Vermessungsservice - Betreuung städtischer Bauprojekte

Bei allen Objekten des Hoch- und Tiefbaus sind die Vermessungsingenieurinnen und -ingenieure die Ersten und Letzten auf den Baustellen, denn ohne Vermessung ist ordnungsgemäßes Bauen nicht möglich. Zu Projektbeginn liefern die Vermessungsingenieurinnen und -ingenieure die für die Planungs- und Projektierungsphase notwendigen Plangrundlagen und sorgen für die Einhaltung der einschlägigen bau- und grundstücksrechtlichen Bestimmungen. Vor und während der Bauphase werden Absteckungsarbeiten und laufende Kontrollmessungen zur projektgemäßen Bauausführung durchgeführt. Nach Abschluss der Bauausführung wird allenfalls der Neubestand zur Dokumentation vermessen. Für städtische Bauprojekte übernimmt die Stadtvermessung Wien (MA 41) die Agenden der Vermessungsingenieurinnen und -ingenieure.

Mitarbeiter der Stadtvermessung Wien auf einer Baustelle

Projektgrundlagen: Lage- und Höhenpläne

Die korrekte Lage und Höhe ist bei allen Bauprojekten unumgänglich und erfordert unter anderem Projektgrundlagen, die den gewünschten Genauigkeitsanforderungen gerecht werden. Die Bereitstellung dieser Unterlagen - Lage- und Höhenpläne im Maßstab 1:200 oder 1:500 - übernimmt für städtische Bauvorhaben die Stadtvermessung. In diesen Plänen sind alle Informationen enthalten, die für die Erstellung eines Projektes bedeutend sind, wie zum Beispiel:

  • Topografie,
  • Kataster und Grundbuchsdaten,
  • Einbauten,
  • Fassadenansichten,
  • Schnitte sowie
  • Feuermauer- und Fassadenansichten.

Die Projektgrundlagen basieren auf örtlichen Vermessungen, Daten der Mehrzweckkarte, Angaben des zentralen Leitungskatasters beziehungsweise Erhebungen bei den Einbautendienststellen und der Baupolizei sowie Daten aus der Grundbuchdatenbank und der digitalen Katastralmappe. Den Anforderungen entsprechend werden die Grundlagen an das jeweilige Projekt angepasst und heute fast ausschließlich digital unter Anwendung der CAD-Technik erstellt.

Gebäude-Baubestandsaufnahmen

Im Zuge einer wirtschaftlichen Immobilienverwaltung (Facility Management) sind digitale Raumpläne mit CAD-Technik eine notwendige Grundlage. Speziell bei verwinkelten Altbeständen ist die Ermittlung der inneren Geometrie der Gebäude nur mit ingenieurgeodätischem Know-how möglich. Ein exaktes geometrisches Grundlagengerippe ermöglicht eine Zusammenschau aller Geschosse und liefert auch bei einer Verjüngung von Feuermauern Grundlagen für statische Neuberechnungen. In das Grundlagengerippe können mit herkömmlichen Maßbandmessungen oder Handlaser-Distanzmessungen geometrisch exakte CAD-Bestandspläne konstruiert werden.

Deformationsmessungen

Eine wichtige Aufgabe ist die gezielte Durchführung von Setzungs- und Kontrollmessungen bei städtischen Bauprojekten. Durch langfristige Beobachtungen wie regelmäßige Messungen beziehungsweise automatische Messeinrichtungen können Bewegungen von Bauwerken untersucht und gegebenenfalls Gefährdungen rechtzeitig erkannt werden. So werden beispielsweise beim U-Bahn-Bau alle Gebäude im Bereich der neuen Trassen laufend überprüft. Dies können bei einzelnen Baulosen bis zu 2.000 Einzelpunkte sein. Dadurch wird ein großes Maß an Sicherheit für alle Bewohnerinnen und Bewohner erreicht.

Erhaltung der denkmalgeschützten Straßenbahn-Remise Rudolfsheim - Video

Video: Erhaltung der Straßenbahn-Remise Rudolfsheim

Durch Überwachungs- oder Deformationsmessungen werden aber nicht nur große Gebäude, Türme, Brücken oder Tunnel kontrolliert, sondern auch großflächige Rutschhänge oder geologisch instabile Formationen beobachtet. Hierbei werden auch satellitengestützte Verfahren (dGPS) eingesetzt. So werden entlang der beiden Wiener Hochquellwasserleitungen - seit ihrer Errichtung vor mehr als 100 Jahren (Geschichte der Wasserversorgung) - regelmäßige Kontrollmessungen durchgeführt. Eine kontinuierliche Weiterführung dieser Messungen gewährleistet auch in Zukunft die Versorgungssicherheit der Wiener Bevölkerung mit bestem Trinkwasser.

Die Durchführung von Vermessungen für den Leitungskataster der Stadt Wien ist ein weiterer Beitrag zur Versorgungssicherheit. Dabei werden neu verlegte Ver- und Entsorgungsleitungen dreidimensional erfasst und digital gespeichert.

Absteckungsarbeiten

Präzise Absteckungsarbeiten garantieren, dass ein Bauvorhaben der Planung entsprechend exakt in die Natur übertragen werden kann. Hierbei werden die in den Projektplänen vorgegebenen Abgrenzungen und Achsen der Bauwerke Punkt für Punkt zentimetergenau in der Natur vermarkt. Diese Bezugspunkte werden meist indirekt sichtbar gemacht. Das heißt, sie können auch außerhalb des eigentlichen Bauareals zu liegen kommen. Für die korrekte Lage und Höhe des zukünftigen Bauwerkes sind sie von grundlegender Bedeutung und tragen zur effizienten und raschen Baudurchführung bei.

Energieausweispläne

Gemeinsam mit der Prüf-, Überwachungs- und Zertifizierungsstelle der Stadt Wien (MA 39) wurde der Energieausweisplan entwickelt, mit dem der Wärmeverlust von Gebäuden dokumentiert wird. Mit Energieausweisplänen können unter anderem für Amtshäuser und Schulen standardisierte Energieausweise erstellt werden.

Gehsteigabsteckungen

Vor Herstellung eines Gehsteiges ist beim Magistrat um Bekanntgabe der Höhenlage, Breite und Bauart des Gehsteiges und Aussteckung der Höhenlage anzusuchen. Auf Basis des von der MA 41 erfassten Naturstandes inklusive Ist-Markierungen erlässt die Abteilung Straßenverwaltung und Straßenbau (MA 28) einen Bescheid zur Herstellung des Gehsteiges. Von der MA 41 - Naturmarkierungen können die Zumaße in Lage und Höhe auf die im Bescheid festgelegten Soll-Maße von der Baufirma in die Natur übertragen werden.

Verantwortlich für diese Seite:
Stadtvermessung Wien (Magistratsabteilung 41)
Kontaktformular