Abgeschlossene Grabung 1., Michaelerplatz - Stadtarchäologie Wien

Umzäunte, kreisförmige Grabungsstätte

Freigelegte Mauerreste auf dem Michaelerplatz

Die Neugestaltung des Michaelerplatzes in den Jahren 1990 bis 1991 ermöglichte einen Einblick in die fast 2.000-jährige Geschichte des Platzes. Die Ausgrabungsergebnisse waren so eindrucksvoll, dass sie auf Initiative des damaligen Bürgermeisters Dr. Helmut Zilk durch Architekt Hans Hollein in der Art eines Fensters in den geschichtsträchtigen Boden Wiens konserviert wurden.

Ein Teil des römischen Lagerdorfes

In der Römerzeit kreuzten sich hier im Lagerdorf keine 200 Meter südlich der Porta decumana zwei wichtige Straßen: die vom Südtor des Lagers ausgehende Straße nach Scarbantia (Sopron) und die Limesstraße als Verbindung zwischen den Donaukastellen. Südlich dieser Fernstraße standen ein komfortables Wohnhaus, eine Eisenschmiede und ein weiterer großflächiger Gebäudekomplex.

Von der Straßenkreuzung zum Platz

Auch nach dem Ende der römischen Herrschaft blieb die Straßenkreuzung, die erst über Jahrhunderte hinweg allmählich zu einem Platz erweitert wurde für die mittelalterliche Stadtentwicklung bestimmend. Im 13. Jahrhundert wurden einerseits die Pfarrkirche St. Michael und die Hofburg errichtet. Andererseits entstanden ab dieser Zeit adelige und bürgerliche Wohnhäuser, in denen auch Handwerker ihr Gewerbe ausübten.

Kaiserliche Gärten und ein Theater

Im 15. und 16. Jahrhundert wurden die kaiserlichen Lustgärten der Hofburg ausgebaut. In dieser Zeit entstand auch das "Paradeisgartel" mit seiner spitz zulaufenden Umfassungsmauer. Die jüngsten dokumentierten Baureste waren Teile des 1888 abgebrochenen Hofburgtheaters sowie mehrstöckige Kelleranlagen von Häusern, die bis 1893 in der heutigen Platzmitte standen.

Weiterführende Informationen

Verantwortlich für diese Seite:
Stadtarchäologie Wien
Kontaktformular