Fassadenbegrünung - Förderung, Beratung und Vorteile

Begrünte Hauswände haben viele Vorteile. Beratung und Tipps dazu gibt es von den Expertinnen und Experten der Stadt.

Die Wiener Umweltschutzabteilung (MA 22) fördert Fassadenbegrünungen bis zu einer Höhe von maximal 5.200 Euro:

Kostenlose Erstberatung

Fassadenbegrünung mit einer Mauerkatze (Veitschii) an einem Bürogebäude

Fassadenbegrünung mit einer Mauerkatze (Veitschii) an einem Bürogebäude

Im Auftrag der Stadt Wien stellt DIE UMWELTBERATUNG ein Informationsservice zum Thema zur Verfügung. Die 1. Beratungsstunde ist kostenlos. Die Kosten für 2 weitere Beratungsstunden werden im Rahmen der Förderung zu 100 Prozent rückerstattet, wenn die Begrünung tatsächlich gefördert umgesetzt wird.

Erstberatung: Gebäudebegrünung in Wien - DIE UMWELTBERATUNG


Auch Planungsbüros sowie die ganzheitliche Kompetenzstelle für Bauwerksbegrünung GRÜNSTATTGRAU unterstützen bei Planungen.

Checkliste und Leitfaden

Welche Genehmigungen für Fassadenbegrünungen erforderlich sein können, kann auf einer Checkliste für Fassadenbegrünungen nachgelesen werden:

Der Leitfaden enthält Informationen über verschiedene Fassadenbegrünungssysteme, deren ökologische und technische Funktionen und gestalterische Möglichkeiten:

Gute Gründe für grüne Wände

Fassadenbegrünungen sind nicht nur optisch ansprechend und bringen Grün in die Stadt, sie sind auch ökologisch sinnvoll:

  • Begrünte Fassaden bieten Lebensräume für Tiere in der Stadt.
  • Im Winter können dauergrüne Rankpflanzen Heizkosten sparen, da sie wie eine Isolierung wirken. Im Sommer schützen Wandbegrünungen die Fassade vor dem Aufheizen.
  • Fassadenbegrünungen beeinflussen das Kleinklima aufgrund der beschattenden Wirkung und Verdunstung positiv. Sie haben somit die Funktion einer lokalen "naturnahen Klimaanlage". Dieser Effekt ist umso größer, je mehr Gebäude eines Gebietes begrünt werden.
  • Schädliche Luftinhaltsstoffe und Staub werden vom dichten Laub einer Fassadenbegrünung festgehalten. Zusammen mit ihrer Verdunstungsleistung stellen Grünfassaden eine naturnahe Luftreinigungsanlage mit sehr geringem Platzbedarf dar, sie produzieren noch dazu Sauerstoff und binden CO2.
  • Eine durchdacht angelegte Pflanzenhülle ist ein natürlicher Schutzschild gegen Schlagregen und UV-Strahlung und erhöht dadurch die Lebensdauer einer Fassade.
  • Fassadenbegrünung stellt eine gestalterische und ästhetische Aufwertung der Bausubstanz dar. Die Attraktivität von Gebäuden kann durch Wandgrün maßgeblich gesteigert werden.
  • Begrünte Fassaden beleben und attraktivieren den öffentlichen Straßenraum. Sie erhöhen die Lebens- und Aufenthaltsqualität in Stadtquartieren, was sich wiederum positiv auf die Attraktivität für Fußgänger, auf die Lokalszene, das Nahversorgungsangebot und vieles mehr auswirkt.

Arten von Fassadenbegrünungen

Grundsätzlich wird zwischen bodengebundener Bepflanzung und fassadengebundener Bepflanzung unterschieden. Neben den altbekannten Efeu- und Veitchii-Wänden gibt es mittlerweile eine große Vielfalt neuer Techniken zur Fassadenbegrünung:


Bodengebundene Bepflanzung

Selbstklimmer wie zum Beispiel die dreilappige Jungfernrebe ("Wilder Wein") können sich mit Haftfüßchen sogar an glatten Oberflächen festhalten. So sind einfache Fassadenbegrünungen möglich, die kaum bauliche Maßnahmen erfordern. Auch Wurzelkletterer wie der Efeu kommen, vorausgesetzt die Fassaden sind rau genug, ohne Kletterhilfe aus.

Die Begrünung mit selbstklimmenden Kletterpflanzen erfordert gegebenenfalls Bewässerung und gelegentlichen Schnitt, um die Größe einzugrenzen und wuchernden Ausläufern von zum Beispiel Tür-, Fenster- und Lüftungsbereichen fernzuhalten.

Fassadenbegrünung mit Glyzinien auf einem Rankgerüst

Fassadenbegrünung mit Glyzinien auf einem Rankgerüst

Ranker (zum Beispiel Wein und Clematis), Schlinger (zum Beispiel Glyzinie und Kiwis) und Spreizklimmer (zum Beispiel Rose und Winterjasmin) besitzen keine ausreichenden Haftorgane um an Bauwerken hochklettern zu können. Sie benötigen Kletterhilfen (zum Beispiel aus gespanntem Draht oder festen Gittern). Je nach Fassadentyp und Größe beziehungsweise Gewicht der Kletterpflanzen müssen die Rankhilfen dimensioniert und verankert werden. Vorteil dieser Begrünungsart ist, dass die zu begrünenden Bereiche gezielt festgelegt werden können.

Durch Rankhilfen wird nicht nur die Gebäudefassade von Haft- und Rankwurzeln freigehalten, sondern auch die Rankrichtung vorgegeben. Grundsätzlich sollten solche Konstruktionen robust, wetterfest, wartungsfrei und vor allem stabil sein.

Fassadengebundene Bepflanzung

Fassadenbegrünung nach dem System von Patrick Blanc

Fassadenbegrünung nach dem System von Patrick Blanc

Pflanzen, die vom Boden aus wachsen, haben eine begrenzte Wachstumshöhe. Um auch Grünfassaden in höheren Bereichen der Fassade realisieren zu können, beziehungsweise dort, wo kein bepflanzbarer Boden darunter vorhanden ist, bietet sich das gleichmäßige Verteilen von Pflanztrögen über die gesamte Fassade an. Hier haben sich vorgehängte hinterlüftete Systemwände auf dem Markt etabliert, die als Fassadenbekleidung (aber auch in Innenräumen) eingesetzt werden können. Produktnamen wie Klimaschutzfassade, Vertical Garden, Living Wall, Plantwall oder Wonderwall bezeichnen in die Vertikale gekippte Pflanzbeete. Die Pflanzen wachsen also nicht nach oben, sondern horizontal aus der Wand heraus.

Die Fassade bietet mehr oder weniger von Beginn an einen durchgängigen grünen Pflanzenteppich.

Der Errichtungs- und Instandhaltungsaufwand ist allerdings deutlich höher als bei bodengebundener Bepflanzung.


Best-Practice-Beispiele

Verantwortlich für diese Seite:
Stadt Wien | Umweltschutz
Kontaktformular