Sechs-Säulen-Programm zur Rohrnetzerneuerung
Es liegt in der Verantwortung der Stadt Wien und der Abteilung Wiener Wasser (MA 31), das Wasserrohrnetz zu überprüfen und gegebenenfalls zu verbessern oder zu erneuern. Die Wiener Wasserrohrnetz-Offensive bildet mit ihren sechs Säulen das Grundgerüst für geplante Investitionen.
In intensiver Forschung und unter Mitwirkung internationaler Expertinnen und Experten haben die Wiener Wasserwerke ein zukunftsweisendes Sechs-Säulen-Programm zur Rohrnetzerneuerung entwickelt. Basierend auf modernen Managementmethoden, computergestützten Überwachungssystemen und innovativen Bauverfahren sorgt das Programm dafür, dass Wiens einzigartige Wasserversorgung auch in den kommenden Jahrzehnten in unverändert hoher Qualität gesichert ist.
Sechs-Säulen-Programm
Bei der Pflege und beim Ausbau des Wiener Wasserrohrnetzes werden notwendige Maßnahmen und Investitionen sorgfältig geplant und umgesetzt. Das Sechs-Säulen-Programm hilft, den Zustand der Rohre exakter zu überwachen und mögliche Risikofaktoren abzuschätzen.
Säule 1 - Netzinformationssystem (NIS)
Das Netzinformationssystem (NIS) ist die Basis für die Wiener Wasserrohrnetz-Offensive. Es verwaltet exakte Pläne mit Lage, Durchmesser, Material, Druckzone, Baujahr und den technischen Zustand aller verlegten Rohre. Der Zustand und die Nutzungsdauer eines Rohres hängen allerdings nicht nur vom Material selbst ab, sondern von unterschiedlichsten Einflüssen wie etwa Verkehrsbelastungen. Deren Auswirkungen müssen jedes Mal individuell untersucht und festgestellt werden.
Säule 2 - Früherkennung durch laufende Überwachung
Gezielte "Lauschangriffe" auf die Rohre zur akustischen Überprüfung auf sogenannte Austrittsgeräusche gewährleisten, dass Rohrschäden frühzeitig erkannt und behoben werden können. Im Zuge der Wiener Wasserrohrnetz-Offensive werden Geräusch- und Mengenüberwachungssysteme im Stadtgebiet verstärkt eingesetzt.
Säule 3 - Pipe Rehabilitation Management (PiRem)
Das Pipe Rehabilitation Management (PiRem) ist ein EDV-Tool am neuesten Stand der Technik. Es macht anhand eines mathematischen Modells die Einflüsse, die die Alterung beziehungsweise typische Schäden der Rohre beeinflussen, sichtbar. Damit können drohende Rohrdefekte rechtzeitig erkannt werden. Das PiRem ist entscheidend für eine gezielte Planung der Investitionen in das Wiener Wasserrohrnetz.
Säule 4 - Forcierung grabenloser Bautechniken (NoDig-Verfahren)
Der Einsatz der jungen, aber bewährten Technologie des NoDig-Verfahrens stellt einen wichtigen Punkt in der Wiener Wasserrohrnetz-Offensive dar. Diese Bautechnik vermindert den Grabungs- und Zeitaufwand und damit den Einsatz von natürlichen Ressourcen und den Baustellenverkehr.
Säule 5 - Synergieeffekte durch akkordierte Baumaßnahmen
Diese Säule beruht auf ständiger Kommunikation und laufendem Informationsaustausch mit unterschiedlichen Bauträgern, wie zum Beispiel Wien Energie und Wien Kanal. Das spart Geld, verkürzt die Baustellendauer und verringert die negativen Auswirkungen auf Umwelt und Verkehrsfluss.
Säule 6 Prioritätenreihung nach Hauptverkehrsstraßen
Erschütterungen durch den Verkehr sind ein häufiger Auslöser von frühzeitigen Rohrschäden. Daher werden wichtige Wasserverbindungen unter viel befahrenen Straßen genauestens überprüft.
Projekte der Wasserrohnetz-Offensive 2011
Eine Auswahl an verschiedenen Projekten, die 2011 in Wien durchgeführt wurden.
Rohrlegungen im grabenlosen Verfahren
Gemeinsam mit Wien Energie
Maßnahmen in verkehrsreichen Straßenzügen
Wiener Wasserwerke (Magistratsabteilung 31)
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