Heiligenstädterpark

Beet mit blühenden Sommerblumen, davor eine Scheibtruhe und eine Gärtnerinnen bei der Arbeit

Lage: 19., Heiligenstädterpark
Fahrplanauskunft
Größe: rund 90.000 Quadratmeter
Gartentelefon: +43 1 4000-8042

Geschichte

Mit der Auffindung einer Mineralquelle auf der Hohen Warte 1781 begann die Anlage als Kurgarten, nahe des heutigen Heiligenstädterbades. Wegen der 1875 erfolgten Donauregulierung versiegte allmählich die Quelle. Der Badebetrieb wurde letztendlich eingestellt.

Der an Gartengestaltung interessierte Bankier Nathaniel Mayer Anselm Freiherr von Rothschild (1836 bis 1905) erwarb alsbald große Flächen auf der Hohen Warte. Er ließ um seine neuerbaute, im Zweiten Weltkrieg zerstörte späthistorische Villa 1882 einen weitläufigen Herrschaftspark anlegen. Die Parkgestaltung fand unter der Leitung des Garteninspektors Anton Joli statt. Die Anlage enthielt botanische Raritäten und rund 90 Glashäuser. Sie enthielt mehrere Gartenbauten, wie die sogenannte "Eremitage", die allerdings nicht erhalten blieb. Übrig blieb nur das in der Geweygasse 6 stehende Pförtnerhaus. Der landschaftlich gestaltete, auch einen japanischen Garten und mehrere Parterreanlagen enthaltende Park sowie die dazugehörigen Glashäuser, standen zur Besichtigung offen. Der Erlös kam der "Wiener Freiwilligen Rettungsgesellschaft" zugute.

vorne Beet mit blühenden Sommerblumen, dahinter Bäume

Entwicklung im 20. Jahrhundert

1900 kaufte die Stadt Wien das Areal des benachbarten Kuglerparks. 1905 wurde der Heiligenstädterpark anstelle des Kuglerparks eröffnet. Eine Gedenktafel an einer Steinbankanlage erinnert noch heute daran. 1910 wurde das von Robert Oerley und von Fritz Hänlein ausgeführte marmorne Beethoven-Denkmal enthüllt.

In der NS-Zeit wurde das Rothschild-Areal "arisiert". Während des Zweiten Weltkriegs wurden große Teile der Rothschild-Gärten zerstört. Einzelne Elemente wie Formspalierbäumchen wurden im Gartenbaumuseum, die marmorne Venusfigur des Mailänder Bildhauers Antardini im Palmenhaus der Blumengärten Hirschstetten untergebracht. Auch Orchideen aus damaligen Züchtungen sind noch vorhanden. Der seinerzeitige Heizungsabgang wird im Schulgarten Kagran als Pförtnerhaus verwendet.

1950 durch Schenkung der Familie Rothschild in den Besitz der Stadt Wien gelangt, wurden die Rothschild-Gärten mit dem Heiligenstädterpark vereint und umgestaltet. Erhalten blieben Teile des bedeutsamen Laub- und Nadelbestandes, die durch zahlreiche Nachpflanzungen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ergänzt wurden.

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