System von Begleitdämmen zum Donau-Hochwasserschutz

Das System von Begleitdämmen zu beiden Seiten der Donau stellt einen weiteren Baustein im Schutz gegen Hochwasserkatastrophen dar. Das System ist insgesamt 66,4 Kilometer lang.

Dämme am Rechten Donauufer

Kran mit Bauteil des Hafentors
  • Rechter Donaudamm zwischen Nußdorf und Freudenau
  • Hafenumschließungsdämme Freudenau
  • Donaukanalrückstaudämme
  • Alberner Hauptdamm mit geplantem Hafentor Albern: Sicherung des Hafengebietes
  • ÖBB Bahndamm Nussdorf bis Kuchelau

Dämme am Linken Donauufer

  • Donaugrabendamm (Bisamberg): Die querende tieferliegende Trasse der Nordwestbahn kann mittels eines Hochwasserverschlusses in Form eines hydraulisch bewegbaren Stahltors abgesperrt werden.
  • Damm am linken Ufer der Neuen Donau
  • Umschließungsdämme der Oberen und Unteren Lobau
  • Marchfeldschutzdamm bis Schönauer Schlitz
  • Autobahndamm der A 22: Schutzfunktion bis zum Einlaufbauwerk
  • Umschließungsdämme für Ölhafen Lobau und Zentraltanklager
  • Schönauer Rückstaudamm

Marchfeldschutzdamm

Im Zuge der ersten Donauregulierung im 19. Jahrhundert wurden die linksufrigen Dämme entlang der Donau errichtet. Der Marchfeldschutzdamm schützt das Wiener Stadtgebiet und die angrenzenden niederösterreichischen Gemeinden vor Hochwasser.

Ökologische Auswirkungen

Die Seitenarme der Donau wurden im Augebiet der Lobau abgetrennt.

Durch das Ausbleiben großflächiger Überflutungen und Durchströmungen kam es zu einer Senkung des Grundwasserspiegels. Das Wachstum von Wasser- und Sumpfpflanzen hatte eine Verringerung der freien Wasserfläche (Verlandung) zur Folge. Verschärft wurde die Lage durch die Wasserentnahme von Industrie und Landwirtschaft sowie durch die Trinkwasserentnahme des Grundwasserwerkes Lobau.

Um den ökologisch negativen Folgen dieser Entwicklung entgegenzuwirken, wurde eine Dotation der Lobaugewässer vorgenommen. Im Falle eines Hochwassers strömt auch Wasser von unten durch den Schönauer Schlitz ein.

Sanierung des Damms

Von 2009 bis 2012 fanden Bauarbeiten zur Verbesserung des Marchfeldschutzdamms statt. Der bestehende Damm wurde auf einer Länge von rund acht Kilometern um bis zu 1,5 Meter erhöht. Zusätzlich wurde eine Dichtwand in den Damm eingebaut, um seine Standfestigkeit zu verbessern. Im Bereich Alberner Hafen wird parallel dazu das rechte Donauufer erhöht, bis zur Einmündung der Schwechat in die Donau.

Das Gebiet im Bereich des Marchfeldschutzdamms ist nun vor einem Hochwasser von bis zu 14.000 Kubikmeter pro Sekunde sicher. Ein solches Ereignis tritt statistisch gesehen einmal alle paar tausend Jahre auf.

Mit der Sanierung des Marchfeldschutzdamms konnte Wien als erstes österreichisches Bundesland den Hochwasserschutz abschließen, der mit dem Bau der Donauinsel vor mehr als 30 Jahren begonnen hatte.

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