Schafe als Rasenmäher auf der Donauinsel

  • 70 Schafe grasten von Mai bis Mitte November 2020 als umweltschonende Rasenmäher im Norden der Donauinsel auf verschiedenen Wiesenflächen.
  • 2020 haben die Schafe 14 Hektar Wiesenfläche abgegrast. Das entspricht einer Fläche von rund 20 Fußballfeldern.
  • Mitte November wurden die Schafe in ihr Winterquartier in Lassee/Niederösterreich gebracht. Im Frühjahr 2021 kommen sie wieder auf die Donauinsel.
  • 2019 wurden erstmals 50 Schafe auf der Donauinsel eingesetzt.
  • Der Einsatz der Schafe ist ein Pilotprojekt im Rahmen des EU-Projekts LIFE DICCA.
Schafe auf einer Wiese

70 Schafe wurden von Mai bis Mitte November 2020 als nachhaltige, umweltschonende Rasenmäher am nördlichsten Punkt der Donauinsel eingesetzt. Dieser Bereich ist naturbelassen und wird nicht intensiv genutzt.

Die Schafe gehören dem Betrieb WUK bio.pflanzen und werden von der Stadt Wien "gemietet". Unter Aufsicht eines Schäfers ersetzen sie die maschinelle Wiesenmahd im Norden der Donauinsel.

Umwelt-Stadträtin Ulli Sima bei den Schafen

Die Schafe werden durch einen mobilen, hüfthohen elektrischen Weidezaun geschützt, den man beliebig verlegen kann. Nach jeweils rund einer Woche ist ein Teilstück abgegrast und die Herde wird auf eine andere Fläche umgesiedelt.

2020 haben die Schafe bereits eine Fläche von 14 Hektar abgegrast. Das entspricht einer Fläche von rund 20 Fußballfeldern. Aufgrund des feuchten Sommers waren die Wiesen die ganze Saison hindurch grün und saftig. Daher konnten die Schafe, im Unterschied zu 2019, sogar bis Mitte November 2020 auf der Donauinsel bleiben.

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Vorteile der Schafbeweidung

  • Erhöhung der Artenvielfalt und Vernetzung von Biotop-Flächen
    • Schafe lassen beim Grasen immer auch Pflanzen übrig. Dadurch entstehen Wiesen mit längeren oder kürzeren Pflanzen.
    • Kleinere Tiere, die sonst in schweren Mähmaschinen umkommen, werden geschützt.
  • Schafe stoßen keine Abgas-Schadstoffe aus und sind leiser als maschinelle Rasenmäher.

Monitoring

2019 wurde ein Monitoring gestartet. Es zeigt ein stark erhöhtes Aufkommen von Insektenarten wie Schmetterlingen, Fang- und Heuschrecken im Vergleich zu maschinell gemähten Wiesen. Das Monitoring der Schafbeweidung wird im Auftrag der Stadt Wien über die nächsten Jahre auf der Donauinsel durchgeführt.

Seltene Rasse

Bei den Schafen handelt es sich um das Krainer Steinschaf - eine alte, seltene Nutztierrasse. Krainer Steinschafe sind robust, stresstolerant und genügsam. Sie sind gute Futterverwerter, für trockene Gebiete bestens geeignet und kommen auch mit Hitze gut zurecht.

EU-Projekt LIFE DICCA

Der Einsatz der Schafe ist ein Testversuch im Rahmen des EU-Projekts LIFE DICCA der MA 45 und wird von einem Monitoring begleitet.

Logo des LIFE+ Programms der Europäischen Union: Das Wort "Life" in gelber Schrift, umringt von gelben Sternen

Die Projekte LIFE DICCA und LIFE EnCAM werden aus Mitteln des LIFE-Programms der Europäischen Union gefördert.

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