Managementplan Welterbe Historisches Zentrum Wien

Um den Status als UNESCO-Welterbe zu bewahren und künftig einen möglichst friktionsfreien Umgang mit dem historischen Erbe sicherzustellen, hat Wien im Sommer 2019 die Erarbeitung eines Managementplans für das Welterbe Historisches Zentrum Wien eingeleitet. Die Erstellung des Managementplans wird 2021 abgeschlossen sein und dem Gemeinderat zur Beschlussfassung vorgelegt werden.

Politische Enquete am 6. Mai 2021

Am 6. Mai 2021 fand im Festssaal des Wiener Rathauses die politische Enquete "Managementplan Welterbe Historisches Zentrum von Wien" statt. Sie diente zum einen der umfassenden Information aller Mitwirkenden über die Leitorientierungen und Kernaussagen des Wiener Managementplans. Zum anderen stand im Zentrum der Veranstaltung die gemeinsame Reflexion des Entwurfs mit Politik, State Party, UNESCO, ICOMOS, Fachöffentlichkeit, Interessensgruppen und Mitgliedern des Sounding Board Welterbe, welche seit eineinhalb Jahren die Verantwortlichen des Managementplans beratend begleiten.

Nach Präsentation des Managementplans durch Planungsdirektor Thomas Madreiter und Managementplan-Leiter Bernhard Steger wurden in 2 Reflexionsrunden die unterschiedlichen Einschätzungen zum Entwurf des Managementplans zur Diskussion gestellt.

Video: Live-Stream der Veranstaltung - Vimeo (circa ab Minute 28)

Operative Kernakteure - WER macht den Managementplan?

Der Managementplan wird federführend von der Stadt Wien erarbeitet. Ernst Woller, Erster Präsident des Wiener Landtags, ist mit der politischen Koordination an der Schnittstelle zur fachlichen Erarbeitung des Managementplans betraut. Die fachliche Leitung in der Verwaltung der Stadt Wien liegt bei Thomas Madreiter (Planungsdirektor) und Bernhard Steger (Abteilungsleiter Stadtteilplanung und Flächenwidmung Innen-Südwest). Für das Gesamtmanagement des Prozesses ist Urban Innovation Vienna verantwortlich, das Büro stadtland (Univ.-Prof.in Dipl.-Ing.in Sibylla Zech) und Architekt Prof. Dr. Cristian Abrihan sind mit der wissenschaftlichen Fundierung des Managementplans betraut.

Im Dialog - WER macht mit?

Bestmögliche Antworten auf komplexe Fragestellungen entstehen im breiten Dialog. So sieht der Managementplan die intensive Mitwirkung von Verantwortlichen aus Politik, Verwaltung und Wissenschaft sowie von Vertreterinnen und Vertretern maßgeblicher politischer, gesellschaftlicher, wissenschaftlicher und wirtschaftlicher Institutionen und Initiativen vor. Der kontinuierliche Austausch mit allen Stakeholdern soll zu einem soliden gemeinsamen Verständnis von Welterbe in Wien beitragen und der Formulierung eines klaren zukünftigen Leitbildes für Politik und Verwaltung im Umgang mit dem Welterbe dienen.

Entwicklungsprozess - WO wird der Managementplan erarbeitet und diskutiert?

In vielfältigen Diskurs- und Beratungsformaten wird ermöglicht, verschiedene inhaltliche Positionen zu unterschiedlichen Schwerpunkten auszutauschen und zu debattieren. Die Erarbeitung des Managementplans erfolgt in enger Abstimmung mit UNESCO, ICOMOS Österreich, Bundesdenkmalamt, betroffenen Magistratsdienststellen, Bezirken, NGOs und der Fachöffentlichkeit. Der Managementplan entsteht so im Dialog mit den relevanten Stakeholdern.

Die kompetente und kritische Expertise aus den unterschiedlichen Prozessmodulen wird einen möglichst umfassenden und differenzierten Blick auf das komplexe Themenfeld ermöglichen. Ziel ist ein inklusiver und transparenter Entstehungsprozess, der sämtliche Perspektiven berücksichtigt und einen modernen Managementplan generiert.

Was leisten die einzelnen Prozessmodule?

  • Die Reflexionsgruppe Politik ermöglicht eine kontinuierliche Information und Befassung der Wiener Politik mit der Agenda Managementplan.
  • Verschiedene Fachdienststellen sowie die betroffenen Bezirke werden mit der operativen Umsetzung des Managementplans befasst. In Fachgesprächen werden die unterschiedlichsten fachlichen, administrativen und rechtlichen Aspekte, die mit dem Managementplan verbunden sind, beraten.
  • Im Sounding Board reflektieren ausgewiesene Expertinnen und Experten aus dem In- und Ausland fachlich die Erfordernisse für ein modernes Management des Welterbes Historisches Zentrum Wien.
  • Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Forschung erarbeiten zu speziellen Themenfeldern wie Architektur, Städtebau oder Denkmalschutz inhaltliche Orientierungen.
  • In Public Hearings werden Einschätzungen und Ideen der Zivilgesellschaft sowie von Stakeholdern aus Wirtschaft und entsprechenden Interessensvertretungen diskutiert.
  • In Meetings auf internationaler Ebene findet der Dialog zwischen den beiden primär betroffenen Akteursgruppen, nämlich UNESCO und ICOMOS einerseits sowie Vertreterinnen und Vertretern der Stadt Wien und des Bundes andererseits, statt.

Sounding Board Welterbe – WER sind die Mitglieder?

Erste Sounding Board Sitzung am 24. Oktober 2019


  • Dr. Christoph Bazil
    Präsident des Bundesdenkmalamtes
  • Dipl.-Ing.in Dr.in Renate Bornberg
    ICOMOS Austria
  • Dr. Ernst-Peter Brezovszky
    Leiter des UNESCO-Referats, BMEIA
  • Dr. Matti Bunzl
    Direktor des Wien Museums
  • Mag. Martin Fritz
    Rektor der Merz Akademie, Hochschule für Gestaltung, Kunst, Medien in Stuttgart
  • Dr.in Sabine Haag
    Präsidentin der Österreichischen UNESCO-Kommission
  • Dipl.-HLFL-Ing. Gerd Koch
    Leiter des Instituts historische Gärten, Österreichische Bundesgärten
  • Arch. Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Rüdiger Lainer
    RLP Rüdiger Lainer und Partner
  • Mag.a Ruth Pröckl
    UNESCO-Welterbekoordinatorin, BKA
  • Univ.-Prof.in Dipl.-Ing.in Christa Reicher
    Leiterin des Instituts für Städtebau, Fakultät Architektur RWTH Aachen
  • Dr.in Birgitta Ringbeck
    Koordinierungsstelle Welterbe, Auswärtiges Amt Deutschland
  • Mag. Reinhold Sahl
    Leiter der Burghauptmannschaft Österreich
  • Dr. Hannes Swoboda
    Präsident des Architekturzentrums Wien

Weiterführende Informationen

Verantwortlich für diese Seite:
Stadt Wien | Stadtentwicklung
Kontaktformular