Wiental Kanal wird 9 Kilometer verlängert

Video: Wiental Kanal Vollausbau

Der Abwassertunnel verläuft entlang von 6 Bezirken vom Ernst-Arnold-Park im Süden bis zum Skatepark Auhof im Westen Wiens.

Mit der rund 270 Millionen Euro hohen Investition wird die Wasserqualität im Wienfluss verbessert und das Kanalnetz bei Starkregen entlastet.

Zusätzlich wird die Möglichkeit geschaffen, die bestehenden Kanäle entlang des Wienflusses effizient und sicher zu sanieren.

Die Bauarbeiten dauern von 2024 bis 2027, der Vollbetrieb erfolgt 2028.

Dort wo aufgegraben wird, wird die Oberfläche klimagerecht instandgesetzt. Bei der Planung werden Anrainer*innen mitgestalten.

Kanalnetz entlastet und Wasserqualität verbessert

Fluss in Betoneinbettung

Wienfluss Hietzing

Im Einzugsgebiet des Wienflusses entsorgen Kanäle das Abwasser aus 12 Bezirken, das macht rund ein Fünftel des Abwassers der Stadt aus. Die Wienfluss-Sammelkanäle stoßen derzeit bei starkem Regen an die Grenzen ihrer Belastbarkeit.

Durch den Regen verdünntes Kanalwasser, sogenanntes Mischwasser, wird daher über Notauslässe entlang der bestehenden Kanäle in den Wienfluss geleitet. Die Ausleitung entlastet das Kanalnetz und verhindert dadurch Überflutungen in den Bezirken. Gleichzeitig belastet es jedoch die Wasserqualität des Wienflusses.

Mit dem Wiental Kanal wird der Wienfluss vor Verschmutzung bei starkem Regen geschützt.

Tunnelbau reduziert Auswirkungen an der Oberfläche

Unterirdischer Tunnel mit lila Licht

Bestehende Röhre Wientalkanal

Um die Auswirkungen durch das Großprojekt an der Oberfläche so gering wie möglich zu halten, finden die Bauarbeiten hauptsächlich im Untergrund statt. Der fast 9 Kilometer lange Kanal wird als Tunnelröhre mit einem Außendurchmesser von fast 4 Metern gebohrt und einem Innendurchmesser von 3 Metern ausgebaut. Er liegt tiefer als der Wienfluss und verläuft größtenteils entlang der linken Wienflussmauer.

Dreh- und Angelpunkt für alle Aktivitäten des Tunnelbaues ist die 12.000 Quadratmeter große Fläche zwischen den beiden Gürtelfahrbahnen an der Grenze zwischen 5., 6., 12. und 15. Bezirk. Durch die Größe und verkehrsgünstige Lage ist sie der ideale Logistik-Hub für die Anlieferung der Maschinen- und Tunnelteile sowie der Ablieferung des Bohrmaterials. Insgesamt 42.800 Tunnelbausteine und 140.000 Kubikmeter Erdmaterial werden hier umgeschlagen, wechseln vom Lkw zur Tunnelbohrmaschine und umgekehrt. Die dazu erforderlichen Lagerflächen sind hier ebenso angesiedelt wie die Baubüros, Unterkünfte der Bohrteams, Werkstätten und Energieversorgungsanlagen.

Große technische Herausforderungen

Der Vollausbau des Wiental-Kanals ist mit großen technischen Herausforderungen verbunden, zum Beispiel mit der Querung der U-Bahnlinien U2 und U4 im Bereich der Pilgramgasse. Oder der Querung zwei großer Transportrohrleitungen von Wiener Wasser - vom 13. in den 14. Bezirk. Die beiden Rohrleitungen, die den Wienfluss beim Preindlsteg und bei der Baumgartenbrücke queren, müssen verlegt werden.

Für die U-Bahn-Linie 2 entsteht bei der Pilgramgasse eine neue Station bzw. deren Anbindung an jene der Linie U4. Der Platz im Untergrund ist knapp und wird zwischen Kanal und U-Bahn sorgfältig aufgeteilt. Für den Wiental-Kanal ist im Stationskomplex ein "Fenster" freigelassen, das der Abwasserbohrer durchfährt.

Aktuelle Baustellen

Am Gaudenzdorfer Gürtel befindet sich für die nächsten 4 Jahre das Zentrum des Baugeschehens. Derzeit wird der rund 150 Quadratmeter große und 15 Meter tiefe Startschacht mit 2 Startröhren errichtet, wo im Frühjahr 2025 die 135 Meter lange Tunnelbohrmaschine eingebaut wird.

Arbeiten zum Tunnelbau laufen auch im Bereich St.-Veit-Gasse und am Hietzinger Kai bei der Baumgarten Brücke. Hier wird zwischen dem 13. und 14. Bezirk ein Transportrohr von Wiener Wasser erneuert.

Entlang der 9 Kilometer langen Tunnelstrecke wird der neue Kanal an 43 Stellen an das bestehende Kanalnetz angeschlossen. Hier muss aufgegraben werden. Die Baustellen dauern von einigen Wochen bis zu mehreren Monaten. Den jeweiligen Projektstatus finden Sie hier: Baustellen - Wien Kanal

Aktuelle Verkehrsmaßnahmen

Seit 16. April 2024 werden im Zuge des Tunnelbaues in der St.-Veit-Gasse und am Hietzinger Kai bei der Baumgarten Brücke auch wichtige Bauarbeiten für die Wiener Trinkwasserversorgung durchgeführt.

An den 2 Baustellen St.-Veit-Gasse, von Hietzinger Kai bis Auhofstraße sowie am Hietzinger Kai bei der Baumgarten Brücke sind deshalb Verkehrsmaßnahmen erforderlich. Die Bauarbeiten dauern voraussichtlich bis Mai 2025.

Folgende Verkehrsmaßnahmen wird es geben:

  • In der St.-Veit-Gasse steht ab der Auhofstraße nur eine Fahrspur zur Verfügung.
  • Am Hietzinger Kai ist das Linksabbiegen auf die Baumgarten Brücke in Richtung 14. Bezirk nicht möglich. Bitte nützen Sie dafür die Guldenbrücke
  • Stadteinwärts bleiben am Hietzinger Kai 2 Fahrspuren erhalten.

Umfahren Sie die Baustelle bitte möglichst großräumig!

Stadtplanausschnitt mit eingezeichneten Verkehrsmaßnahmen

Stadteinwärts von Süden kommend:

  • Lokal über Hietzinger Hauptstraße und Steckhovengasse
  • Großräumig ausweichen über die Lainzerstraße in Richtung Kennedybrücke

Stadtplanausschnitt mit eingezeichneten Verkehrsmaßnahmen

In Richtung 14. Bezirk von Süden kommend:

  • Ausweichen über die Hietzinger Hauptstraße zur Bossigasse, Auhofstraße, Mantlergasse bis Guldenbrücke
  • Großräumig ausweichen über die Auhofstraße stadtauswärts bis zur Stampfergasse und Bräuhausbrücke
  • Weitere Informationen zu den Verkehrsmaßnahmen erhalten Sie unter +43 1 95559 - Infoline Straßen und Verkehr

Info-Center

Noch 2024 wird am Gaudenzdorfer Gürtel ein Infocenter mit einem faszinierenden Blick in die Stadt unter der Stadt eröffnet. Direkt beim Startschacht der Baustelle bietet es Informationen zum Bauablauf und gibt Raum für Klimabildung.

Die Ausstellung "Über Unten" dient als Anlaufstelle für Anrainer*innen und ist ein Exkursionsziel für Lehrlinge, Schüler*innen und alle weiteren Interessierten.

Projektplan

  • Bau Startschacht Frühjahr 2024 bis Frühjahr 2025
  • Vortrieb West von Frühjahr 2025 bis Sommer 2026
  • Vortrieb Ost von Herbst 2026 bis Winter 2026
  • Fertigstellung Jahresende 2027
  • Inbetriebnahme 2028
  • Investitionsrahmen rund 270 Millionen Euro (netto)
  • Projektstart und Planung 2022
  • Probebohrungen und Baugrundanalyse 2022 bis 2023
  • Ausschreibung und Vergabe der Bauarbeiten 2023

Weiterführende Informationen

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