Intersexualität

  • Inter*sex- beziehungsweise intergeschlechtliche Personen sind Menschen, deren Geschlecht als nicht eindeutig männlich oder weiblich zugeordnet werden kann.
  • Der österreichische Verfassungsgerichthof anerkennt Intergeschlechtlichkeit als Geschlecht.

Inter*sex Personen sind Menschen, deren Geschlecht als nicht eindeutig männlich oder weiblich eingestuft werden kann, sie werden daher auch als intergeschlechtlich bezeichnet. Dies kann anatomisch, genetisch oder hormonell bedingt sein. Manchmal ist das bei der Geburt schon sichtbar, oft wird es aber erst mit zunehmendem Lebensalter erkannt. Es handelt also um ein weiteres Geschlecht, das bisher weder bekannt noch gesellschaftlich anerkannt ist.

Bei etwa jeder 2000. Geburt kommt ein intergeschlechtliches Kind auf die Welt, also ein Kind, das entweder anatomisch, genetisch oder hormonell nicht eindeutig weiblich oder eindeutig männlich ist.

Unmittelbar nach der Geburt aber muss das Geschlecht und der dem Geschlecht entsprechende Vorname beim Standesamt bekanntgegeben werden. Bei Inter*sex-Personen ist das Geschlecht aber nicht evident weiblich oder männlich. In vielen Fällen wurde und wird dann am Standesamt das Geschlecht eingetragen, das am "ehesten" noch entspricht und die Kinder trotz Intersexualität als Mädchen oder als Buben erzogen.

Kritik an Operationen

Immer wieder wurden geschlechtsangleichende Operationen durchgeführt, obwohl sich diese als nicht lebensnotwendige Eingriffe erwiesen. Inter*sex-Personen und Menschenrechtsaktivistinnen und -aktivisten fordern daher das Ende solcher "Zwangsoperationen" und betonen das Menschenrecht auf Unversehrtheit des Körpers.

Anerkennung der Intersexualität als Geschlecht

Unterschieden wird heute zwischen dem biologischen, dem sozialen und dem juristischen Geschlecht. In jedem dieser Bereiche gibt es die Notwendigkeit von Veränderung und Weiterentwicklung. Eine Gesetzesänderung in Bezug auf das juristische Geschlecht hätte positive Folgen: Intersexualität wäre anerkannt und intergeschlechtliche Menschen in allen amtlichen Dokumenten in ihrer Identität akzeptiert. In Australien beispielsweise ist es schon seit längerem möglich, entweder m (male), f (female) oder x (indeterminate/intersex/unspecified) im Pass einzutragen.

Der Österreichische Gerichtshof hat in seiner Erkenntnis vom 15. Juni 2018 Intergeschlechtlichkeit als Geschlecht anerkannt und angewiesen dies im Personenstandsregister entsprechend zu berücksichtigen. Er hat damit Intergeschlechtlichkeit als Normvariante und Teil der menschlichen Vielfalt bestätigt.

Verantwortlich für diese Seite:
Mag. Wolfgang Wilhelm (Wiener Antidiskriminierungsstelle für gleichgeschlechtliche und transgender Lebensweisen)
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