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Gemeinderat, 22. Sitzung vom 27.04.2022, Wörtliches Protokoll  -  Seite 30 von 73

 

Das Schöne an der Situation ist, dass, glaube ich, auch noch ein zusätzlicher Impuls ausgelöst wird, um diese Dinge jetzt endlich umzusetzen, denn vom Planen, et cetera haben wir nichts, wir müssen es umsetzen - und wir tun es auch. Was ich jetzt so höre, wie viele Flächen eingemeldet werden, da kommt schon einiges zustande. Ich glaube, dass wir diesen Zielpfad bis 2025 auf die 250 Megawatt Peak und dann von 2025 bis 2030 auf die 800 Megawatt Peak in dieser Dynamik auch schaffen werden, natürlich in der gemeinsamen Entwicklung mit den Bauträgern, in der gemeinsamen Entwicklung mit vielen, vielen anderen Partnern. Ich glaube, wir sind auf einem guten Weg, aber es ist natürlich noch immer sehr, sehr viel zu tun, daher braucht es auch immer wieder so Anstoßförderungen.

 

Auch die Kommunikationsmaßnahmen waren schon Thema, ja eh, trotzdem geht es geht ja nicht, nur zu sagen, hallo, es gibt jetzt Photovoltaikanlagen. Es geht ja auch um das Thema der intelligenten Kopplung von Energiesystemen, denn worüber wir hier reden, das ist ja nicht nur, eine PV-Anlage auf ein Dach zu montieren. Das ist trivial, das ist überhaupt nicht die Diskussion. Die Frage ist: Wie integriert man ein PV-System in ein Energiesystem so, dass es möglichst effizient, intelligent vernetzt funktioniert? Was wir brauchen, sind flexible Gebäude, die sowohl erzeugen, als auch speichern, als auch verteilen. Also diese Gesamtintelligenz im Energiesystem ist das, was wir brauchen, sonst schaffen wir den Ausstieg aus den Fossilen nicht. Das ist die große Fragestellung, da gibt es schon sehr viel Informationsbedarf.

 

Ich möchte auch eines betonen, nämlich dass auch die MA 20 dieses Kompetenzzentrum für erneuerbare Energie aufbaut, das ganz wichtig ist, damit wir hier endlich einmal einen Ansprechpartner haben, denn im Moment gibt es wahnsinnig viele Fragen - über die „Hauskunft“, et cetera -, es ist vieles fast nicht administrierbar, weil so viele Anfragen kommen. Das ist auf der einen Seite gut, aber auf der anderen Seite natürlich unbefriedigend für jene, die sagen: Ich würde ja eh gerne etwas machen, aber wie geht es weiter?

 

Wir müssen also quasi Angebot und Nachfrage in die Balance bringen, und da ist es auch wichtig, die Information Schritt für Schritt - was mache ich, Schritt für Schritt - zumindest auch beim Umbau und beim Ausbau zur Verfügung stellen zu können. Daher, glaube ich, ist es auch in diese Richtung wichtig, diese Information zu haben, das Monitoring entsprechend durchzuführen und auch auf den Seiten der Stadt darzustellen: Wo stehen wir im Ausbau? Wie viele Anlagen gibt es? - All das zusammen ist, glaube ich, das Gesamtpaket, von dem wir sprechen.

 

Insgesamt - und damit komme ich schon zum Schluss - haben wir wirklich viel vor. Diese Dekarbonisierung in Wien ist nicht trivial, das ist ein immenser Schritt - natürlich nicht nur in Wien, sondern auf der Bundesebene insgesamt. Der Druck steigt noch zusätzlich durch den Ukraine-Krieg und den Ausstieg aus Erdgas. Alles zusammen ist eine sehr, sehr große Herausforderung, der wir uns auch hier stellen - aber es ist machbar. Es ist machbar, denn das Positive ist - und das betone ich immer wieder als jemand, der doch seit rund 30 Jahren in diesem Thema dabei ist und der seine Dissertation auch zum Thema Solarzellen und Silizium verfasst hat -: Wir haben alle Technologien, es ist alles vorhanden. Jetzt geht es um die intelligente Vernetzung und den raschen Ausbau, um diese Energiewende zu schaffen, die wir brauchen, für die Zukunft und vor allem auch für die Zukunft unserer Kinder. - Vielen Dank.

 

Vorsitzende GRin Dipl.-Ing. Elisabeth Olischar, BSc: Als nächster Redner zum Wort gemeldet ist Herr StR Peter Kraus. Sie sind am Wort.

 

12.02.16

StR Peter Kraus, BSc|: Sehr geehrte Frau Vorsitzende! Herr Stadtrat! Liebe Kolleginnen und Kollegen!

 

Vielleicht eingangs: Ich weiß ja nicht, wie es Ihnen geht, wenn man zu Beginn der Debatte hört, wie die FPÖ über erneuerbare Energien und Energiepolitik spricht. Ich sehe es schon so: Solange die Selfie-Jäger vorm Kreml noch keine Entschuldigung für irgendwelche Freundschaftsverträge oder Unterwerfungsgesten gegenüber Putin zusammenbekommen, ist alles das, was von dieser Seite kommt, eigentlich wirklich nicht ernst zu nehmen, sehr geehrte Damen und Herren.

 

Zur heutigen Tagesordnung und zum Poststück, um das es heute geht - Förderung im Rahmen der Wiener Photovoltaik-Offensive -, möchte ich auch ein bisschen mit einem größeren Fokus beginnen - es ist ja heute auch das Schwerpunktthema -, denn im Wesentlichen steht ja auch da diese große Frage und diese große Aufgabe, die wir da vor uns haben, dahinter, nämlich: Wie kommen wir raus aus Öl und Gas? Wie kommen wir weg von den fossilen Energien, nämlich was unseren gesamten Energiebedarf betrifft? Das geht also von der Stromerzeugung - ja, natürlich - über die Wirtschaft, den Verkehr, die Mobilität bis hin zur Raumwärme. In vielen Bereichen stellt sich ja die Frage, wie wir da von diesem fossilen Energiesystem wegkommen. Das war immer schon ein Thema. Gerade wir GRÜNEN haben ja seit Jahren auch mit Blick auf den Klimawandel und auf die Dekarbonisierung den Ausbau der erneuerbaren Energie nicht nur gefordert, sondern auch aktiv vorangetrieben, weil wir damit eben nicht nur das Klima und damit unsere Lebensgrundlagen retten, sondern auch unsere Freiheit - und genau das wird jetzt angesichts auch des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine uns allen so schmerzlich vor Augen geführt. Angesichts dieser aktuellen geopolitischen Situation kann man es gar nicht besser auf den Punkt bringen, als zu sagen: Jedes Windrad, das wir heute aufstellen, ist ein Symbol für die Freiheit, jede Solarzelle ebnet den Weg in die Unabhängigkeit und in die Freiheit, sehr geehrte Damen und Herren.

 

Jetzt könnte man natürlich glauben, okay, angesichts dieser wirklich dramatischen Bilder haben es alle verstanden, auch die, die die letzten Jahre gebremst haben, und wir marschieren jetzt alle gemeinsam in eine Zukunft der Erneuerbaren. Dem ist aber nicht so. Wir sehen leider noch immer, dass bis heute gebremst wird, dass es immer noch Leute gibt, die glauben, man kann diese Situation jetzt irgendwie durchtauchen und in ein paar Jahren machen wir einfach so weiter wie bisher oder machen die Politik aus dem letzten Jahrhundert. Ich glaube, jetzt ist es an der Zeit, dass wir diese politischen

 

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