Hände weg von jungen Wildtieren

Kleiner Hase im Gras

Die Stadt Wien startet die Informationsoffensive "Hände weg von jungen Wildtieren". Damit soll auf den richtigen Umgang mit aufgefundenen Jungwildtieren aufmerksam gemacht werden. Denn im Frühling treffen jedes Jahr Wienerinnen und Wiener auf vermeintlich hilflose Jungwildtiere. Leider kommt es dabei oft zu Missverständnissen, die für Jungtiere tragisch enden. Denn nur selten sind junge Wildtiere tatsächlich von den Eltern verlassen. Für fast alle Jungtiere ist es völlig natürlich, auf die elterliche Pflege zu warten. Menschliche Eingriffe können tödlich enden.

Jungtiere selten hilflos

Junges Reh

Junge Hasen oder Rehkitze werden beispielsweise nur einmal bis zweimal pro Tag von der Mutter aufgesucht. Jungvögel starten ihre ersten Flugversuche zwar meist alleine, sind aber trotzdem nicht verlassen. Sie sind meist mit den Eltern durch Rufe in Kontakt.

Dennoch kommt vielen Menschen der Gedanke, die Tiere "retten" zu müssen.

Tierschutzstadträtin Ulli Sima: "Doch die meisten entdeckten Jungtiere benötigen keine menschliche Hilfe. Ganz im Gegenteil, ein Rettungsversuch bedeutet für sie großen Stress und erst infolge der Mitnahme durch den Menschen entsteht für die Jungtiere oft Lebensgefahr."

Fatale Folgen durch menschliche Eingriffe

Kleines Jungtier im Gras

Allein von der Stadt Wien wurden im Jahr 2016 über 700 Jungvögel, rund 70 Eichhörnchen, 30 Junghasen und drei Rehkitze abgeholt, die eigentlich keine menschliche Hilfe benötigt hätten. Sie alle wurden durch eine vermeintliche Rettung durch Passantinnen und Passanten der tierelterlichen Pflege entrissen und in vielen Fällen dadurch leider auch eines wildtiergerechten Lebens beraubt. Denn oft ist nach der "Rettung" von jungen Wildtieren nur noch ein Leben in menschlicher Obhut möglich.

Darum sollten Menschen keinesfalls aufgefundene Jungtiere angreifen, aufheben oder gar mitnehmen.

Nur wenn beispielsweise ein Jungvogel mitten auf einer Straße sitzt, sollte er an einen sicheren Platz in der Nähe des Fundorts gesetzt werden. Dort finden ihn auch seine Eltern wieder. Jungvögel dürfen auch mit der bloßen Hand angegriffen werden, denn Vögel erkennen ihre Jungen nicht am Geruch.

Anders ist dies etwa bei Rehen oder Hasen. Sie werden nach menschlichem Kontakt von den Muttertieren verstoßen.

Richtiges Verhalten gegenüber Jungwildtieren

  • Hände weg, menschliche Rettungsversuche bedeuten viel Stress für die Tiere und bringen viele Jungtiere in Lebensgefahr!
  • Im Zweifelsfall ist das Tier versorgt und benötigt keine menschliche Hilfe.
  • Nach der Entdeckung sollte man sich schnell wieder entfernen, sonst hält man die Eltern von der Versorgung des Kleinen ab.
  • Beobachtungen nur aus sehr großer Entfernung
  • Nur verletzte junge Wildtiere und Jungtiere in unmittelbarer Nähe des verunglückten Muttertiers benötigen Hilfe.
  • Keine Versorgung durch Laiinnen und Laien. Schon falsches Futter endet für die meisten Jungtiere tödlich.
  • Kleinere Tiere wie Jungvögel, die Hilfe benötigen, in eine kleine, mit Küchenrolle ausgelegte und Luftlöchern versehene Kartonschachtel setzen und zu fachkundigen Personen oder Anlaufstellen bringen.

Wildtiere schützen - Hände weg von jungen Wildtieren

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