Kompostwerk Lobau

Flugaufnahme des Kompostwerks Lobau

Das Kompostwerk Lobau besteht aus einer etwa 5,2 Hektar großen, befestigten und absolut wasserdichten Rottefläche. Alle Sicker- und Regenwässer werden in einem Rinnen- und Kanalisationssystem erfasst. In einem 1.300 Kubikmeter fassenden unterirdischen Auffangbehälter wird das Wasser gesammelt und danach über die Kanalisation entfernt.


Ablauf der Kompostherstellung

Beladener Kompost-LKW

Zunächst wird das Biomaterial im Rinterzelt aufbereitet, auf Lkws verladen und zum Kompostwerk Lobau transportiert. Dort wird das aufbereitete Kompostrohmaterial nach einem speziellen Ordnungsplan zeilenförmig auf den Rotteflächen aufgeschüttet. Während der gesamten Rottephase wenden und bewässern Kompostwendemaschinen das Material. Dadurch ist die für einen optimalen Prozessablauf notwendige Sauerstoffzufuhr unter Einhaltung des optimalen Wassergehalts gewährleistet. Nach acht bis zehn Wochen ist das Kompostmaterial ausreichend gereift und steht nach der Absiebung als Kompost den Endverbraucherinnen und Endverbrauchern zur Verfügung. Während der gesamten Rottedauer wird das Rottegut mehrmaligen Qualitätskontrollen unterzogen.

Ausstattung des Kompostwerks Lobau

Kompostumsetzer bei der Arbeit

Der Betrieb wird ständig optimiert. So wird mittlerweile bei der Bewässerung der Kompostmieten auf Sickerwasser verzichtet. Stattdessen wird ausschließlich mit Nutzwasser aus dem eigenen Brunnen bewässert. Im Sommer 2008 wurde die Betriebstankstelle des Kompostwerks Lobau auf den Betrieb von Biodiesel umgestellt. Somit können sämtliche Maschinen und Fahrzeuge mit Biodiesel aus der Wiener Altspeiseölsammlung betrieben werden. Dies führt zu einer maßgeblichen Kohlenstoffdioxid-Reduktion.

Die beiden unterirdischen Wasserbehälter bestehen aus wasserundurchlässigem Stahlbeton. Die aus dem Kompost austretenden Sicker- und Regenwasser werden in einem Rinnensystem aufgefangen und einem Wasserbehälter zugeleitet. Von dort gelangt das Wasser in die Kanalisation. Kommt es zu starken Niederschlägen, wird das Regenwasser in den beiden Regenwasserbehältern und im offenen abgedichteten Rückhaltebecken gespeichert. Damit wird verhindert, dass verunreinigtes Wasser in den Boden einsickert. Alle Abwässer werden in das öffentliche Kanalnetz abgeleitet.

Diese Verbesserungsmaßnahmen erhöhen die Anlageneffizienz und mindern wesentlich die Emissionen. Sie steigern auch die Kompostqualität: So können beispielsweise durch den Verzicht auf das Sickerwasser zur Bewässerung die darin aufgelösten Metallsalze nicht mehr den Kompost mit Schwermetallen verunreinigen. Der Kompost erreicht somit die höchste Qualifizierung, die sogenannte Güteklasse A+.

Der Betrieb einer zweiten, kleineren Anlage am Standort Schafflerhof wurde eingestellt. Dieser dient nunmehr der Firma terrasan für die Erdenherstellung.

Verwertung des Komposts

Das Kompostwerk Lobau hat eine Jahreskapazität von 150.000 Tonnen angelieferten Materials. Jährlich werden daraus zwischen 40.000 und 50.000 Tonnen Kompost erzeugt. Dieser wird

  • als Biodünger auf den landwirtschaftlich genutzten Flächen der Stadt Wien aufgebracht,
  • als eines der Ausgangssubstrate für die Produktion von verschiedenartigsten Spezialerden verwendet,
  • auf den Mistplätzen kostenlos an die Wiener Bürgerinnen und Bürger weiter abgegeben oder
  • nach Anmeldung der Kompostanlieferung und gegen Erstattung der Transportkosten zu Kleingartenvereinen oder privaten Gartenbesitzerinnen und Gartenbesitzern transportiert.
  • Seit April 2009 wird aus Kompost auch die fertig abgemischte torffreie Erde "Guter Grund" hergestellt. Sie ist auf den Mistplätzen käuflich zu erwerben.
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Bernhard Ratz (Magistratsabteilung 48)
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