Obstgarten in den Blumengärten Hirschstetten

Kronprinz Rudolf-Apfelbaum

Den Obstgarten gibt es schon seit dem Jahr 2005. Am östlichen Rand der Anlage können sich Besucherinnen und Besucher über sonderbare Namen wie zum Beispiel "Maschanska", "Breitarschapfel", "Kronprinz Rudolf" oder "Lavanthaler Banane" wundern. Hinter diesen Namen verbergen sich jedoch keine Menschen oder Beleidigungen, sondern alte Obstbaumsorten.

In Österreich lässt sich in den letzten Jahrzehnten ein Rückgang der ursprünglich reichen Artenvielfalt heimischer Obstsorten beobachten. Die meisten der alten österreichischen Obstsorten sind sowohl aus den heimischen Gärten als auch aus den Supermärkten verschwunden und mittlerweile vom Aussterben bedroht.

Die Blumengärten Hirschstetten möchten den ursprünglichen Artenreichtum an heimischen Obstgehölzen der Bevölkerung und vor allem Kindern und Jugendlichen wieder näher bringen und aktiv zum Erhalt der Artenvielfalt von Fauna und Flora in Österreich beitragen.

Aus diesem Grund befinden sich im Obstgarten circa 70 verschiedene alte Obstbaumarten (Apfel-, Birnen- und Kirschsorten sowie Pfirsich und Quitte) und verschiedene Wildobststräucher wie Kornelkirsche oder Holunder. Damit leistet die Stadt Wien außerdem einen wichtigen Beitrag zum Erhalt eines vielseitigen Genpools unserer Kulturpflanzen. Dieser Genpool könnte zukünftig wichtig sein, um eventuell neu auftretende Krankheiten im Obstbau bekämpfen zu können. Für Insekten, Vögel und kleine Säugetiere bietet dieser Themengarten außerdem einen wichtigen Platz zum Leben.

Genpool unserer Kulturpflanzen

Maschanska Apfelbaum

Dass manche Obstsorten besonders frosthart, ertragreich oder resistent gegen bestimmte Pflanzenkrankheiten sind, liegt in ihren Genen begründet. Durch eine große Sortenvielfalt bleibt eine ganze Bandbreite an Genen erhalten (Genpool), welche wiederum für Züchtungszwecke genutzt werden können. Besonders in der Zukunft wird diese Genvielfalt immer wichtiger werden, da ein Großteil der modernen Obstbauzüchtungen auf einige wenige, genetisch gleiche Sorten zurückgeht. Neue Krankheitserreger oder der Klimawandel sind die großen Unbekannten im heutigen Obstbau. Die Grundlage, um neue, widerstandsfähige Sorten züchten zu können, wird möglicherweise in den einzigartigen Genen einer alten Obstsorte zu finden sein.

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