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Lichtverschmutzung

Lichtverschmutzung über Wien. Sicht auf den Stephansdom.

Lichtverschmutzung über der Wiener Innenstadt

Lichtverschmutzung bezeichnet die Aufhellung des Nachthimmels durch künstliches Licht. Das kann negative Auswirkungen auf Flora und Fauna sowie die Gesundheit von Menschen haben.

Die Ursachen der Lichtverschmutzung reichen von der Straßenbeleuchtung, der Anstrahlung von Denkmälern und Gebäuden, der Geschäftsbeleuchtung bis hin zu den Lichtquellen aus privaten Gebäuden.

Die Auswirkungen der Lichtverschmutzung auf die Menschen sind vielfältig. Der Hell-Dunkel-Rhythmus ist wichtig für den Schlaf des Menschen. Kommt es hier zu Störungen, kann der Hormonhaushalt beeinträchtigt werden. Schlafstörungen können Mitauslöser für Bluthochdruck, Diabetes und Übergewicht sein.

Wiener Lichtquellen

Die Lichtverschmutzung über Wien wurde bis zum Tausch von alten Hängeleuchten gegen effiziente LED-Seilhängeleuchten bis zu einem Drittel von der öffentlichen Beleuchtung verursacht. Dabei macht die öffentliche Beleuchtung 2 Drittel aller Lichtquellen in Wien aus. Sie spielt, etwa für die Sicherheit, eine wichtige Rolle. Durch die Verwendung und den Ausbau von LED-Seilhängeleuchten sinkt der Anteil an der Lichtverschmutzung laufend: Tausch der Straßenbeleuchtung.

Anstrahlungen von Gebäuden und Denkmälern machen ein weiteres Drittel der Lichtverschmutzung aus.

Problematisch sind die zunehmenden Geschäftsbeleuchtungen, die ebenfalls mit einem Drittel einen überproportional hohen Anteil an der Lichtverschmutzung in der Stadt haben.

Tipps zur Minimierung der Lichtverschmutzung

Beleuchtung hat sehr oft auch einen sicherheitstechnischen Aspekt. Das Auge kann sich jedoch besser auf geringe, gleichmäßige Ausleuchtung einstellen als auf starke Hell-Dunkel-Kontraste. So ist zum Beispiel die Umgebung eines Weges bei Mondlicht deutlich besser zu erkennen als bei starker Ausleuchtung durch künstliche Beleuchtung, die sehr dunkle Schatten verursacht.

Verwenden Sie daher künstliches Licht zur Außenbeleuchtung nur

  • in dem Zeitraum, in dem es benötigt wird (Zeitschaltuhr).
  • dort, wo es sicherheitstechnisch notwendig ist.
  • in der erforderlichen Intensität:
    • Vermeiden Sie die Anstrahlung von Bäumen und Sträuchern. Sie sind Lebensraum von Vögeln, Insekten und anderen Tieren.
    • Achten Sie darauf, dass die Beleuchtung ausschließlich "nach unten" strahlt.
  • mit abgeschirmten Leuchten mit geschlossenem Gehäuse.

Weltweit genaueste Erfassung - Lichtbericht

Wien ist weltweit die einzige Stadt, in der die nach oben strahlenden Lichtquellen zu Forschungszwecken von einem Helikopter aus mehreren Richtungen erfasst wurden. Damit ist erstmals eine umfassende Beurteilung der Lichtverschmutzung und ihrer Verursacher*innen möglich.

Die Lichtberichte 1 bis 3 wurden im Auftrag der Wiener Umweltanwaltschaft erstellt.

Die Lichtberichte 5 bis 7 wurden von der Umweltschutzabteilung (MA 22) erstellt:

Licht über Wien V

Mit der vom Verein Kuffner Sternwarte im Auftrag der Stadt Wien durchgeführten Studie "Licht über Wien V" liegt zudem die weltweit präziseste Erfassung und Vorschau auf die Entwicklung von Lichtverschmutzung über einer Großstadt vor. Sie ermöglicht direkte Rückschlüsse auf den Einfluss veränderter Beleuchtungsmaßnahmen.

Licht über Wien V (PDF)

Licht über Wien VI

Mit der Studie "Licht über Wien VI" wurden aufbauend auf den bisherigen Studien der Lichtgehalt der Nacht über Wien von 2011 bis 2018 sowie erstmals Relationen zu Luftgüteindikatoren erfasst.

Licht über Wien VI (PDF)

Licht über Wien VII

Mit der Studie "Licht über Wien VII" (im Auftrag der MA 22, MA 33, MA 39 und WUA erstellt) konnten folgende Erkenntnisse gewonnen werden:

  • Die Helligkeit des Wiener Nachthimmels hat sich stabilisiert. 2019 ist das 2. Jahr in Folge, in dem die Energie des Lichts über Wien um weniger als 5 Prozent zugenommen hat. Die Menge des künstlichen Lichts über Wien hat sich nach dem steilen Anstieg der Jahre 2009 bis 2014 auf hohem Niveau eingependelt.
  • Es besteht ein enger Zusammenhang zwischen Licht- und Luftverschmutzung. Über 10 Jahre bestehende Korrelationen von Lichtimmissions- und Luftgüteindikatoren bestätigen dies. Auf dieser Erkenntnis beruht eine auf standardisierte Luftgüte-Bedingungen normierte Angabe der Globalstrahlung, mit der direkter auf die von der Stadt eingebrachten Lichtmenge geschlossen werden kann. Der Kunstlichthalo über Wien wurde mit einer neuen Methode vollständiger berechnet und enthält demnach deutlich mehr Energie als bisher angenommen.

Licht über Wien VII (PDF)

Licht über Wien VIII

Aus der Studie "Licht über Wien VIII - Wiener Straßenbeleuchtung: die Nachwirkung des Tausches" konnten folgende Erkenntnisse gewonnen werden:

  • Der Anteil der öffentlichen Straßenbeleuchtung an der gesamten Nachthelligkeit ist seit 2015 auf etwa ein Viertel des ursprünglichen Wertes gesunken.
  • Der Rückgang folgt eng dem Fortschritt der LED-Umrüstung und den steigenden Installationszahlen der neuen Leuchtentypen.
  • Bei gleichbleibendem Tempo der Umstellung wird erwartet, dass der Beitrag der städtischen Beleuchtung bis 2026 unter die aktuelle Nachweisgrenze von rund 1 Prozent fällt. Damit würde der Anteil der städtischen Beleuchtung in der Lichtglocke Wiens verschwinden.

Der Lichtbericht VIII wurde im Auftrag der MA 22, MA 33, MA 39 und WUA erstellt.

Licht über Wien VIII (PDF)

Leitfaden zur Außenbeleuchtung

Der "Österreichische Leitfaden zur Außenbeleuchtung" bietet umfassende Anleitungen für die Planung einer umwelt- und menschenfreundlichen Außenbeleuchtung.

Der "Österreichische Leitfaden Außenbeleuchtung - Licht, das mehr nützt als stört" ist als Download und als gedrucktes Exemplar kostenlos erhältlich. Den gedruckten Leitfaden können Sie bei der Wiener Umweltanwaltschaft unter der E-Mail: post@wua.wien.gv.at bestellen.

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