Fachkonferenz 2018: "Wir behandeln alle gleich!" - Lesbische und bisexuelle Gesundheit

  • Termin: Freitag, 16. November 2018, 9 bis 16.30 Uhr
  • Ort: Wiener Rathaus, 1., Lichtenfelsgasse 2
  • Der Eintritt ist frei.
  • Eine Anmeldung ist telefonisch unter 01 4000 81449 oder per E-Mail an wast@gif.wien.gv.at erforderlich.
  • Erklärung: Mit der Teilnahme an der Veranstaltung stimmen Sie der Veröffentlichung von Fotos, Film- und Tonaufnahmen, die im Rahmen der Veranstaltung entstehen, ausdrücklich zu.

Themen und Inhalte

Das Verhältnis von lesbischen und bisexuellen Frauen und Medizin ist historisch betrachtet schwierig und geprägt durch Pathologisierung. Erst 1990 hat die WHO beschlossen, Homosexualität nicht mehr als psychische Krankheit zu definieren. Doch wie sieht es mit der lesbischen und bisexuellen Gesundheit heute aus?

"In unserem Gesundheitssystem finden lesbische Frauen keine gesonderte Berücksichtigung" stellte der österreichische Frauengesundheitsbericht 2010/2011 fest. "Wir behandeln alle gleich!" - so der Tenor.

Mit der Fachkonferenz zu "lesbischer und bisexueller Gesundheit" will die Wiener Antidiskriminierungsstelle für gleichgeschlechtliche und transgender Lebensweisen (WASt) kritisch hinterfragen:

  • Reicht es aus, einfach alle gleich zu behandeln?
  • Sind die Angebote im Gesundheitsbereich wirklich für alle gleich gut nutzbar?
  • Welche Folgen hat es, wenn das medizinische Fachpersonal - so der österreichische Frauengesundheitsbericht - wenig über Lebenslagen, gesundheitsbezogene Bedürfnisse und spezifische Krankheitsrisiken von Lesben und bisexuellen Frauen weiß?
  • Was bedeutet es für die Gesundheit von lesbischen und bisexuellen Frauen und deren Krankheitsprävention, wenn es nur relativ wenig wissenschaftliche Studien zu deren Gesundheitsverhalten und Krankheitsrisiken gibt?
  • Welche Auswirkungen haben Diskriminierungs- und Marginalisierungserfahrungen auf die psychische und physische Gesundheit?

Programm

  • 8.30 Uhr: Registrierung
  • 9 Uhr: Begrüßung und Eröffnung der Konferenz
    • Stadtrat Mag. Jürgen Czernohorszky
    • Mag. Wolfgang Wilhelm, WASt
    • Mag.a Kristina Hametner, Wiener Programm für Frauengesundheit
  • 9.15 Uhr: Gesundheit lesbischer, bisexueller und queerer Frauen: Was sind die Bedarfe und Prioritäten?
    • Prof.in Dr.in Gabriele Dennert, FH Dortmund
  • 10.10 Uhr: Toleranz als Versagen. Altern in einer heteronormativen Gesellschaft
    • Prof.in Dr.in María do Mar Castro Varela, Alice Salomon Hochschule, Berlin
  • 10.40 Uhr: Pause
  • 11.10 Uhr: Gewalt und Mehrfachdiskriminierungen
    • Masha Beketova, MA, Psychotherapeutin i. A., Lesbenberatung Berlin
  • 11.40 Uhr: Auf die Couch gelegt: Lesbische, bisexuelle und queere Frauen* in Psychotherapie/-Diskursen
    • Dr.in phil. Doris Gruber, LIBS - Lesben Informations- und Beratungsstelle e.V., Frankfurt am Main
  • 12.15 Uhr: Mittagspause und Buffet
  • 13.15 Uhr: Bisexuelle* Frauen: Gesundheits_Auswirkungen von Marginalisierung und Diskriminierung
    • Dr.in Renate Baumgartner, Eberhard Karls Universität Tübingen
  • 13.45 Uhr: Podiumsgespräch zu lesbischer und bisexueller Gesundheit in Wien: Bestandsaufnahme, erste Initiativen und weitere Schritte
    • Mag.a Bettina Enzenhofer, MA, EU-Projekt HEALTH4LGBTI, Aktivistin
    • Ao. Univ. Prof.in Karin Gutiérrez-Lobos, Ärztliche Direktorin KAR
    • Mag.a Theodora Manolakos, KAV-GD Personal, Gender- und Diversitätsmanagement
  • 14.15 Uhr: Pause
  • 14.45 Uhr:
    • Session 1: Wissen und Praxis
      • Geschlechtliche Identitäten in Ausbildungen der Sozialen Arbeit
        • Mag.a Andrea Nagy, PhD, FH St. Pölten, Uni Bozen
        • Regenbogengruppe der MedUni Wien
        • Dr.in Stephanie Strobl, Chirurgin, MedUni Wien
        • Moderation: Mag.a Karoline Rumpfhuber
    • Session 2: Von der Wiege bis zur SeniorInnen-WG
      • Bedürfnisvielfalt beim Altern bzw. im Alter
        • Dr.in Bärbel Traunsteiner, WU-Wien
        • Regenbogenfamilien gestern und heute
        • Verena Flunger, BA, RegenbogenFamilienZentrum Wien
        • Moderation: Mag.a Alina Zachar
    • Workshop: Sexuelle Gesundheit
      • "Es war wundervoll!" - was uns beim Sex glücklich macht
        • Dr.in Karin Schönpflug, IHS
  • 16 Uhr: Resümee
  • 16.15 Uhr: Künstlerischer Schlusspunkt - "Alles gleich!" mit Denice Bourbon, PCCC*
  • Moderation: Angela Schwarz

Ziele

Bunte Farben und Formen mit der Aufschrift: "WASt-Fachkonferenz - wir behandeln alle gleich! Lesbische und bisexuelle Gesundheit"

Die WASt will mit dieser Fachkonferenz lesbische und bisexuelle Gesundheit ins Zentrum stellen, aktuelle Forschungs- und Studienergebnisse präsentieren, Wissen vermitteln, zum Austausch anregen und zur Auseinandersetzung mit diesem Thema ermutigen.

Die Lebenslagen von lesbischen und bisexuellen Frauen sind je nach (sozio-ökonomischer) Herkunft, Alter und Familienstand vielfältig. Diese Vielfalt gilt es in Hinblick auf die lesbische und bisexuelle Gesundheit zu berücksichtigen und intersektionale Diskriminierungen aufzuzeigen.

Von der Wiege bis zur SeniorInnen-WG, von Kinderwunsch bis zu den Wünschen und Bedürfnissen von lesbischen und bisexuellen pflegebedürftigen Frauen, von der wissenschaftlichen Leerstelle "Bisexualität" bis hin zu Ansätzen und Initiativen im Gesundheitsbereich in Wien, vom Stellenwert lesbischer und bisexueller Gesundheit in der Ausbildung bis hin zu Erfahrungen in der medizinischen Praxis, von der Rolle der eigenen sexuellen Orientierung als Mitarbeiterin oder Mitarbeiter im Gesundheitsbereich bis hin zur Sexualität und sexuell übertragbaren Krankheiten - die WASt spricht viele Aspekte an und freut sich, diese mit Ihnen zu diskutieren!

VeranstalterInnen

Die Fachkonferenz ist eine Kooperation der WASt mit dem Wiener Programm für Frauengesundheit. Diese Kooperation ermöglicht, das Thema "lesbische und bisexuelle Gesundheit" unter verschiedenen Perspektiven aufzugreifen und die Erkenntnisse der Fachkonferenz in den jeweiligen Arbeitsbereichen zu verankern.

Projektleitung:

  • Angela Schwarz
  • Mag.a Ulrike Repnik, MA
  • Mag.a Bettina Enzenhofer, MA
Verantwortlich für diese Seite:
Mag. Wolfgang Wilhelm (Wiener Antidiskriminierungsstelle für gleichgeschlechtliche und transgender Lebensweisen)
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