Anlageart - Fahrradstraße

Bei einer Fahrradstraße fahren Radfahrerinnen und Radfahrer auf derselben Fläche wie der allgemeine Verkehr.

Radfahrerinnen und Radfahrer im Stadtverkehr

Anwendungsempfehlungen

Diese Anlageart kommt zum Einsatz, wenn eine eigene Radfahranlage nicht sinnvoll beziehungsweise aus Platzgründen nicht möglich ist. Radfahren in Fahrradstraßen ist nur sinnvoll, wenn wenig Verkehr zu erwarten ist.


Vorteile

  • Radfahrerinnen und Radfahrer dürfen in Fahrradstraßen nebeneinander fahren. Der motorisierte Verkehr darf nur zufahren aber nicht durchfahren. Es besteht die Möglichkeit, den Verkehr in der Fahrradstraße gegenüber dem Querverkehr zu bevorrangen.
  • Die höchst zulässige Fahrgeschwindigkeit beträgt 30 km/h.

Nachteile

  • Der Radverkehr hat keine eigene Verkehrsfläche.
  • Die Fahrradstraße wird auch von anderen Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmern benützt.

Kriterienkatalog

Fahrradstraßen sind Straßenzüge, die eine besonders hohe Qualität für den Radverkehr bieten. In Wien sollen Fahrradstraßen folgende Kriterien erfüllen:

  • Hohes Radfahraufkommen und/oder hohes zukünftiges Radfahrpotenzial und/oder Anbindung von wichtigen Ausgangspunkten und Zielen für Radfahrende
  • Wichtige Funktion für das Radverkehrsnetz
  • Deutliche Verbesserung für Radfahrende bei Reisezeit, Verkehrssicherheit und Fahrkomfort
  • Möglichst durchgängige Befahrbarkeit (das heißt möglichst ohne Anhalten)
  • Mindestbreite der Fahrfläche von 4,50 Metern; bei Busverkehr erhöht sich die Mindestbreite der Fahrfläche um 0,50 Meter. Bei beidseitiger Schräg- beziehungsweise Senkrecht-Parkordnung erhöht sich die Mindestbreite ebenfalls um 0,50 Meter. Für eine höhere Qualität ist je angrenzendem Parkstreifen eine zusätzliche Breite der Fahrbahn von mindestens 0,50 Meter vorzusehen. Liegen die Parkstreifenbreiten über dem Regelmaß, kann die Differenz zum Regelmaß bei der Breite der Fahrfläche berücksichtigt werden. Abschnitte von Radwegen oder Geh- und Radwegen sind nach den Kriterien der Rad-Langstrecken zu beurteilen.
  • Grundsätzliche Befahrbarkeit für Radfahrende im Gegenverkehr
  • Vorrang bei Querungen (ausgenommen Hauptstraßen A und B)
  • Hohe Verkehrssicherheit (sehr gute Sichtverhältnisse an Kreuzungen, Verdeutlichung des Nachrangs querender Straßen, geschwindigkeitsdämpfende Maßnahmen für den Kfz-Verkehr)
  • Tempo 30 als höchstzulässige Geschwindigkeit
  • Verkehrsorganisation im näheren Umfeld, die Durchzugsverkehr in Längsrichtung weitgehend verhindert
  • Vorrang geben bei Querung von Hauptstraßen B (und A in Abhängigkeit des Vorhandenseins öffentlicher Verkehrsmittel) mit mehr als 6.000 Kfz pro Tag, wobei Querungshilfen zu prüfen sind
  • Anmeldung mittels Sensoren (nicht per Druckknopf) bei Verkehrslichtsignalanlagen (Ampeln); ein schneller Phasenwechsel oder eine Einbindung in das Regelprogramm sollen gegeben sein.
  • Fahrbahnoberfläche aus Beton, Asphalt oder Kleinpflaster in einem guten Zustand

Hauptstraßen A und B sowie Straßen mit Straßenbahnen kommen für Fahrradstraßen nicht infrage. Busverkehr ist für Fahrradstraßen kein Ausschlusskriterium.

Download

Markierung und Beschilderung der Fahrradstraße in Wien: 170 KB PDF

Weiterführende Informationen

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Verkehrsorganisation und technische Verkehrsangelegenheiten (Magistratsabteilung 46)
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