Community: Szene und Bewegung

Lokale für Lesben, Schwule und Transgender-Personen werden meist als "Szene" und Gruppen und soziale Einrichtungen als "Bewegung" bezeichnet. Beides gemeinsam, zusammen mit den Personen, die hier aktiv sind, wird "Community" genannt.

Es gibt viele Gerüchte über die sogenannte Lesben-, Schwulen- und Transgender-Community. Sie wird manchmal als Ort wilder Orgien verleumdet, dann wieder verniedlicht oder als Ghetto abgelehnt und jedenfalls selten als das wahrgenommen, was sie wirklich ist.

Eine Community für Schwule und Lesben gibt es heute in jeder größeren Stadt. Sie umfasst ein breites Spektrum von Einrichtungen. Die Community reicht von Beratungsstellen, Selbsthilfegruppen und Freizeitgruppen über Restaurants, Bars, Clubs und Hotels bis hin zu öffentlichen Orten und Parks, die ausschließlich oder vorwiegend von homosexuellen Menschen besucht werden. Einrichtungen für Transgender-Personen gibt es deutlich weniger und meist nur in großen Städten, wie etwa in Wien.

Wozu gibt es diese Einrichtungen?

Wir alle leben in einer heterosexistischen und heteronormativen Gesellschaft, die zudem starr am binären Geschlechterverständnis festhält. Heterosexuell zu sein gilt als die Norm und als Grundannahme für jeden Menschen. Transgender-Personen, die sich nicht als ganz eindeutig weiblich oder ganz eindeutig männlich verstehen, werden in unserer Gesellschaft kaum wahrgenommen.

Lesben, Schwule und Transgender-Personen haben es in ihrem Coming-out zwar gelernt, sich als "anders" als heterosexuell, nämlich als lesbisch oder schwul, oder in ihrer jeweiligen Geschlechterrolle zu zeigen. Das kann aber manchmal ganz schön anstrengend sein und niemand hat Lust darauf, sich ständig erklären zu müssen und ein Coming-out nach dem anderen zu machen. Wir alle brauchen es im Leben, einfach so sein zu dürfen, wie wir sind und verständnisvoll so angenommen zu werden. In unserer heterosexistischen Gesellschaft ist das für Transgender-Personen, Schwule und Lesben aber oft nicht möglich und daher sind Orte, an denen die heterosexuellen Grundannahmen nicht existieren, also Orte der Lesben-, Schwulen- und Transgender-Bewegung (Community), so wichtig. In einer Umgebung, wo das "Anders-Sein" zur Norm wird, ein Flirt Aussicht auf Erfolg hat und wo sich niemand mokiert, wenn man Geschlechtergrenzen infrage stellt, wenn sich zwei Männer oder zwei Frauen küssen. Es tut gut, sich nicht erklären zu müssen, Rat und Hilfe holen zu können oder einfach mit anderen die Freizeit zu genießen.

Die sogenannten Szenelokale haben eine besonders offene Atmosphäre und werden daher auch gerne von heterosexuellen Frauen, Männern und Paaren besucht. Aber auch Lesben, Schwule und Transgender-Personen treffen einander nicht nur in der Szene, sondern leben als Teil der Gesellschaft quer durch alle Alters- und Gesellschaftsschichten in der Schule, auf der Uni, am Arbeitsplatz, am Opernball, in der Straßenbahn, im Kirchenchor, auf Lesbos oder im Altersheim. Von einem Ghetto kann also nicht die Rede sein, eher von einem Ort der Selbstverständlichkeit und Akzeptanz.

Infrastruktur in Wien

In Wien gibt es etwa 40 Lokale, Bars und Tages-Cafés, zudem spezialisierte Buchhandlungen, zahlreiche Selbsthilfe- und Freizeitgruppen sowie Vereine, Organisationen und Medien, die sich für die Rechte und Bedürfnisse von Lesben, Schwulen und Transgender-Personen einsetzen. Aber auch Ärztinnen und Ärzte, Therapeutinnen und Therapeuten sowie zahlreiche Dienstleister und Gewerbetreibende haben sich auf lesbische, schwule oder transgender Kundschaft spezialisiert.

Oft erkennt man sie an der Regenbogenfahne, die meist im Eingangsbereich angebracht ist. Sie treten für die rechtliche und gesellschaftliche Gleichstellung von Schwulen, Lesben und Transgenderpersonen ein, organisieren Diskussionsveranstaltungen, bieten Informationen und Beratung an, organisieren Coming-out und Selbsthilfe-Gruppen und veranstalten Paraden wie die Wiener Regenbogenparade und Kundgebungen. Sie machen so auf die Situation von Lesben, Schwulen und Transgender-Personen aufmerksam.

Viele Lesben, Schwule und Transgender-Personen aus anderen Regionen Österreichs verlegen ihren Wohnsitz nach Wien, weil das Angebot in Wien vielfältig ist und sie in dieser Stadt offener leben können.

Vereine

Freizeitgruppen

  • Aufschlag - Sportverein für Schwule und Lesben
  • Club Kreativ - Freizeitgestaltung
  • Les Schuh Schuh - Tanzformation für gleichgeschlechtlichen Paartanz
  • Resis.danse - Standardtanzen für Frauen
  • Wiener Queerstimmen - Lesbischwuler Chor, Proben immer donnerstags, Anfragen unter Telefon: +43 1 966 46 25
  • Vienna's Queer Melange - Volleyballverein für Lesben und Freundinnen

Medien

Archive, Buchhandlungen und Verlage

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Stadt Wien | Wiener Antidiskriminierungsstelle für gleichgeschlechtliche und transgender Lebensweisen
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