Wiener Bevölkerung 2020: Daten und Fakten zu Migration und Integration

Entwicklung der Wiener Bevölkerung seit 1961

Wien hat in den letzten 60 Jahren eine äußerst dynamische Bevölkerungsentwicklung erlebt. Aus einer stagnierenden Stadt wurde innerhalb weniger Jahrzehnte zunächst eine schrumpfende und später eine stark wachsende Stadt. Gleichzeitig wurde aus einer stark gealterten Stadt - überwiegend aufgrund der internationalen Zuwanderung - eine junge Metropole.

Der Fall des Eisernen Vorhangs, die Kriege im ehemaligen Jugoslawien, der österreichische EU-Beitritt, die Ost-Erweiterungen der EU sowie die Fluchtmigration aus Syrien und Afghanistan haben zu einem deutlichen Wachstum der Stadt Wien geführt. Seit 1995 ist Wien aufgrund der Wanderungsbilanz und der seit 2004 positiven Geburtenbilanz um 368.524 Personen gewachsen. Anfang 2020 lebten in Wien 1.911.191 Menschen.

Wiener Bevölkerung nach Staatsbürgerschaft und Geburtsland

Die Grafik zeigt, wie sich Anfang 2020 die Wiener Bevölkerung nach Staatsbürgerschaft und Geburtsland zusammengesetzt hat.

Die Zuwanderung von vor allem jungen Frauen und Männern wird in der Zusammensetzung der Wiener Bevölkerung deutlich sichtbar. Anfang 2020 hatten 30,8 Prozent der Wienerinnen und Wiener eine ausländische Staatsbürgerschaft, 36,7 Prozent waren im Ausland geboren und 41,3 Prozent hatten eine ausländische Herkunft - das bedeutet sie hatten entweder eine ausländische Staatsbürgerschaft oder waren im Ausland geborene Menschen mit österreichischer Staatsbürgerschaft.

Zusammensetzung der Wiener Bevölkerung nach Herkunft

Mit Anfang des Jahres 2020 hatten 1.121.131 Wienerinnen und Wiener eine österreichische Herkunft und 790.060 Wienerinnen und Wiener eine ausländische Herkunft. Die wichtigsten Herkunftsländer der Wiener Bevölkerung mit ausländischer Herkunft haben sich in den vergangenen Jahren kaum verändert: Anfang 2020 hatten 101.888 Personen eine serbische Herkunft, 76.281 eine Herkunft aus der Türkei, 61.945 aus Deutschland sowie 55.051 aus Polen.

Bevölkerung mit ausländischer Herkunft in den Bezirken

Im Wiener Durchschnitt betrug der Anteil der Wienerinnen und Wiener mit einer ausländischen Herkunft im Jahr 2020 rund 41,3 Prozent. In 2 Bezirken hatte mehr als die Hälfte der Bevölkerung eine ausländische Herkunft - in Rudolfsheim-Fünfhaus seit dem Jahr 2015 sowie in der Brigittenau seit 2018. In Margareten und Favoriten liegt der Anteil der Personen mit ausländischer Herkunft knapp unter 50 Prozent. Am weitesten unter dem Wiener Durchschnitt liegen Liesing und Hietzing mit jeweils rund 30 Prozent Bevölkerung mit ausländischer Herkunft.

Wanderung zwischen Wien und dem Ausland

Jedes Jahr ziehen zehntausende Menschen aus dem Ausland neu nach Wien oder aus Wien in ein anderes Land. Im Jahr 2019 sind beispielsweise 58.370 Menschen aus dem Ausland nach Wien zugezogen und 43.844 wieder in ein anderes Land weggezogen. Die Differenz aus den Zuzügen und den Wegzügen ergibt die Wanderungsbilanz der Stadt Wien mit dem Ausland.

Zwischen 2002 und 2005 lag die Zuwanderung von Menschen mit der Staatsangehörigkeit eines Drittstaates noch über jener von Menschen aus der EU oder EFTA. Doch seit dem Jahr 2006 sind im Saldo in jedem Jahr mehr Menschen mit einer EU- oder EFTA-Staatsbürgerschaft aus dem Ausland zugewandert als aus Drittstaaten. Die einzige Ausnahme bildet das Jahr 2015, als im Rahmen des letzten Fluchtereignisses außergewöhnlich viele Menschen mit der Staatsbürgerschaft eines Drittstaates nach Wien zuzogen.

Wiener Bevölkerung ohne Wahlrecht

In Österreich ist das Wahlrecht an die österreichische Staatsbürgerschaft geknüpft. Wienerinnen und Wiener ohne österreichische Staatsbürgerschaft dürfen auf Gemeinde-, Landes- und Bundesebene nicht wählen. Ein immer größer werdender Teil der Wiener Bevölkerung ist daher von der wichtigsten Form der politischen Mitbestimmung ausgeschlossen. Anfang 2020 durften 30,1 Prozent der Bevölkerung im wahlfähigen Alter ab 16 Jahren nicht an Wahlen auf Bundes-, Landes- und Gemeindeebene teilnehmen.

  • 69,9 Prozent der Wienerinnen und Wiener im wahlfähigen Alter besitzen die österreichische Staatsbürgerschaft und sind damit auf allen Ebenen wahlberechtigt.
  • 13,7 Prozent der Wienerinnen und Wiener sind BürgerInnen anderer EU-Staaten und daher zumindest auf der Bezirksebene wahlberechtigt.
  • 16,5 Prozent der Wienerinnen und Wiener haben die Staatsbürgerschaft eines Drittstaates und dürfen daher auf keiner Ebene wählen.

In manchen Bezirken sind die Anteile der Menschen ohne Wahlrecht weit höher. In Rudolfsheim-Fünfhaus verfügen 41,7 Prozent der Bevölkerung im wahlfähigen Alter über kein Wahlrecht. In keinem anderen Bezirk ist der Anteil jener Wienerinnen und Wiener niedriger, die an demokratischen Prozessen teilhaben dürfen. Im Gegensatz dazu sind in Liesing "nur" 20,0 Prozent von der demokratischen Teilhabe ausgeschlossen.

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