Renaturierung und verbesserter Hochwasserschutz für 2. Hälfte des Liesingbachs

  • Infocenter B.A.C.H.L. zur Renaturierung des Liesingbachs
  • Seit 2020 wird die 2. Hälfte des Liesingbaches zwischen Kaiser-Franz-Josef-Straße und Großmarktstraße renaturiert. Die Länge des Abschnitts beträgt 9,2 Kilometer.
  • Bis Ende 2027 wird das Großprojekt "Integrativer Hochwasserschutz Liesingbach" an insgesamt 6 Bauteilen abgewickelt.
  • Die Neugestaltung des Uferbereichs am Liesingbach bringt mehr Grünraum für Besucher*innen sowie für die Tiere und Pflanzen.
  • Auch der Hochwasserschutz am Liesingbach wird verbessert. Mittels wasserbaulicher Umbauten wird im Projektgebiet und bei den Rückhaltebecken der Hochwasserschutz auf den neuesten Stand der Technik gebracht.
Neugestaltetes Flussufer

Das erste kleine Teilstück wurde im April 2021 abgeschlossen.

Auf 18,4 Kilometer fließt der Liesingbach durch das Wiener Stadtgebiet, die erste Hälfte wurde bereits schrittweise ab 1997 renaturiert. Seit 2020 wird die 2. Hälfte auf dem insgesamt 9,2 Kilometer langen Abschnitt zwischen Kaiser-Franz-Josef-Straße und Großmarktstraße umgestaltet.

Im April 2021 wurde nach 6-monatiger Bauzeit das erste kleine Teilstück (projekttechnisch Bauteil 4) zwischen Karl-Sarg-Gasse beim Liesinger Platz und Rudolf-Waisenhorn-Gasse im 23. Bezirk abgeschlossen.


Ab November 2022: Bauarbeiten an 3 Kilometer langem Teilstück

Mit dem Start der Bauarbeiten am Bauteil 1 geht die Umgestaltung des Liesingbaches in die nächste Bauphase. Bauteil 1 liegt zwischen Großmarktstraße und Gutheil-Schoder-Gasse und ist circa 3 Kilometer lang.

Die Bauarbeiten starten beim Islamischen Friedhof bei der Großmarktstraße, von dort geht es Stück für Stück bachaufwärts. Bis zum Herbst 2025 soll die Umgestaltung des Liesingbaches an diesem Teilstück abgeschlossen sein. Die Bauarbeiten werden möglichst umwelt- und klimaschonend durchgeführt.

Stück für Stück wird die bestehende harte Pflasterung aufgebrochen, die Steine vor Ort zerkleinert und danach wieder ins Flussbett eingebaut. Danach werden die Ufer abgeflacht, natürliches Sediment eingebracht, Steine und Wurzelstöcke versetzt und Weidenstecklinge in den Uferbereichen gepflanzt.

Im Bachlauf werden kleine Buchten und Flachwasserbereiche geschaffen - ideale Lebensräume für Jungfische, Insektenlarven und andere wassergebundene Lebewesen. Im gesamten Abschnitt werden rund 200 neue Bäume und viele Sträucher gepflanzt, darunter Ahorn, Ulmen, Linden, Weißdorn oder Traubenkirsche.

Gewinn für Mensch und Natur

Neugestaltetes Flussufer

Einer der ersten fertiggestellten Abschnitte

Für die Anrainer*innen des Liesingbaches bedeutet das Vorhaben einen Zugewinn an Grünraum am Wasser. Neue Bäume werden Schatten spenden, Tiere und Pflanzen werden sich ansiedeln, die Uferbereiche werden neugestaltet sein und damit für die Spaziergänger*innen, Läufer*innen und Radfahrer*innen mehr Lebensqualität bringen.

Zusätzliches Kanalsystem

Zur Verbesserung der Gewässergüte errichtet Wien Kanal auf dieser Strecke einen zusätzlichen Regenwasserkanal im Bachbett. Damit können Verunreinigungen aus dem bestehenden Regenwassersystem vom Bach ferngehalten werden.

Die Arbeiten von Wien Kanal für das Speicherbecken Gelbe Haide in Inzersdorf wurden 2020 abgeschlossen.

Bauarbeiten im Detail

  • Die bestehende Steinpflasterung des Bachbettes wird aufgebrochen, danach erfolgen die Kanalbauarbeiten.
  • Besonders umweltschonend: Die alten Pflastersteine werden vor Ort zerkleinert. Dieses Material wird zwischengelagert und später als Unterlage für die Sohle des Liesingbaches eingebracht. Dieses Recycling verhindert den aufwändigen Abtransport der Steine und die damit verbundenen Lkw-Fahrten.
  • Danach werden Schotter und natürliches Sohlsubstrat in das Flussbett eingebracht.
  • Zur Sohl- und Ufersicherung kommen auch ingenieurbiologische Bauweisen zur Anwendung, die auch die Strukturen im Gewässer verbessern. Herzstück dieser Arbeiten ist zum Beispiel die Einbringung von Faschinen, um die Uferbereiche auf natürliche Art zu festigen. Dabei werden Weidenrutenbündel von einigen Metern Länge in den Uferbereichen eingebracht.
  • Aus Klimaschutzgründen und zur Schonung der Umwelt werden die Fahrwege während der Bautätigkeiten kurzgehalten. Das kommt auch den Anrainer*innen am Liesingbach zugute.

Bauabschnitte

Die Bauarbeiten werden schrittweise an Teilabschnitten, sogenannten Bauteilen, durchgeführt. Gestartet wurde mit Bauteil 4. Im November 2022 erfolgte der Startschuss für Bauteil 1. Im Anschluss folgen die Bauabschnitte 2, 3 und 5.

  • Bauteil 1: Großmarktstraße bis Gutheil-Schoder-Gasse mit 3 Kilometern Länge (November 2022 bis Herbst 2025)
  • Bauteil 2: Atzgersdorfer Platz bis Gutheil-Schoder-Gasse (2024 bis 2027)
  • Bauteil 3: Rudolf-Waisenhorn-Gasse bis Atzgersdorfer Platz (2024 bis 2027)
  • Bauteil 4: Karl-Sarg-Gasse beim Liesinger Platz bis Rudolf-Waisenhorn-Gasse (Baustart war im Oktober 2020, Fertigstellung war im April 2021)
  • Bauteil 5: Kaiser-Franz-Josef-Straße bis Liesinger Platz (2024 bis 2027)
  • Bauteil 6 betrifft das Speicherbecken Gelbe Haide (Fertigstellung war im Herbst 2020)

Die Gesamtkosten des Großprojekts inklusive Bau des Speicherbeckens Gelbe Haide belaufen sich auf circa 85 Millionen Euro. Der Anteil der Abteilung Wiener Gewässer (MA 45) für die wasserbaulichen Arbeiten beträgt circa 27 Millionen Euro, der Anteil von Wien Kanal für die Kanalarbeiten beträgt 58 Millionen Euro. Das Projekt Integrativer Hochwasserschutz Liesingbach wird vom Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Regionen und Wasserwirtschaft mit rund 16 Millionen Euro gefördert.

Renaturierung 1997 bis 2016

In den Jahren 1997 bis 2016 wurden 9,2 Kilometer naturnah ausgestaltet. Das ist die Hälfte der Strecke des Liesingbaches, die durch Wien führt. Die wasserbaulichen und ökologischen Maßnahmen wurden von der Abteilung Wiener Gewässer, die kanaltechnischen Arbeiten von Wien Kanal durchgeführt.

Fertiggestellte Abschnitte

EU-Projekt LIFE EnCAM

Das EU-Projekt LIFE EnCAM setzt im Rahmen der Renaturierungsmaßnahmen am Liesingbach zusätzliche klimaschonende Maßnahmen. Diese betreffen nicht nur die Bauarbeiten am Liesingbach selbst, sondern bereits das Planungsprozedere zuvor. Der Fokus liegt dabei auf der Verringerung der Umweltbelastung durch Baustellen und die damit einhergehende Reduktion von CO2-Emmissionen.


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