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Gemeinderat, 37. Sitzung vom 26.04.2013, Wörtliches Protokoll  -  Seite 23 von 46

 

technologie umfasst ja ein recht ein breites Spektrum. Das eine oder andere wurde heute schon angesprochen wie Abfallbeseitigung, Müllverbrennung, Abwasserbereinigung, und so weiter, und so weiter, aber auch – und auf das möchte ich heute kurz eingehen – Techniken zur effektiven Nutzung der erneuerbaren Energien. Unter erneuerbaren Energien möchte ich mir das Thema Fotovoltaik und Solarthermie herausnehmen, also Technologien, die nachhaltig nutzbare Energieressourcen darstellen und somit wichtige Alternativen zu den fossilen Energieträgern sind.

 

Allein, meine Damen und Herren, wenn man sich das Wiener Solarpotenzial anschaut, so kann man ganz leicht feststellen, dass mehr als die Hälfte der Wiener Dächer für Fotovoltaik durchaus nutzbar wären. Wir reden hier immerhin von einer Fläche von 29 km2. Wenn man das jetzt umrechnet und diese 29 km2 theoretisch mit Fotovoltaikpotenzial nutzen würde, könnte man aus dieser Fläche die unvorstellbare Summe von 4 300 Gigawattstunden pro Jahr herausholen. Wenn man das Ganze jetzt mit Solarthermiepotenzial benutzen würde, würden man gar auf 27 300 Gigawattstunden pro Jahr kommen, also durchaus eine Menge, die herzeigbar ist und durchaus eine Menge, wenn man diese ausnützen würde, das eine oder andere Kraftwerk einsparen könnte und somit für die Umwelt einen riesen Beitrag leisten würde.

 

Dass die Wiener Bevölkerung durchaus bereit ist, zum Thema Fotovoltaik Geld in die Hand zu nehmen und mehr oder weniger in den Startlöchern steht, das hat auch das Volksbefragungsergebnis, wo die Bürger über Solarkraftwerkbeteiligung abgefragt worden sind, bewiesen. Dazu hätte man allerdings keine Befragung gebraucht. Das Ergebnis war auch schon vorher zu erkennen, dass eben die Wiener durchaus innovativ sind und dort Geld in die Hand nehmen wollen. Ja, mir ist bewusst, dass es in Wien schon – Gott sei Dank – vier Solarkraftwerke in dieser Art gibt. Ich würde das aber für die Stadt Wien jetzt nur als Tropfen auf dem heißen Stein sehen. Meiner Meinung nach ist die Regierung hier aufgefordert, schnellstmöglich neue Projekte auf Schiene zu bringen und den Bürgern zu präsentieren.

 

Schauen wir uns allerdings den Wiener Wohnbau an. Was ich überhaupt nicht verstehe, ist - ich habe es schon gesagt, 29 km2 sind rein theoretisch nutzbar -, dass bei Neubauten im sozialen Wohnbau, aber auch bei Renovierungsprojekten im sozialen Wohnbau diese Fläche nicht genutzt wird. Hier wird meiner Meinung nach extrem viel Fläche und auch extrem viel Energieausbeute in Richtung Solarenergie nicht genutzt. Es würde auch einiges im privaten Wohnbau weitergehen. Auch hier hätten wir schon viel mehr Solarpaneele installieren können, wenn hier die Stadt Wien mehr Geld in die Hand nehmen würde und lukrative und innovative Förderungen zur Verfügung stellen würde. Dass es auch anders geht, zeigt die österreichische Gemeinde Gleisdorf. Diese Gemeinde hat mit Stolz den Titel Solarstadt vor ihrem Namen stehen. Diese Gemeinde ist nicht bei Lippenbekenntnissen und Gutwillenskundgebungen stehen geblieben, sondern sie hat zahlreiche innovative Projekte und Maßnahmen in die Tat umgesetzt und ist auf dem besten Weg, energieautark zu werden. Gleisdorf steht, wenn man im Internet nachschaut, nicht alleine da mit dem Titel Solarstadt. Es gibt noch viele andere Städte, die diesen Titel vor sich hertragen. Wien zählt leider noch nicht dazu.

 

Meine Damen und Herren! Die Wiener Stadtregierung ist deshalb dringend aufgefordert, hier alle Hebel in Bewegung zu setzen, dass auch Wien zukünftig den Titel Solarstadt vor sich hertragen kann. Danke schön. (Beifall bei der FPÖ.)

 

Vorsitzende GRin Dr Monika Vana: Zum Wort gemeldet ist Herr GR Valentin. Ich erteile es ihm.

 

11.09.52

GR Erich Valentin (Sozialdemokratische Fraktion des Wiener Landtages und Gemeinderates)|: Frau Vorsitzende! Meine sehr geehrten Damen und Herren!

 

Ich möchte beim Kollegen Hofbauer gleich anschließen. Wien hat es nicht notwendig, dass es sich selbst einen Titel gibt. Das tun erfreulicherweise andere und darauf sind wir stolz, berechtigt stolz.

 

Ich möchte da drei nennen, denn es ist immer besser, wenn man sich nicht selber beurteilt, sondern die beurteilen lässt, die uns objektiv auch von außen beobachten.

 

Erstens: Grüne Vorredner haben es bereits gesagt, wir sind als State of the World’s Cities Report UN-Habitat die erfolgreichste Metropole der Welt. Da werden Bereiche wie Produktivität, Infrastruktur, Lebensqualität und Umwelt, aber auch soziale Gerechtigkeit bewertet, und da haben wir Nummer 1 bekommen. Darauf sind wir stolz, und das ist die Arbeit in dieser Stadt. (Beifall bei SPÖ und GRÜNEN.)

 

Zweitens, und da brauchen wir die FPÖ auch wiederum nicht, Mercer Study, viertes Mal in Folge Nummer 1 der Weltmetropolen, Lebensqualität Nummer 1. Das sagen, und das halten Sie uns immer vor, internationale Manager, dass sie am liebsten in Wien arbeiten wollen. Aber das sind ja die Leute, die die ganze Welt kennen. Und wenn die sagen, sie wollen von überall, wo sie es sich aussuchen können, am liebsten in Wien arbeiten, dann sagt das was, und auch darauf sind wir stolz. (Beifall bei SPÖ und GRÜNEN.)

 

Drittens: Auch da sind wir vollkommen nicht selbst beurteilend, nämlich wir sind Nummer 1 unter den Smart Cities. Das heißt, wir sind Nummer 1 und nach uns kommen Metropolen wie Toronto Nummer 2, Paris Nummer 3, dann kommen New York, London, Tokyo, Berlin, Kopenhagen, Hongkong, Barcelona. Was wird da beurteilt? Da wird beurteilt innovative Stadt, Platz 5 sind wir da, Regional Green City Platz 2, Lebensqualität Nummer 1 und Digital Governance Platz 8. Auch das ein klares und deutliches Zeichen, wo Wien steht.

 

Es ist fürwahr eine spannende Sache in einer Stadt, wo Strom aus Trinkwasser gewonnen wird, wenn es von den Quellen nach Wien fließt, 15 Trinkwasserkraftwerke, in einer Stadt, die in Zukunft in Simmering mit der Kläranlage energieautark sein wird, das heißt, dort wird so viel Energie produziert werden wie 1 Prozent der Wiener Haushalte benötigen. Keine andere Stadt kann das vorweisen. Eine Stadt, meine Damen und Herren, wo, wenn

 

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