Frauen in der Arbeitswelt - Wiener Programm für Frauengesundheit

Das Wiener Programm für Frauengesundheit unterstützt die Entwicklung von Angeboten betrieblicher Gesundheitsförderung, die speziell auf die Bedürfnisse von sozial benachteiligten Frauen abgestimmt sind.

Steigender Druck am Arbeitsmarkt, körperlich oder psychisch belastende Tätigkeiten, Stress oder fehlende Anerkennung können Menschen im Erwerbsalter gesundheitlich stark beeinträchtigen. Angebote der betrieblichen Gesundheitsförderung versprechen eine Entlastung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie eine Verringerung der Krankenstände.

Betriebliche Frauengesundheitsförderung

Die Lebens- und Arbeitsbedingungen von Frauen und Männern unterscheiden sich oft grundlegend. In Hinblick auf die Gesundheit von berufstätigen Frauen muss daher ihre gesamte Lebensrealität berücksichtigt werden. Das Handbuch "Betriebliche Frauengesundheitsförderung" setzt hier an. Es zeigt den Zusammenhang von Geschlecht, Arbeit und Stellung im Beruf. Frauenspezifische Arbeitsbedingungen und arbeitsrelevante Bedürfnisse sowie Belastungsfaktoren werden in dem Handbuch adressiert. Für die konkrete Umsetzung stellt das Handbuch erprobte und praxisnahe Instrumente auf den Ebenen Führung, Verhalten und Verhältnisse zur Verfügung. Dabei stehen auch der Nutzen und die positiven Wirkungen für die einzelne Mitarbeiterin, aber auch für den gesamten Betrieb im Fokus. Good practice Beispiele zeigen die Erfahrungen aus Betrieben auf.

Zielgruppe des Handbuchs sind alle Personen, die sich für die Förderung, den Erhalt oder die Wiederherstellung der Gesundheit von Mitarbeiterinnen einsetzen. Das sind insbesondere Führungskräfte, Personalverantwortliche und BetriebsrätInnen, aber auch ArbeitsmedizinerInnen und BeraterInnen.

Geschlechtssensible und interkulturelle Gesundheitsförderung

Das Pilotprojekt "Gesund arbeiten ohne Grenzen" war an die Zielgruppe der Hausarbeiterinnen im Spitalsbereich adressiert. Es wurde von dem Frauengesundheitszentrum FEM Süd konzipiert und von dem Wiener Programm für Frauengesundheit finanziert.

2006 und 2007 wurden in der Semmelweis-Frauenklinik und im Kaiser-Franz-Josefspital interkulturelle Gesundheitszirkel für weibliche Mitarbeiterinnen angeboten, die für Reinigungsarbeiten zuständig sind. Es handelt sich um Frauen mit geringem Bildungsgrad oder um Frauen, deren Ausbildung in Österreich nicht anerkannt ist. Als Reinigungskräfte finden sie in der Spitalshierarchie wenig Anerkennung, sind jedoch gesundheitlich belastenden Arbeitsbedingungen ausgesetzt. Vor allem aufgrund sprachlicher Barrieren haben sie kaum Zugang zu anderen Gesundheitsförderungsprogrammen.

Mit der Unterstützung des Wiener Krankenanstaltenverbunds (KAV) - heute Wiener Gesundheitsverbund - konnte im Rahmen des Pilotprojekts gender- und kultursensible Gesundheitsförderung für gering qualifizierte Mitarbeiterinnen erprobt und weiterentwickelt werden. Die Maßnahmen im Pilotprojekt umfassten:

  • Bewegungstraining beziehungsweise Gymnastik
  • Info-Runden zu den Themen: Stress, Konflikt, Kommunikation und Entspannung
  • Erziehungsberatung
  • Sozialberatung
  • Externes Projektcoaching
  • Muttersprachliche Gesundheits-Zirkel mit je 6 Sitzungen

Alle Angebote waren zweisprachig und kostenlos. Weiters wurde ein Frauengesundheitstag im Krankenhaus organisiert.

2007 bis 2009 konnten diese Angebote in weiteren Krankenhäusern umgesetzt werden: in der Rudolfstiftung, im Kaiserin Elisabeth-Spital, im Krankenhaus Hietzing (für Hausarbeiterinnen und Wäschereibedienstete). Auch dieses Folgeprojekt wurde von FEM Süd entwickelt und umgesetzt sowie von dem Wiener Programm für Frauengesundheit, dem Fonds Gesundes Österreich und der Wiener Gebietskrankenkasse gefördert.

Auszeichnungen

Das Frauengesundheitszentrum FEM Süd und der KAV erhielten den Wiener Gesundheitspreis 2006 und den Posterpreis der Österreichischen Konferenz Gesundheitsfördernder Krankenhäuser für dieses Angebot. Es konnte in Kooperation mit dem KAV später noch weiter ausgebaut werden.

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