Rechte von Heimbewohnerinnen und -bewohnern

Als Bewohnerin oder Bewohner einer Wiener Pflegeeinrichtung haben Sie eine Vielzahl von BewohnerInnen-Rechten, die im Wiener Wohn- und Pflegeheimgesetz (§ 4), im sogenannten Heimvertragsgesetz (Konsumentenschutzgesetz (§§ 27b-i) und anderen Rechtsgrundlagen festgelegt sind. Diese Rechte tragen wesentlich zu Ihrer pflegerischen Versorgung und zum wirksam werden Ihrer Interessen bei.

Der Heimträger muss Ihnen die Wahrnehmung - unter Berücksichtigung pflegerischer und medizinischer Notwendigkeiten - ermöglichen.

Wiener Wohn- und Pflegeheimgesetz

Laut Wiener Wohn- und Pflegeheimgesetz haben Sie als Bewohnerin oder Bewohner ein Recht auf

  • Respektvolle, fachgerechte und an aktuellen Standards ausgerichtete Betreuung und Pflege einschließlich Organisation von Hilfsmitteln (wie etwa Rollstühle, Gehbehelfe) bei physischer Beeinträchtigung
  • Im Sinne freier Arztwahl, freier Therapiewahl und adäquater Schmerzbehandlung Recht auf ärztliche Versorgung durch jederzeitige Erreichbarkeit ärztlicher Hilfe entweder durch zur Verfügung stellen von Ärztinnen beziehungsweise Ärzten des Heimes oder durch Vermittlung von Ärzten oder Ärzten
  • Funktionserhaltende, funktionsfördernde und reintegrierende Maßnahmen entweder durch zur Verfügung stellen von Therapeutinnen beziehungsweise Therapeuten oder durch Vermittlung von Therapeutinnen beziehungsweise Therapeuten
  • Bedarfsgerechte Ernährung oder Diät sowie erforderlichenfalls auf Unterstützung bei der Nahrungsaufnahme
  • Ausreichende und kostenlose Flüssigkeitszufuhr
  • Recht auf Mahl- und Ruhezeiten, die den allgemein üblichen Lebensverhältnissen entsprechen
  • Namhaftmachung einer Vertrauensperson, die in wesentlichen, die Bewohnerin oder den Bewohner betreffenden Belangen zu verständigen ist
  • Recht auf Einsichtnahme in die Dokumentation nach § 17 und auf Ausfertigung von Kopien
  • Organisation der Tagesabläufe entsprechend den Bedürfnissen und Möglichkeiten der Bewohnerinnen und Bewohner
  • Höflichen Umgang, auf Anerkennung der Würde und Persönlichkeit
  • Berücksichtigung der spezifischen Anforderungen älterer Frauen und älterer Männer;
  • Berücksichtigung kultureller Bedürfnisse und religiöse Betreuung
  • Psychische Unterstützung
  • Wahrung der Privat- und Intimsphäre, auch in Mehrbettzimmern
  • Tragen privater Kleidung, sofern die Erbringung von Pflegeleistungen dem Tragen privater Kleidung nicht entgegensteht
  • Verwendung von im persönlichen Gebrauch stehenden Gegenständen, sofern es die Heimstruktur ermöglicht
  • Jederzeitige Kontaktaufnahme mit der Bewohnerservicestelle (bei Heimen für mehr als 50 Bewohner) und der Wiener Pflege-, Patientinnen- und Patientenanwaltschaft
  • Einbringung von Anregungen und Beschwerden bei der Bewohnerservicestelle (bei Heimen für mehr als 50 Bewohner)
  • Abhaltung von BewohnerInnen-Versammlungen und Wahlen von BewohnerInnen-Vertretern (bei Heimen ab 50 Personen)
  • Angemessenen Kontakt zur Außenwelt, insbesondere das Recht auf
    • Jederzeitigen Empfang von Besuchen unter Rücksichtnahme auf die anderen Bewohnerinnen und Bewohner sowie den Heimbetrieb
    • Zugang zu einem Telefon
    • Verteilung und Abfertigung der Postsendungen der Bewohnerinnen und Bewohner, wenn diese die Verteilung und Abfertigung der Postsendungen nicht selbst vornehmen können
    • Jederzeitigen Ausgang unter Rücksichtnahme auf die anderen Bewohner und den Heimbetrieb
    • Sterben in Würde

Heimvertragsgesetz

Das Heimvertragsgesetz bildet den gesetzlichen Rahmen für Qualitätssicherung und eine hohe Lebensqualität in Alten- und Pflegeheimen.

Betreiberinnen und Betreiber von Heimen müssen über die gebotenen Leistungen informieren. Die Verträge zwischen Heimen und Patientinnen beziehungsweise Patienten müssen bestimmten formalen Mindestanforderungen genügen.

Gesetzliche Grundlagen

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Wiener Pflege-, Patientinnen- und Patientenanwaltschaft
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