Bestimmungen zur Anwendung von Pflanzenschutzmitteln in Wien

Die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln in Wien ist durch das Wiener Pflanzenschutzmittelgesetz 1990 (193 KB PDF) geregelt. Dieses Gesetz dient dem Schutz der Menschen und der Umwelt.

In Wien dürfen nur solche Pflanzenschutzmittel verwendet werden, die gemäß Pflanzenschutzmittelgesetz 2011 zugelassen sind. Die Zulassungsbehörde, das Bundesamt für Ernährungssicherheit (BAES), unterscheidet zwischen Pflanzenschutzmitteln für den Haus- und Kleingarten im Hobbybereich und sogenannten Profi-Mitteln.

Verwendung von Pflanzenschutzmitteln im Hobbybereich

Pflanzenschutzmittel für den Hobbybereich sind mit dem Zusatz "für den Haus- und Kleingartenbereich" gekennzeichnet und in Gartencentern und Baumärkten frei erhältlich. Bei der Anwendung sind die Verwendungshinweise auf der Verpackung genau zu beachten.

Verwendung von Profi-Pflanzenschutzmitteln

Der Erwerb und die Anwendung der sogenannten Profi-Mittel unterliegen besonderen Bestimmungen wie zum Beispiel:

  • Persönliche Voraussetzungen: Seit 26. November 2013 muss jede Person, die professionelle Pflanzenschutzmittel anwenden möchte (sowohl berufliche Verwenderinnen oder Verwender als auch Laien), entsprechende Aus- beziehungsweise Fortbildungskurse sowie regelmäßige Weiterbildungen absolvieren und eine Berechtigung für die Verwendung von Pflanzenschutzmitteln beantragen.
    Dies gilt auch für Beraterinnen und Berater, die im Rahmen ihrer beruflichen Tätigkeit Beratungen zum Pflanzenschutz und zur sicheren Verwendung von Pflanzenschutzmitteln erteilen. Seit 26. November 2015 können diese Mittel auch nur mehr gegen Vorlage dieses Ausweises erworben werden.
  • Die Verwenderin beziehungsweise der Verwender hat detaillierte Aufzeichnungen über die Pflanzenschutzmittelanwendungen zu führen.
  • Die Verwenderin beziehungsweise der Verwender hat besondere Bestimmungen bei der Lagerung einzuhalten.
  • Bei der Anwendung sind die Zulassungs- und Verwendungsbeschränkungen zu beachten. Informationen zur Zulassungssituation in Österreich finden sich im Pflanzenschutzmittelregister.
  • Im Gebrauch befindliche Pflanzenschutzgeräte (mit Ausnahme von rückentragbaren Geräten) müssen laut Wiener Pflanzenschutzgeräte - Überprüfungsverordnung regelmäßig technisch überprüft werden.
  • Gemäß § 9 der Wiener Pflanzenschutzgeräte-Überprüfungsverordnung sind die Eckdaten der in Wien registrierten Werkstätten beziehungsweise Werkstätten, die zur Ausgabe der Überprüfungsmarken und -berichte berechtigt sind, zu veröffentlichen. Berechtigt sind folgende Werkstätten:
Register der in Wien autorisierten Werkstätten

Name

Sitz des Geschäftsbetriebes

Erreichbarkeit

Art/Umfang der Autorisierung

Gültigkeitsdauer

Autorisierendes Bundesland

Berka Günther Maschinenbau, Landmaschinen

Oberndorf 81
3820 Raabs/Thaya

Telefon: +43 660484 06 04 Guenther.Berka@aon.at

Fest installierte, teilbewegliche und sonstige Geräte

bis 15.10.2022

Niederösterreich

Nationaler Aktionsplan über die nachhaltige Verwendung von Pflanzenschutzmitteln 2017 bis 2021

Die Erstellung des Nationalen Aktionsplans beruht auf Grundlage der Richtlinie 2009/128/EG über die nachhaltige Verwendung von Pestiziden. Die Mitgliedstaaten müssen nationale Aktionspläne erlassen,

  • in denen ihre quantitativen Vorgaben, Ziele, Maßnahmen und Zeitpläne zur Verringerung der Risiken und der Auswirkungen der Verwendung von Pestiziden auf die menschliche Gesundheit und die Umwelt festgelegt werden und
  • mit denen die Entwicklung und Einführung des integrierten Pflanzenschutzes sowie alternativer Methoden oder Verfahren gefördert werden, um die Abhängigkeit von der Verwendung von Pestiziden zu verringern.

Diese Aktionspläne sind regelmäßig zu überarbeiten.

Die Regelung der Verwendung von Pflanzenschutzmitteln liegt in Österreich gemäß der österreichischen Bundesverfassung hinsichtlich der Ausführungsgesetzgebung und Vollziehung im Kompetenzbereich der Bundesländer. Dem Bund obliegt lediglich die Grundsatzgesetzgebung.

Zum Zweck der Erstellung des Aktionsplanes wurden die einzelnen Kapitel mit Vertreterinnen und Vertretern des Bundes, der Bundesländer und Interessensvertretungen sowie anderen Stakeholdern gemeinsam verfasst. Durch diese Vorgehensweise konnte ein bundesweit einheitlicher Nationaler Aktionsplan geschaffen werden.

Der aktuelle nationale Aktionsplan (2017 bis 2021) steht auf den Seiten des Bundesministeriums für Nachhaltigkeit und Tourismus als Download zur Verfügung.

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Wiener Stadtgärten (Magistratsabteilung 42)
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