines Gebietes begrünt werden.
  • Schädliche Luftinhaltsstoffe und Staub werden vom dichten Laub einer Fassadenbegrünung festgehalten. Zusammen mit ihrer Verdunstungsleistung stellen Grünfassaden eine naturnahe Luftreinigungsanlage mit sehr geringem Platzbedarf dar, sie produzieren noch dazu Sauerstoff und binden CO2.
  • Dauergrüne Rankpflanzen können im Winter einen Isolationseffekt besitzen und Heizkosten sparen. Gleichzeitig mindern Wandbegrünungen im Sommer die Kühllasten, indem sie die begrünten Wandbereiche vor einem starken Aufheizen bewahren.
  • Eine durchdacht angelegte Pflanzenhülle ist ein natürlicher Schutzschild gegen Schlagregen und UV-Strahlung und erhöht dadurch die Lebensdauer einer Fassade.
  • Fassadenbegrünung stellt eine gestalterische und ästhetische Aufwertung der Bausubstanz dar. Die Attraktivität von Gebäuden kann durch Wandgrün maßgeblich gesteigert werden.
  • Begrünte Fassaden beleben und attraktivieren den öffentlichen Straßenraum, erhöhen die Lebens- und Aufenthaltsqualität in Stadtquartieren, was sich wiederum positiv auf die Attraktivität für Fußgänger, auf die Lokalszene, das Nahversorgungsangebot und vieles mehr auswirkt.

Arten von Fassadenbegrünungen

Fassadenbegrünung mit einer Mauerkatze (Veitschii) an einem Bürogebäude

Fassadenbegrünung mit einer Mauerkatze (Veitschii) an einem Bürogebäude

Grundsätzliche wird zwischen bodengebundener Bepflanzung und fassadengebundener Bepflanzung unterschieden. Neben de altbekannten Efeu- und Veitchii-Wänden gibt es mittlerweile eine große Vielfalt neuer Techniken zur Fassadenbegrünung:


Bodengebundene Bepflanzung

Fassadenbegrünung mit Glyzinien auf einem Rankgerüst

Fassadenbegrünung mit Glyzinien auf einem Rankgerüst

Selbstklimmer wie zum Beispiel die dreilappige Jungfernrebe ("Wilder Wein") können sich mit Haftfüßchen sogar an glatten Oberflächen festhalten. So sind einfache Fassadenbegrünungen möglich, die kaum bauliche Maßnahmen erfordern. Auch Wurzelkletterer wie der Efeu kommen, vorausgesetzt die Fassaden sind rau genug, ohne Kletterhilfe aus.

Die Begrünung mit selbstklimmenden Kletterpflanzen erfordert gegebenenfalls Bewässerung und gelegentlichem Schnitt, um die Größe einzugrenzen und wuchernden Ausläufern von zum Beispiel Tür-, Fenster- und Lüftungsbereichen fernzuhalten.

Ranker (zum Beispiel Wein und Clematis), Schlinger (zum Beispiel Glyzinie und Kiwis) und Spreizklimmer (zum Beispiel Rose und Winterjasmin) besitzen keine ausreichenden Haftorgane um an Bauwerken hochklettern zu können. Sie benötigen Kletterhilfen (zum Beispiel aus gespanntem Draht oder festen Gittern). Je nach Fassadentyp und Größe beziehungsweise Gewicht der Kletterpflanzen müssen die Rankhilfen dimensioniert und verankert werden. Vorteil dieser Begrünungsart ist, dass die zu begrünenden Bereiche gezielt festgelegt werden können.

Durch Rankhilfen wird nicht nur die Gebäudefassade von Haft- und Rankwurzeln freigehalten, sondern auch die Rankrichtung vorgegeben. Grundsätzlich sollten solche Konstruktionen robust, wetterfest, wartungsfrei und vor allem stabil sein.

Fassadengebundene Bepflanzung

Fassadenbegrünung nach dem System von Patrick Blanc

Fassadenbegrünung nach dem System von Patrick Blanc

Pflanzen, die vom Boden aus wachsen, haben eine begrenzte Wachstumshöhe. Um auch Grünfassaden in höheren Bereichen der Fassade realisieren zu können, beziehungsweise dort, wo kein bepflanzbarer Boden darunter vorhanden ist, bietet sich das gleichmäßige Verteilen von Pflanztrögen über die gesamte Fassade an. Hier haben sich vorgehängte hinterlüftete Systemwände auf dem Markt etabliert, die als Fassadenbekleidung (aber auch in Innenräumen) eingesetzt werden können. Produktnamen wie Klimaschutzfassade, Vertical Garden, Living Wall, Plantwall oder Wonderwall bezeichnen in die Vertikale gekippte Pflanzbeete. Die Pflanzen wachsen also nicht nach oben, sondern horizontal aus der Wand heraus.

Die Fassade bietet mehr oder weniger von Beginn an einen durchgängigen grünen Pflanzenteppich.

Der Errichtungs- und Instandhaltungsaufwand ist allerdings deutlich höher als bei bodengebundener Bepflanzung.


Videos zu Fassadenbegrünung

Fotowettbewerb "Schönste begrünte Fassaden Wiens" - Bildergalerie

Bildergalerie - Eine Auswahl der eingesendeten Fotos zum Fotowettbewerb 2013

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