Kaiserschnitt - Wiener Programm für Frauengesundheit

Symposium "Die Chance auf Spontangeburt erhöhen" am 8. Juni 2018

Die Geburtenstatistiken zeigen seit den Neunzigerjahren international einen deutlichen Anstieg der Kaiserschnittrate. Betrug die Kaiserschnittrate im OECD Schnitt 1990 noch etwa 14 Prozent, stieg sie 2009 auf 26,7 Prozent an (OECD Health Data, 2012).

Auch in Österreich kommen immer mehr Kinder mit Kaiserschnitt zur Welt. Seit 1998 hat sich die Kaiserschnittrate in Österreich fast verdoppelt. in Wien liegt sie mittlerweile bei fast 30 Prozent. (Statistik Austria; letzter Zugriff: Februar 2017)

In den Wiener Gesundheitszielen 2025 wurde das Thema Kaiserschnitt aufgegriffen, mit dem Ziel, die Kaiserschnittrate in Wien bis 2025 auf 25 Prozent zu senken.

Lebensrettung versus Belastung

Seit Ende der Neunzigerjahre rückte die zunehmende Praxis des Kaiserschnitts in den Fokus der Aufmerksamkeit der wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Diskussion. Neben der lebensrettenden Funktion kann eine Entbindung per Kaiserschnitt eine kritische Belastung für die Mutter und ihr Neugeborenes sein. Die Entscheidung dafür ist mit größtmöglicher Umsicht zu treffen. Im Vordergrund muss stehen, die Gesundheit von Gebärenden und ihren Kindern bestmöglich zu schützen.

Einflussfaktoren auf Geburtsmethoden

Rund um das Themenfeld Kaiserschnitt entwickelte sich seit Beginn der Nullerjahre eine angeregte Diskussion über Auslöser und Folgen des Anstiegs der Kaiserschnittrate sowie über die physischen sowie psychischen Begleitaspekte für Mutter und Kind.

Das Wiener Programm für Frauengesundheit hat 2011/12 mit dem Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV) die empirische Studie "Psychosoziale Einflussfaktoren auf Geburtsmethoden und Zufriedenheit" (3 MB PDF) durchgeführt. Erhoben wurden Entscheidungskriterien für verschiedene Geburtsmethoden sowie die psychische Befindlichkeit der Frauen nach der Geburt.

Aufbauend auf die Ergebnisse der Studie wurde eine Reihe von Empfehlungen zur Verbesserung der Situation von Frauen in Zusammenhang mit der Entbindung per Kaiserschnitt abgeleitet. Umfassende, zielgruppengerechte Information und eine enge Zusammenarbeit zwischen medizinischem, psychologischem sowie sozialarbeiterischem Personal sind wichtige Ansätze zur Prävention späterer Krisensituationen. Um über die Kurz- und Langzeitfolgen der verschiedenen Geburtsmethoden genauer zu informieren, entwickelte das Wiener Programm für Frauengesundheit die Informationsbroschüre "Ein guter Start ins Leben. Kurze Informationen zur Geburt".

  • "Ein guter Start ins Leben. Kurze Informationen zur Geburt": 2 MB PDF
  • A good Start into Life (Ein guter Start ins Leben), 2015: 2 MB PDF (Englisch)
  • Yasama güzel bir baslangic (Ein guter Start ins Leben), 2015: 2 MB PDF (Türkisch)

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