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Gemeinderat, 71. Sitzung vom 30.06.2020, Wörtliches Protokoll  -  Seite 51 von 110

 

zum Jahresabschluss der Unternehmung Wien Kanal liegt keine Wortmeldung mehr vor.

 

14.38.40Ich schlage vor, die Debatte zur Geschäftsgruppe für Soziales, Gesundheit und Sport mit der Postnummer 2, das ist der Jahresabschluss der Unternehmung Wiener Krankenanstaltenverbund einschließlich der Jahresabschlüsse der Wiener Städtischen Krankenhäuser, der Teilunternehmung Allgemeines Krankenhaus der Stadt Wien - Medizinischer Universitätscampus und der Teilunternehmung Geriatriezentren und Pflegewohnhäuser der Stadt Wien mit sozialmedizinischer Betreuung für das Jahr 2019 gemeinsam durchzuführen, die Abstimmung über den Rechnungsabschlussentwurf der Bundeshauptstadt Wien und den Jahresabschluss der Unternehmung Wiener Krankenanstaltenverbund jedoch getrennt vorzunehmen.

 

Wir dagegen ein Einwand erhoben? - Das ist nicht der Fall. Ich bitte die Damen und Herren des Gemeinderates, so vorzugehen.

 

Daher kommen wir nun zur Beratung der Geschäftsgruppe für Soziales, Gesundheit und Sport. Zum Wort gemeldet ist, nachdem der Kollege Kops gestrichen ist, zuerst GR Dipl.-Ing. Dr. Gara, selbstgewählte Redezeit sind zwölf Minuten. Sie haben das Wort.

 

14.40.01

GR Dipl.-Ing. Dr. Stefan Gara (NEOS)|: Sehr geehrter Herr Vorsitzender! Sehr geehrter Herr Stadtrat! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen!

 

Vorab möchte ich mich besonders bei den MitarbeiterInnen aller Magistratsabteilungen, Institutionen bedanken, die gerade in der Corona-Krise, in dieser Intensivphase der Corona-Krise wirklich hervorragend zusammengearbeitet haben und wir jetzt nach dieser ersten starken Phase schon sagen können,. wir haben das in Wien ziemlich gut hinbekommen, auch im internationalen Vergleich. Ich glaube, das ist es wert, das auszusprechen.

 

Ich möchte einen kurzen Bogen spannen, agieren in der Corona-Krise, also das Krisenmanagement, die Folge der Krise, was das betrifft, auch für die Gesundheitsversorgung und letztendlich auch in Zukunft mit Corona leben, also so lange, bis wir eben einen entsprechenden Impfstoff oder andere Maßnahmen haben, sodass wir zur Normalität wieder zurückkehren können. Ich glaube, dass das Krisenmanagement sehr gut funktioniert hat. Wien hat früh reagiert und sich damit im internationalen Vergleich wirklich sehr gut geschlagen. Natürlich gab es am Anfang extrem viel Verunsicherung. Die Bilder aus Italien waren bedrückend, haben Angst ausgelöst, vor allem in den Institutionen des Wiener Krankenanstaltenverbundes oder jetzt Wiener Gesundheitsverbundes. Da war die Angst am Anfang schon sehr groß, auch verständlich. Es hat auch zu wenige Schutzausrüstungen gegeben, gerade im Bereich der Masken. Also da gab es sehr viele Verunsicherungen. Das war so die Ruhe vor dem Sturm. Aber ich glaube, dass in dieser Phase durchaus sehr gute Entscheidungen getroffen wurden und das Zusammenspiel in der Wiener Gesundheitslandschaft insgesamt hat da sehr gut geklappt. Und, das muss man auch betonen, die Wiener Bevölkerung hat hier sehr gut kooperiert. Ich glaube, das ist ein ganz wesentlicher Eckpfeiler, dass das, was man hier an Empfehlungen oder auch an konkreten Verpflichtungen vorgegeben hat, da auch tatsächlich eingehalten wurde. Einer der Erfolgsfaktoren hier war sicherlich auch diese Kooperation mit dem Ärztefunkdienst und auch die Entscheidung, dass bei Verdacht sofort Heimquarantäne verordnet wurde, dass es dieses Home Sampling zu Hause gegeben hat. Das hat dazu geführt, dass die Spitäler nicht durch Infizierte überlastet wurden, so wie wir das in Italien beobachten konnten. Das heißt, durch Zutrittskontrolle, letztendlich eine Art von Triagierung über die Zentralen Notaufnahmen, konnte man hier vermeiden, dass die Verdachtsfälle in die Spitäler gekommen sind. Letztendlich hat es dazu geführt, dass wir im internationalen Vergleich bezogen auf die Anzahl der Einwohner relativ wenige Todesfälle hatten. All das ist, glaube ich, sehr, sehr gut abgelaufen.

 

Aber es gibt natürlich auch einige Probleme, die zu sehr starken Verunsicherungen geführt haben. Und das sind die Themen, die wir jetzt aufgreifen müssen und die mir besonders wichtig sind, da einen Schritt weiter zu machen. Das eine Thema war die Gesundheits-Hotline 1450. Logischerweise war natürlich durch diese vielen Anrufe eine sehr starke Belastung da. Das hat zu Verunsicherung geführt, weil man nicht wusste, wann bekommt man das Testergebnis, wie lange dauert das, wie soll ich mich da verhalten, wenngleich es natürlich in der Phase auch klar war, einmal zu Hause zu bleiben. Aber trotzdem, das führt zu Verunsicherung, wenn es kein Feedback gibt. Das heißt, wenn die Information fehlt: Wo stehe ich denn tatsächlich jetzt in dem Prozess? Das ist im Übrigen auch ein Thema, das wir jetzt haben und das ich jetzt immer wieder bekomme, auch im Kontext mit den Schulen. Zu dem möchte ich aber später noch sprechen. Das, was es hier absolut braucht, ist ein Prozess, den man auch digital abbildet. Auf der letzten Gesundheitsplattform haben Sie das kurz angesprochen, dass es einfach neben der telefonischen Möglichkeit hier auch eine digitale Möglichkeit, eine Applikation gibt, damit ich auch weiß, wo stehe ich in dem Prozess.

 

Ich möchte das Thema gleich aufgreifen, um es auch noch weiterzuspinnen. Und zwar, was ich mir als Vision oder nicht nur als Vision, ich glaube, das, was wir wirklich realisieren müssten in der Wiener Gesundheitsversorgung, ist eine Applikation, eine digitale Gesundheitsplattform, ziemlich in Analogie von WienMobil. Sie kennen das von den Wiener Linien, das WienMobil, wo ich einfach auf eine Applikation alle Schnittstellen zu allen Mobilitätsservices der Stadt bekomme und einfach wirklich von A nach B durchgeleitet werde. Ich kenne das Projekt sehr gut, weil ich das ganz am Anfang mitinitiiert habe. Also ich kenne auch die technischen Fragestellungen hier sehr gut, weil es natürlich auch um das Thema der Datensicherheit geht. Aber ich glaube, das ist für die Wiener Gesundheitsversorgung ein wichtiger nächster Schritt. Ich möchte als Patient ein Leitsystem haben, in dem ich informiert werde, wo ich das Gefühl habe, ich bin tatsächlich zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort und werde dort weitervermittelt. Das beginnt für mich von der ersten Phase - nennen wir es einmal eine Art Symp

 

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