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Gemeinderat, 14. Sitzung vom 21.11.2006, Wörtliches Protokoll  -  Seite 30 von 91

 

muss ich sagen: Die Kinder sind ja schon da! Ich meine, die Fragen: Wen lade ich ein? Wen lade ich nicht ein? Wie geht es mit der Greencard?, sind rein philosophisch. Es ist einfach ein Faktum, dass die Kinder hier sind und vom Alter her die Schulreife erlangt haben. Und dann müssen die Kinder natürlich in die Schule gehen. – Insofern kommt eine gewisse pädagogische Herausforderung auf uns zu, aber wir gehen davon aus, dass wir das gut und auch entsprechend herzeigbar lösen. Die individuelle Förderung gibt es ja, auch bei den Begabten. Eine individuelle Förderung mit Stütz- und Förderlehrern gibt es nicht nur bei den Schwächeren, sondern auch bei entsprechenden Begabungen.

 

Zu den Fotos aus der Josefstadt: Wien hat die Zeltgasse zu 90 Prozent finanziert, und betreffend die Einzelfotos möchte ich sagen, dass da auch der Bezirk ein bisschen mehr tun können hätte! Bei den Gesamtrenovierungen wird es sowieso noch weitere Verhandlungen mit den Bezirken geben. Ich finde, dass auch diese Vorwürfe absolut ins Leere gehen!

 

Die Lehrer kommen tatsächlich an die Schulen. Der Rechnungshof hat das jetzt noch einmal geprüft, und Wien wurde für die Vergangenheit zwar einmal kritisiert, für die aktuellen Stellenpläne aber durchaus gelobt. Es kommen also alle Lehrer auch wirklich an die Schulen, ich glaube, nur zwei oder drei Lehrerposten waren weg. Das heißt, Ihr Vorwurf, dass nicht alle Ressourcen entsprechend eingesetzt werden, ist ebenfalls nicht richtig! Das stimmt nachweislich nicht. Natürlich wurde der Stellenplan auch im Kollegium diskutiert.

 

Zur Tagesbetreuung muss ich Ihnen sagen: Österreichweit nehmen 7,2 Prozent eine ganztägige Betreuung in Anspruch. Das zweitbeste Bundesland ist das Burgenland, das übrigens auch sozialdemokratisch regiert wird, mit 10,15 Prozent. Wir in Wien haben zu 25 Prozent Tagesbetreuung an den Schulen und 25 Prozent in den Horten. Wir haben also über 50 Prozent ganztägige Betreuung! Damit sind wir meilenweit gegenüber allen anderen Bundesländern vorne weg und eigentlich sozusagen im Positiven gar nicht mehr zu vergleichen! Dass Ihnen das immer noch nicht passt, ist okay. Wir wollen das auch weiter ausbauen. Aber es ist einfach ein starkes Stück, wenn Sie das nicht zur Kenntnis nehmen wollen! Ich fordere Sie auf, dass Sie das einfach so nehmen, wie es ist: 50 Prozent und mehr haben eine ganztägige Betreuung! Und da kann die ÖVP fordern, was sie will: Das ist Faktum und wird so bleiben!

 

Dass wir Bildung breiter und ganzheitlicher sehen, ist klar. Und jetzt möchte ich ein bisschen etwas auch dazu sagen: Wenn man Bildung breiter und ganzheitlicher sieht, dann muss man sagen: Das beginnt ja schon bei der Geburt. Das ist natürlich auch vom Elternhaus abhängig. Aber auch in diesem Bereich gibt es Hilfe zur Erziehung von der MA 11. Es gibt zum Beispiel die außerschulische Bildungsarbeit der MA 13, von der Jugendarbeit begonnen über Projekte, in denen selbst geplant und selbst durchgeführt wird und die eigenen Konflikte auch ausgelebt und durchgehalten werden müssen, bis zur Volksbildung, die ein klassisches Bildungsthema im Sinn der Erwachsenenbildung und des begleitenden Lernens ist und die neben dem Angebot von beruflichen Kursen natürlich auch zur persönlichen Weiterentwicklung beiträgt, etwa im Rahmen von „University Meets Public“, wo durchaus auch philosophische oder andere Fragestellungen zusätzlich angeboten werden, was einfach zur Horizonterweiterung dienen soll.

 

Nun mache ich einmal einen ressortmäßigen Schwenker zu den WAFF-Kursen wie zum Beispiel den Wiedereinstiegshilfen für SozialhilfeempfängerInnen. Auch da wird ja Bildung gebracht.

 

Im engeren Sinn sind natürlich die MA 10 und die MA 56 bei der Bildung aktiv.

 

Der Bildungsplan wurde schon erwähnt. Dabei geht es nicht darum, noch zusätzlich zu verschulen, sondern wir sind das erste Bundesland in Österreich, das auch einen Bildungsplan vorgelegt hat. Dabei geht es aber eben nicht um ein Rezeptbuch, sondern um individuelle Förderung. Es erfolgt eine Gliederung in acht Bildungsbereiche, die wir nicht rezeptmäßig zusammengefasst haben, sondern nach inhaltlichen Clustern, vom physischen und psychischen Wohlbefinden über soziale Bezüge, Ethik und Werthaltungen bis zu Sexualität – Kollege Aigner, für etwas Sicherheit beim Schlüpfrigen! – sowie Kommunikation, Medienausdruck und -gestalten, Natur, Kultur und Kunst sowie Technik. Ferner sind die besonderen Lebenssituationen erfasst, in denen es um Tod, Trennung, aber auch um das Aushalten von Ablehnung et cetera geht.

 

Nach dem, was wir jetzt alles an Bauten und Renovierungen diskutiert haben, wurden bei der MA 56 zusätzlich auch andere Vorsorgen getroffen, zum Beispiel die Aktion Warenkorb, bei der wir die Eltern mit Schulmaterialien entlasten. Das gibt es zum Beispiel in Wien, in Niederösterreich hingegen nicht. Es gibt die freiwillige Sozialleistung, dass 7 750 Kinder unentgeltlich mit dem Schulbus zu Integrationsklassen und zu ihren Spezialsonderschulen befördert werden.

 

Für das Pilotprojekt Monte Laa ist die erste Baurate von 7 Millionen EUR vorgesehen. Es ist dies ein neuartiges Campus-Modell, an dem wir uns sozusagen idealtypisch orientieren und wo man Erfolg sieht. Bei dieser ganztägig geführten Schule können die Freizeiteinrichtungen gemeinsam genützt werden. Und obwohl die ÖVP sonst nie genug ausgeben kann, hat sie hier, wo es konkret wird, originellerweise wieder dagegen stimmt, mit der plötzlichen Begründung, dass das zu teuer sei. Wenn man also ein neues Modell macht, wo man entsprechend bündelt, dann passt es der ÖVP sowieso im Konkreten nie!

 

Das ist auch so bei allen Standortdiskussionen. Da heißt es immer: Sperrt im innerstädtischen Bereich ein paar Schulen und baut anderswo neu. Kaum gibt es aber ein einziges Mal ein konkretes Projekt – und da ist nie etwas überfallsartig geschehen – ist die ÖVP natürlich auch wieder dagegen! Sie ist gegen das Campus-Modell, aber dieses wird Gott sei Dank trotzdem realisiert werden, weil das Budget das eben vorsieht. Die erste Baurate von 7 Millionen EUR für das Projekt Monte Laa ist hier zum Beispiel dabei, und es gibt ein Reinvest zum

 

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