Kompostwerk Lobau
Kernstück des seit 1991 in Betrieb stehenden Kompostwerkes Lobau sind zwei je etwa 5,2 Hektar große, befestigte und absolut wasserdichte Rotteflächen. Alle Sicker- und Regenwässer werden in einem Rinnen- und Kanalisationssystem erfasst. In einem 1.300 Kubikmeter fassenden unterirdischen Auffangbehälter wird das Wasser gesammelt. In einer Sickerwasseraufbereitungsanlage mit Belüftungs- und Mischvorrichtungen wird es aufbereitet.
Daneben beinhaltet das Kompostwerk Lobau:
- ein offenes abgedichtetes Rückhaltebecken
- ein Betriebsgebäude mit Labor
- eine Garage mit Werkstätte und Biodiesel-Tankstelle
- eine Wiegevorrichtung für LKW
- eine Wetterstation und
- und einen Nutzwasserbrunnen.
Ablauf der Kompostherstellung
Zunächst wird das Biomaterial im Rinterzelt aufbereitet, auf Lkws verladen und zum Kompostwerk Lobau transportiert. Im Kompostwerk wird das aufbereitete Kompostrohmaterial nach einem speziellen Ordnungsplan der zeilenförmig auf den Rotteflächen aufgeschüttet. Während der intensiven Rottephase wenden und bewässern Umsetzmaschinen das Material. Dadurch ist die für einen geruchsarmen Prozessablauf notwendige Sauerstoffzufuhr unter Einhaltung des optimalen Wassergehalts gewährleistet. Nach 2 – 3 Monaten ist das Kompostmaterial ausreichend gereift und wird durch mobile Trommelsiebe gesiebt. Während der gesamten Rottedauer wird das Rottegut mehrmaligen Qualitätskontrollen unterzogen. Der fertige Kompost steht dann den Endverbraucherinnen und Endverbrauchern zur Verfügung.
Ausstattung des Kompostwerks Lobau
Der Betrieb wird ständig optimiert. So wird mittlerweile bei der Bewässerung der Kompostmieten auf Sickerwasser verzichtet. Stattdessen wird ausschließlich mit Nutzwasser aus dem eigenen Brunnen bewässert. Im Sommer 2008 wurde die Betriebstankstelle des Kompostwerks Lobau auf den Betrieb von Biodiesel umgestellt. Somit können sämtliche Maschinen und Fahrzeuge mit Biodiesel aus der Wiener Altspeiseölsammlung betrieben werden. Dies führt zu einer maßgeblichen Kohlendioxid-Reduktion.
Die beiden unterirdischen Wasserbehälter bestehen aus wasserundurchlässigem Stahlbeton. Die aus dem Kompost austretenden Sicker- und Regenwasser werden in einem Rinnensystem aufgefangen und einem Wasserbehälter zugeleitet. Von dort gelangt das Wasser in die Kanalisation. Kommt es zu starken Niederschlägen, wird das Regenwasser in den beiden Regenwasserbehältern und im offenen abgedichteten Rückhaltebecken gespeichert. Damit wird verhindert, dass verunreinigtes Wasser in den Boden einsickert. Alle Abwässer werden in das öffentliche Kanalnetz abgeleitet.
Diese Verbesserungsmaßnahmen erhöhen die Anlageneffizienz und mindern wesentlich die Emissionen. Sie steigern auch die Kompostqualität: So können beispielsweise durch den Verzicht auf das Sickerwasser zur Bewässerung die darin aufgelösten Metallsalze nicht mehr den Kompost mit Schwermetallen verunreinigen. Der Kompost erreicht somit die höchste Qualifizierung, die sogenannte Güteklasse A+.
Der Betrieb einer zweiten, kleineren Anlage am Standort Schafflerhof wurde eingestellt. Dieser dient nunmehr ausschließlich Versuchszwecken und der Zwischenlagerung von Fertigkompost.
Das Kompostwerk Lobau hat eine Jahreskapazität von 150.000 Tonnen angelieferten Materials. Jährlich werden daraus zwischen 40.000 und 50.000 Tonnen Kompost erzeugt. Dieser wird
- als Biodünger auf den landwirtschaftlich genutzten Flächen der Stadt Wien aufgebracht,
- auf den Mistplätzen gratis an die Wiener Bürgerinnen und Bürger weiter abgegeben oder
- nach Anmeldung der Kompostanlieferung und gegen Erstattung der Transportkosten zu Kleingartenvereinen oder privaten Gartenbesitzerinnen und Gartenbesitzern transportiert.
- Seit April 2009 wird aus Kompost auch die fertig abgemischte torffreie Erde "Guter Grund" hergestellt. Sie ist auf den Mistplätzen erhältlich.
Verantwortlich für diese Seite:Bernhard Ratz (Magistratsabteilung 48)
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