Geschichte und Sammlungen - Österreichisches Gartenbaumuseum

Ein weiß gehaltener Raum voller Blumen, im Hintergrund Spiegel, weiße Kästen und Kommoden

Die ehemalige Orangerie Kagran beherbergt heute das Österreichische Gartenbaumuseum mit über 1.000 Exponaten aus Gartenbau und Floristik.

Gut gepflegt und teilweise komplett renoviert wird das Repertoire aus verschiedenen im Gartenbau gebräuchlichen Werkzeugen, Baustoffen und Hilfsmitteln regelmäßig erweitert oder neu aufbereitet.

Schön anzusehen ist auch das rekonstruierte, teilweise original möblierte Blumengeschäft Sädtler. Es besteht aus vielen Ausstellungsstücken aus der ursprünglichen Kollektion der Familie.

Neben der allgemeinen Sammlung zeigt eine weitere Ausstellungshalle eine einmal jährlich wechselnde Sonderausstellung.

Sammlungen

Das Österreichische Gartenbaumuseum beherbergt neben Geräten und Arbeitshilfen aus dem Gartenbau auch die Floristische Sammlung aus dem Besitz Christian Sädtlers. Sie wurde 2001 in den Besitz des Gartenbaumuseums übernommen. Diese für den Bereich der Floristik signifikante Sammlung umfasst neben einer Vielzahl von Gefäßen, Seidenblumen und Dekorationsgegenständen auch eine große Kollektion von über 470 Wandvasen aus der Zeit von 1900 bis 1970.

Ebenfalls bemerkenswert ist die Zusammenstellung von 540 Eisenstanzen aus dem ausgehenden 19. Jahrhundert zur Herstellung von Kunstblumen. Vervollständigt wird die Schausammlung des Museums von der Einrichtung des letzten Blumengeschäftes des Wiener Historismus aus der Schwarzenbergstraße im ersten Wiener Gemeindebezirk.

Führung durch die Sammlungen

Die Anmeldung zu Gratis-Führungen ist täglich unter der Telefonnummer 01 4000-42270 möglich. Anmeldungen per E-Mail: museum@ma42.wien.gv.at

Geschichte

Das Gebäude wurde 1912 als Orangerie erbaut. In sozialpolitischer Hinsicht war das für die damalige Zeit etwas Einzigartiges: Erstmals errichtete eine kommunale Verwaltung in Mitteleuropa im Interesse ihrer Bewohnerinnen und Bewohner Überwinterungshäuser. Dies war zuvor nur dem Kaiserhaus und dem Adel vorbehalten gewesen.

  • 1918: Ideen für ein Gärtnermuseum auf dem Gelände des Berggartens im Bereich des Schlossparks Schönbrunn werden gesammelt.
  • 1950er-Jahre: Lehrerinnen und Lehrer sowie Schülerinnen und Schüler der Berufsschule stellen eine Sammlung von Garten- und Landschaftsbaumaschinen sowie in der Naturblumenbinderei gebräuchlichen Geräten zusammen. Sie werden anschließend in der Werkstätte der Wiener Stadtgärten in Hirschstetten restauriert.
  • 1968/69: Die Gründung des ersten Österreichischen Gartenbaumuseums erfolgt. Die Museumsstücke werden in einem Depot im Bereich der ehemaligen Rothschildgärten gelagert und oft eher schlecht als recht instand gehalten.
  • 1974: Im Laufe der Wiener Internationalen Gartenschau (WIG) wird ein Ausstellungspavillon der Apothekerinnen und Apotheker errichtet. Nach Ausstellungsende wird der Pavillon für Museumszwecke adaptiert.
  • 1977: Der Pavillon eröffnet als "Österreichisches Gartenbaumuseum" im heutigen Kurpark Oberlaa. Seit dieser Zeit beherbergt das Museum Österreichs größte Sammlung der Geschichte des Österreichischen Gartenbaus und Kleingartenwesens.
  • 2001: Die Ausstellung wird durch die Sammlung Sädtler des ehemaligen Österreichischen Blumenbindemuseums erweitert.
  • 2003: Nach der Errichtung der neuen Berufsschule für Gartenbau und Floristik steht die Orangerie Kagran, ehemalige Berufsschule, den Wiener Stadtgärten wieder zur Verfügung. Sie ist seither neuer Standort der aus über 1.000 Exponaten bestehenden Ausstellung.
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